Kochen in der Herberge

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Bernd
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Kochen in der Herberge

Beitrag von Bernd » 6. Okt 2019, 20:06

Immer wieder lese ich vom Kochen in der Herberge. Wie macht Ihr das sucht ihr euch ein paar leute mit denen ihr gemeinsam etwas Kocht oder kocht dort jeder sein eigenes Süppchen?

Da ich sehr gerne Koche, interessieren mich auch eure Rezepte.
Meine Wandertagebuch: www.berndwandert.de

Pierre1983
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Re: Kochen in der Herberge

Beitrag von Pierre1983 » 6. Okt 2019, 23:11

Ich habe es sehr unterschiedlich erlebt:

1. Ich koche nur für mich.
2. Ich habe schon einige Pilger kennengelernt und wir kochen planmäßig zusammen.
3. Ich koche alleine/wir kochen zusammen (1. oder 2.), aber ich/wir merke/n, dass es zu viel ist und so laden wir spontan andere Pilger ein.
4. Man entschließt sich spontan in der Pilgerherberge zusammen zu kochen, auch wenn man sich vorher noch nie gesehen hat. Das kann vor dem Einkaufen geschehen oder erst, wenn alle schon eingekauft haben und jeder für sich kochen möchte, man dann aber merkt, dass es doch viel schöner ist, wenn man alles zusammenschmeißt und dann gemeinsam kocht.
5. Ich selbst wurde schon gefragt, ob ich Hunger habe, denn es ist noch etwas vom Kochen übrig (ich selbst werde eingeladen).

Ich kenne es so, dass man recht pragmatisch kocht: Reis oder Nudeln als Sättigungsbeilage und dazu z.B. eine Tomatensoße. Fleisch/Fisch gibt es am einfachsten aus der Dose. Dazu evtl. noch einen einfachen Salat (z.B. Tomatensalat). Man muss immer schauen, was es vor Ort an Einkaufsmöglichkeiten gibt. Wichtig ist auch, dass man die Küche vorher kurz inspiziert, um zu überprüfen, ob z.B. Salz, Pfeffer, andere Gewürze und/oder Öl vorhanden sind.

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CyrusField
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Re: Kochen in der Herberge

Beitrag von CyrusField » 7. Okt 2019, 09:59

Hallo Bernd,

so wie Pierre es beschrieben hat, kann ich nur zustimmen.

Rezepte habe ich in dem Sinn auch keins parat. Ich habe - wenn ich selbst gekocht habe bzw. mit anderen gekocht habe immer "frei Schnauze" gehandhabt. Selbst in den kleinsten Läden bekommt man i.d.R. auch Gemüse. Wenn dann Tomaten, Paprika, Zwiebeln und vllt. ein paar Pilze mit ein bisschen Öl ihren Weg in die Herbergsküche gefunden haben, hat man mit Öl, Salz und Pfeffer und Reis oder Nudeln dazu schon ein lecker Abendessen. Vielleicht nicht gerade eine kulinarische Offenbarung, aber die braucht es ja ja eigentlich auch nicht.

Aber es kommt wirklich auf die Küchenausstattung an. Von top-ausgestatteter Großküche bis "es gibt nur einen Eierbecher und eine Gabel" gibt es wohl das komplette Spektrum. Aber auch, wenn es nur eine Mikrowelle gibt, kann man sich ja immer noch ein Bocadillo con jamón y queso warm machen (was allemal besser klingt, als Wurstbrot mit Käse :lol: ). Geht mit chorizo auch außerordentlich gut. Wenn man die am Stück bekommt: ab in die Pfanne und anbraten!

Ganz vorne mit dabei sind auch Käsenudeln (meistens große Sortenvielfalt aufgrund nicht vorhandener Maccaroni, aber das ändert ja nichts am Geschmack). Vorher ein paar Zwiebeln anrösten und mit dazu.

Ansonsten die von Pierre schon genannten Nudeln mit Tomatensoße, Reis mit Tomatensoße oder irgendwas anderes mit Tomatensoße...

Ein Pilgerkochbuch wäre wahrscheinlich ziemlich deckungsgleich mit "Günstige Gerichte unter 5€ für Studenten" oder so ;)


Grüße
Stefan
Harrison Ford hat den verlorenen Schatz gejagt,
Michael Douglas den grünen Diamanten und das Juwel vom Nil,
Wallace und Gromit das Riesenkaninchen.
...und ich jage die gelbe Muschel. :geek:

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Via2010
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Re: Kochen in der Herberge

Beitrag von Via2010 » 7. Okt 2019, 14:57

Hallo,

manche kochen in großer Runde und legen die Kosten dann auf die Teilnehmer des Festmahls um. Diese Sitte habe ich vor allem bei italienischen Mitpilgern kennengelernt.

Für einen Einzelpilger lohnt das Kochen oft nicht. Da gibt es dann eher Baguette mit Käse, Chorizo, Oliven und Tomaten. Oder eine fertige Tortilla in der Mikrowelle gewärmt...

Gut zuzubereiten sind Nudelgerichte in allen Varianten. Tomatenmark oder Sofrito (das ist schon mit Zwiebeln) oder Pistou aus der Dose (so eine Art Ratatouille) ggf. mit Dosenthunfisch (am Besten dann den in Öl nehmen) oder Chorizo verfeinern. Die kann man wunderbar kross ausbraten, das ersetzt locker Speckwürfel. Gerne auch mal eine Sahnesoße mit Erbsen, Pilzen, Spargel o. ä.

Da die Küchenausstattung in den Herbergen sehr unterschiedlich ist, inspiziere ich immer erst die Küche, bevor ich einkaufen gehe. Wenn es vor Ort keine Einkaufsmöglichkeit gibt und ich die Sachen bereits über einige km mitschleppen muss, gehe ich auf Nummer sicher und plane nur mit belegten Broten (und ggf. einer Tütensuppe, denn die wiegt nicht die Welt).

BC
Alexandra

moviable
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Re: Kochen in der Herberge

Beitrag von moviable » 12. Okt 2019, 23:45

Der Standard, der auch mit dem Winzigsten Lädchen geht ist Nudeln mit Tomatenthunfischsauce. Die größte Schwierigkeit ist meist die nicht vorhandene Ausrüstung der Küchen mit (Koch-)Geschirr und Besteck. Ich pilgere daher nicht ohne meine Klickbox, ein Minitaschenmesser, Spork, Oliven-Öl, Gewürzsalz. Alles Handgepäcktauglich.

Irgendwann kann man Brot nicht mehr sehen. Couscous ist ein gutes und leichtes Basic. Ein Wasserkocher reicht dann für eine warme Mahlzeit, ergänzt durch frisches Gemüse. Ich koche dann auch gleich für den nächsten Tag mit, Klickbox sei dank, dass nix durch den Rucksack kleckert. Ich weigere mich, auf Darmkiller wie Tütensuppen oder Chinanudeln umzusteigen. Mein Körper tut so viel, da hat er auch unterwegs anständiges Essen verdient.

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