Trekkingschuhe oder Wanderschuhe?

Was der Pilger braucht. Schuhe, Socken, Blasenpflaster...
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Barbarita
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Trekkingschuhe oder Wanderschuhe?

Beitrag von Barbarita » 11. Okt 2019, 20:34

Hallo zusammen,

ich möchte nächstes Jahr im Mai den CF von SJPDP gehen und bin mir total unsicher ob meine Trekking Halbschuhe reichen oder ob ich mir knöchelhoche kaufen muss. Mit meinen Halbschuhen bin ich schon viele Kilometer gelaufen, zuletzt den CP de la Costa bis Finisterre und keine Probleme mit den Füßen gehabt habe.
Die gleich Frage hab ich für den Weg ab Leon , den meine Tochter laufen möchte im Juni.
Was ist Eure Meinung?

LG
Barbarita

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Pater Norbert
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Re: Trekkingschuhe oder Wanderschuhe?

Beitrag von Pater Norbert » 12. Okt 2019, 00:18

Hallo Barbara,

Bewährtes ist die Antwort.
Wenn sich für dich die Halbschuhe bewährt haben, nimm sie weiter.
Wer pilgert, wird von einem Virus infiziert, das nicht vergeht.

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donjohannes
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Re: Trekkingschuhe oder Wanderschuhe?

Beitrag von donjohannes » 12. Okt 2019, 10:11

Stimme P. Norbert zu. Geh mit dem, mit dem du dich wohl fühlst. Der CF ist keine Extremtour. Von der technischen Seite her kann ihn auch in Sandalen gehen (so hab ich's gemacht). Wenn dein Rucksackgewicht ähnlich wie am CP ist und die Schuhe bislang gut funktioniert haben, besteht kein Grund zu wechseln.
Österreich -Santiago 1998
Liechtenstein - Jerusalem und zurück 2013-14 (http://www.4kmh.com/neo)
Triest - Cannes (Via Alpina Sacra) 2018 ( http://www.4kmh.com/vas )
Aktuell: Erde - Himmel (Hindernislauf): begonnen 1978 - Ziel noch in weiter Ferne

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CyrusField
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Re: Trekkingschuhe oder Wanderschuhe?

Beitrag von CyrusField » 12. Okt 2019, 11:16

Ich kann mich den beiden nur anschließen.

Wichtig ist mMn eine vernünftige Sohle. Der Weg ist technisch wirklich nicht schwierig, aber einige Passagen können bei schlechtem Wetter rutschig werden (aber das ist ja auch überall so).


Buen Camino
Stefan
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...und ich jage die gelbe Muschel. :geek:

WoM
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Re: Trekkingschuhe oder Wanderschuhe?

Beitrag von WoM » 12. Okt 2019, 20:29

Ich schließe mich sogar den dreien an ;)

Es ist wirklich so: bis auf wenige Stellen ist der Weg problemlos und wie Norbert schon schrieb: bei bewährtem bleiben.
Das war neben zuviel Gepäck definitiv mein größter Fehler - ich dachte, ich bräuchte möglichst stabile Bergstiefel, da man Bergpfade geht, Flüsse durchquert ... mit meinen Turnschuhen hätte ich mir viele Schmerzen und Einschränkungen erspart.
Jetzt laufe ich mit leichten Meindl Stiefel - nicht weil es nötig wäre, sondern weil ich mich darin wohl fühle. Laufverhalten fast wie Trekkingschuhe.

Buen Camino
Wolfgang
Nach dem Camino ist vor dem Camino 8-)

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Gertrud
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Re: Trekkingschuhe oder Wanderschuhe?

Beitrag von Gertrud » 12. Okt 2019, 23:15

Ich stelle dann mal in den Raum: kommt es denn nicht auf die Füße an?
Wie gerne würde ich in leichten Schuhen mit weniger Gewicht gehen, aber meine Füße besonders die Sprunggelenke verlangen Stabilität. Und so trage ich halt wohl oder übel knöchelhohe Stiefel mit reichlich Gewicht. Abends dann zur Erholung Sandalen oder geschlossene Sportschuhe.
Ich denke, das kann jeder nur für sich selbst und nach seiner eigenen Erfahrung entscheiden.

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Mirabilis
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Re: Trekkingschuhe oder Wanderschuhe?

Beitrag von Mirabilis » 13. Okt 2019, 06:48

Ich stimme Gertrud zu: Für den Einen reichen leichte Schuhe, der Andere braucht Stabilität bei den Knöcheln. So wie ich. Ich gehe besser mit meinen Lowa, die mit einfach, besonders beim Bergruntergehen, mehr Halt geben und eine Sohle haben, die bei hartem Boden von unten abfedert.

Also die Schuhe nehmen, mit denen man gute Erfahrungen gemacht hat.

LG Notburga
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Re: Trekkingschuhe oder Wanderschuhe?

Beitrag von Matten » 13. Okt 2019, 10:34

Auf dem CF laufen einige Pilger in halbhohen Wanderschuhen oder auch in Hikingschuhen.
Da Du mit der halben Höhe gute Erfahrungen gemacht hast: Never change a winning team 😃😎

BC
wünscht
Martin
Mit 66 Jahren da fing das Pilgern an... :D
2015 Via Scandinavica HL bis LG
2016 CF ab Pamplona bis Fisterra
2017 CF SJPdP bis SdC
2018 CF Pamplona bis Logroño
2019 CF Leon bis SdC

Barbarita
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Re: Trekkingschuhe oder Wanderschuhe?

Beitrag von Barbarita » 13. Okt 2019, 20:48

Vielen Dank für die Antworten, das hat mir sehr geholfen.

Ich war mir nicht sicher, ob der Untergrund auf dem CF vielleicht einen knöchelhohen Schuh erfordert. Es freut mich, dass ich mich in meinen erprobten Schuhen auf den Weg machen kann, da ich noch nie andere zum Wandern hatte und bis jetzt keine einzige Blase bekommen habe.

Buen Camino

Barbara

WoM
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Re: Trekkingschuhe oder Wanderschuhe?

Beitrag von WoM » 14. Okt 2019, 21:49

Gertrud hat geschrieben:
12. Okt 2019, 23:15
Ich stelle dann mal in den Raum: kommt es denn nicht auf die Füße an?
Wie gerne würde ich in leichten Schuhen mit weniger Gewicht gehen, aber meine Füße besonders die Sprunggelenke verlangen Stabilität. Und so trage ich halt wohl oder übel knöchelhohe Stiefel mit reichlich Gewicht. Abends dann zur Erholung Sandalen oder geschlossene Sportschuhe.
Ich denke, das kann jeder nur für sich selbst und nach seiner eigenen Erfahrung entscheiden.
Da hast du vollkommen recht - aber wer bisher mit normalen Schuhen auskam, wird auf dem Camino nicht plötzlich Bergstiefel der Klasse B brauchen.
Wie ich schon erwähnte, laufe ich in leichten Stiefel, da ich den zusätzlichen Halt als angenehm empfinde und trotz Pfützen und Schlamm die Füße eher trocken bleiben (daher kann ich dich sehr gut verstehen).
Ansonsten laufe ich fast nur in Halbschuhen.
Aber wie Barbara geschrieben hat, ist sie mit ihren Schuhen zufrieden - Blasenfreiheit ist unglaublich viel wert!!!
Barbara, stimmt das Profil noch? Sind immerhin gute 800 km ...

Grüßle Wolfgang
Nach dem Camino ist vor dem Camino 8-)

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KarstenD
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Re: Trekkingschuhe oder Wanderschuhe?

Beitrag von KarstenD » 15. Okt 2019, 10:04

Moin Moin,

für die Schuhe gibt es nur die Empfehlung auf sich selber zu hören, da bei demThema jeder andere Ansprüche oder gänzlich andere Erwartungen was nötig ist hat. Für mich war in 2017 klar, das es keine Wanderschuhe werden, da ich die für meine Füße und die Wege auf denen ich gehe, diese nie für nötig gehalten hatte.

Zur Erklärung muss ich kurz sagen, das ich wirklich sehr viel Barfuß unterwegs bin. Also in der Wohnung habe ich keine Hausschuhe an, sondern nix oder Socken. Im Sommer bin ich im Garten fast nur Barfuß unterwegs und auch wenn ich mal in den Keller gehe, ziehe ich mir dafür keine Schuhe an... Also zur Zeit, Home-Office und wie immer Barfuß. Will damit nur sagen, das ich hier kein Masstab bin, da meine Füße seit 52 Jahren doch einiges gewöhnt sind.

2017 waren es, Bergsteiger Einstiegsschuhe (also stabilere Turnschuhe, mit fester Sohle) mit zum Wechseln für Abends Wander-Flip-Flops, darauf lief es nach meinen Recherchen zum ersten Jakobsweg hinaus. Naja nach anfänglichen Problemen bin ich dann ab Castrojeriz auf die Flops gewechselt und musste feststellen, das meinen Füße damit sehr gut zu Recht gekommen sind. OK da gab es Abends dann nur ein Problem... auf was wechselt man jetzt zum Erholen? Wie zu Hause, war es dann meistens Barfuß. Das war OK aber nicht Perfekt. Die letzte Woche 180 Km komplett auf Flops, zwischendurch auch mal eine Etappe Barfuß 😂, damit sich meine Füße Abends auf die Flops freuen können.
Blaßen keine, bis auf 3 Blutblasen unter den Zehenspitzen, da die Schuhe nicht groß genug gekauft worden sind und ich immer vorne gegen gestoßen bin.

2018 für den Portugiesischen Weg da Costa, hatte ich natürlich die Salomon Flops wieder dabei und hab einfach meine Hoka-On Laufschuhe mitgenommen. Die Hoka sind für 2-5 Kilometer laufen alle paar Wochen in Ordnung, dabei werden die Füße ja auch nicht deutlich größer, aber nach Anreise und der ersten Etappe, war klar... Hierfür und die wachsenden Füße sind die zu klein. Also bin ich ab da dann die nächsten 12 Tage bis Santiago wieder nur mit den Flops gelaufen. Weiterhin das Problem mit der Erholung für Abends.
Blaßen keine, bis auf 3 Blutblasen... da reicht bei zu kleinen Schuhen schon die erste Tagesetappe für aus.

2019 hab ich mir dann für den halben Frances (ab Sahagun) einfach meine Hoka in 1,5 Größen größer besorgt und natürlich wieder die Flops dabei gehabt. Naja, was soll ich sagen. Die Kombination war für mich absolut Top. Ich bin auch ab und an mal eine Etappe komplett mit den Flops gegangen, aber nur weil es ein schöner warmer Tag war und ich einfach Lust dazu hatte, also nicht weil die anderen nicht gepasst haben.
Blaßen keine, auch die Zehenspitzen sind Top.

Also Egal für was du dich entscheidest, Platz muss für die größer werdenden Füße ausreichend vorhanden sein, Naja und die Schuhe für Abends können auch so gewählt werden, das die Sohle für den Weg funktioniert. Meine Salomon Flops haben ja schließlich gut 600 Kilometer nur auf dem Camino gemeistert.


Gruß Karsten

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