Via Lemovicensis

Pilgerwege in Frankreich
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Caminista
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Caminista »

Landschaftlich ist die Südstrecke sicher schöner. Auf der Nordstrecke läufst Du viel durch Agrarsteppe. Andererseits sind Bourges und für mich auch La Charité-sur-Loire besondere Highlights, die die Südvariante nicht zu bieten hat. Die Wahl ist also quasi zwischen Landschaft und Kultur.
Gitte
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Gitte »

MaxB hat geschrieben: ↑28. Sep 2026, 09:55 Gleich zu Beginn gibt es zwei Varianten (Nord über Bourges / Süd über Nevers). Kenne die Region bisher gar nicht und bin noch unentschlossen, welche Variante ich nehmen werde.

Wer ist hier schon gepilgert und kann Erfahrungen / Hinweise / Entscheidungskriterien / sonstigen Senf dazugeben?
Hallo,

ich war dort dieses Jahr ab Ende Mai unterwegs und habe mich für die kürzere Süd-Variante entschieden, also über Nevers. Ich nehme nicht gerne Umwege und das spart mindestens einen Tag. Daher hatte ich keine Qual der Wahl.
Mit der Entscheidung und mit allem, was mir begegnete, war ich dann auch bestens zufrieden.

Außer: Leider war es schon sehr heiß... Die frisch ausgetriebenen Blätter der Laubbäume fielen vertrocknet schon wieder herab.
Typisch für die wunderschöne Landschaft des Berry waren dieses Jahr abgestorbene alte Eichen und Linden, die in diesem Frühling erstmalig nicht wiedergekommen sind.
Anders dann das Grün im weiteren Verlauf im Limousin mit den dort vorherrschenden Maronen, die noch in schöner Blüte standen.

Außer dem MiamMiamDodo (was braucht man mehr?) hatte ich auch das OutdoorHandbuch des Conrad Stein Verlags (4. überarbeitete Auflage von 2019). Darin ist die Nord-Variante über Bourges gar kein Thema.

Aber die meisten der ganz ganz wenigen Pilger, die ich in Vezelay sah, gingen tatsächlich über Bourges.
Und auch die ganz ganz wenigen Pilger, die ich viel später traf, hatten ebenfalls die Route über Bourges genommen.
Das waren übrigens ausnahmslos Franzosen.

Ich selbst hatte auf der Süd-Variante über Nevers mehrmals Unterkünfte bei Niederländern, die berichteten, dass seltener Franzosen bei ihnen übernachten würden, vielmehr Deutsche und Niederländer. Das deckte sich mit meinem persönlichen Eindruck.

Gitte
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Simsim
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Simsim »

Ich bin den Weg schon öfter gegangen, gerade wieder letzten Herbst. Immer über Nevers, immer mit Zelt. Das Zelt ist aber nicht notwendig, es gibt genügend Unterkünfte. Ich mach es so, weil es mir aus vielen Gründen lieber ist.
Was der Weg über Bourges zu bieten hat wurde schon genannt. Dazu kommt noch, dass es viele Donativo Unterkünfte bei Privatleuten gibt. Auch sehr schön.
Landschaftlich ist der Weg über Nevers ruhig, schön und unspektakulär. Keine größeren Höhenunterschiede, sehr viel Asphaltlaufen auf kleinen Sträßchen ohne Verkehr. Auf beiden Varianten und auch danach.
Gitte
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Gitte »

MaxB hat geschrieben: ↑28. Sep 2026, 09:55 Bin dieses Jahr von Toul bis Vézelay und habe 3 x im Zelt übernachtet. Ab Vézelay ist die Übernachtungssituation vielleicht etwas besser?
Ja, definitiv!
Zur Situation mit Zelt kann ich nichts sagen, aber es gibt einige wirklich nette Herbergen.
Allerdings regelmäßig auch "Camping municipal".

Hier meine Übernachtungen auf der Süd-Route über Nevers:

1. Etappe 24,6 km
Vézelay bis Anthien:
Gîte pèlerin Le Chemin / Bett + Halbpension "Donativo"
traumhafter Ort mit großem Anwesen und bezaubernden neuen Gastgebern Yvonne und Rene, die die Traditions-Herberge vor 1 Jahr von
Huberta und Arno übernommen haben.
40,00 Euro wären (lediglich) kostendeckend. Man gibt nach dem Frühstück seine Gabe in eine Box.

2. Etappe 28,8 km
Anthien bis St. Révériens
Refuge pèlerin municipal / Bett 15,00 Euro
gemütliche Herberge in der alten Poststelle mit Garten und Mini-Laden, die Verantwortliche kommt zum Kassieren,
alles sehr nett

3. Etappe 16,5 km
St. Révériens bis Le Breuil/kurz vor Prémery
Acceuil pèlerin Le Coeur du chemin / Bett + Halbpension "Donativo"
Wunderschönes Anwesen in herrlicher Lage und sehr gutes Essen von Rudolph, auch hier:
40,00 Euro wären (lediglich) kostendeckend. Man gibt nach dem Frühstück seine Gabe in eine Box.

4. Etappe 35,2 km
Le Breuil/kurz vor Prémery bis Nevers
Coeur de Loire / Studio 49,00 Euro
ruhige und schöne Lage in der Altstadt, gemütlich und erholsam

5. Etappe 32,9 km
Nevers bis Sancoins
Chambre agréable au fond du jardin / Zimmer + Frühstück 55,00 Euro
mit Garten, bei der liebenswürdigen Francoise, sehr gastfreundlich

6. Etappe 28,8 km von Sancoins bis Charenton-du-Cher
La Haute Trémière / Suite + Frühstück 63,00 Euro
Luxus-Unterkunft, traumhaft schön + ruhig bei Jean Claude

7. Etappe 17,4 km von Charenton-du-Cher bis Bouzais
Refuge pèlerin APSJVV / Bett + Halbpension "Donativo"
winzige, gemütliche Herberge, Betreuung von freiwilligen Hospitaleros,
befremdlich, dass die Donativo-Gabe direkt und sofort beim Einchecken dem Hospitalero gegeben werde musste

8. Etappe 25,0 km von Bouzais bis Les Archers
La Roulotte des Archers / Roulotte + Frühstück 30,00 Euro
Ein Traum!!! Bei Jack und Eliane

9. Etappe 28,7 km von Les Archers bis La Châtre
Refuge pèlerin Presbytère / Bett "Donativo"
Tolle Herberge, netter Empfang im Büro direkt darunter
Donativo hieß hier mindestens 12,00 Euro

10. Etappe 26,2 km von La Châtre bis Cluis
Refuge pèlerin / Bett "Donativo"
ganz urige kleine Herberge neben der Kirche
Donativo in einen Briefumschlag geben und öffentlich liegenlassen (sehr vertrauensvoll)

Danach (in Gargilesse) kommen die beiden Wegvarianten wieder zusammen.
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Simsim
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Simsim »

Dass 40 Euro für Halbpension lediglich kostendeckend sind, ist Unsinn. Dann würden ja private Herbergen, die Halbpension anbieten, und das immer zwischen 35 und 45 Euro, lediglich kostendeckend arbeiten.
Allerdings ist der Weg so wenig frequentiert, dass natürlich kaum was hängenbleibt, wenn man mit so wenig Pilgern einen Gewinn erzielen will. Aber dann müsste Halbpesion ein Vielfaches kosten.

Donativo sollte wirklich frei sein, ansonsten wäre es besser, wenn all diese Herbergen, die versteckt dann doch einen Tarif fordern, dies offen und legal tun würden. Ansonsten nutzen Sie die rechtlichen Vorteile, machen aber hintenrum etwas anderes als Sie vorgeben.
Bei Arno und Huberta wurde massiv Druck zum Zahlen gemacht, über ein zu lesendes Papier an jedem Bett....ich fand das nicht gut.
Der Verein, der Bouzais und andere Herbergen betreibt, gerät oft in die Kritik wegen der teils aggressiven Art, schon beim Einchecken die "Spende" zu verlangen, deren Höhe dann sogar mit dem Namen eingetragen wird. Auch ansonsten gab es immer wieder Unmut von Pilgern über manch pilgerunfreundliches Verhalten (z.b. das Verweigern der Dusche eines draußen zeltenden Pilgers, der eine Spende gegeben hatte. "Hygienvorschriften" war das Argument...sowas.... ) Aber trotz alledem ist es gut, dass diese Herbergen existieren und dass jedes Jahr genügend Hospitaleros dort ehrenamtlich für uns arbeiten! Das möchte ich doch dazusagen, sonst könnte das von mir falsch rüber kommen.
Gitte
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Gitte »

Simsim hat geschrieben: ↑29. Sep 2026, 13:28Donativo sollte wirklich frei sein, ansonsten wäre es besser, wenn all diese Herbergen, die versteckt dann doch einen Tarif fordern, dies offen und legal tun würden.
Genau! Und auch sonst unterschreibe ich, was du sagst.

In der Herberge von Huberta und Arno, jetzt Yvonne und Rene, also "Gite pélerin Le chemin" gibt es zwar kein Papier mehr an jedem Bett, aber die schriftliche Information, dass 40,00 Euro kostendeckend wären. Gleiche Information auch im "Le Coeur du chemin".
Simsim hat geschrieben: ↑29. Sep 2026, 13:28 Der Verein, der Bouzais und andere Herbergen betreibt, gerät oft in die Kritik wegen der teils aggressiven Art, schon beim Einchecken die "Spende" zu verlangen, deren Höhe dann sogar mit dem Namen eingetragen wird.
Ja, ganz genau so war es, und ich finde es vollkommen daneben, Menschen, die nicht viel oder gar nicht geben können, in solch eine Situation zu bringen. Das hat mich tatsächlich länger geärgert.
Gitte
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Gitte »

Genau genommen lief es in Bouzais so:
Es wurde einem zur Registrierung die Liste gereicht, in die man seine Personalien schrieb.
Währenddessen konnte man natürlich auch die Personalien der anderen lesen und wie viele Euro sie gegeben haben.
Dann wurde die Liste weggelegt und man sollte nun seine Euros abgeben. Der Betrag, also die Zahl, wurde aber nicht vor meinen Augen in die Liste eingetragen. Auf meine Nachfrage und dem Bekunden meiner Unzufriedenheit erhielt ich die Antwort, der Chef wolle es so.
Gitte
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Gitte »

PS ;)
So weit ich die Registrierungsliste einsehen konnte, hatte niemand unter 40 Euro gegeben
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Simsim
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Simsim »

Der Verein "Amis et pèlerins de Saint-Jacques de la voie de Vézelay" ist aus meiner Sicht leider mitverantwortlich für die Tatsache, dass dieser Weg in der Auslastung nicht zunimmt.
In allen fünf Herbergen des Vereins gibt es immer wieder viel Kritik und so mancher altgedienter Hospitalero ist ausgestiegen.
Die Verantwortlichen sind leider nicht offen für Kritik.
Der Weg ist streckenweise lausig markiert, wirklich sehr lausig und teils irreführend. Stempel werden aus den Kirchen entfernt, weil der Verein meint, dass ein Pilger nicht selbst seine Credential stempeln darf....u.s.w.
In Vezelay gibt es ein Pilgerbüro von diesem Verein. Da geh ich oft hin und erkläre freundlich, was ich so wahrnehme am Weg und in den Herbergen....auch teile ich mit, was andere Pilger berichten. Leider begegnet mir da immer wieder eine derartige Verschlossenheit....na gut....dann eben nicht. Manche von denen sind selbst noch nie gepilgert.

Als Hospitalero hat man übrigens schon einige Freiheit und kann es anders machen als vorgegeben. Ich kenne einen davon recht gut, der mir immer wieder sagt, dass er nicht alles akzeptiert und z.b. die Spenden absolut anonym lässt.

Vom "Cœur du chemin" kann ich berichten, dass ich dort gezeltet habe, ich war die einzige Pilgerin und wurde komplett eingeladen, ohne danach gefragt zu haben. Ich wollte nur einen Zeltplatz und meine Wasserflaschen auffüllen. Ich wurde mit Nachdruck zum absolut königlichen Abendessen, Dusche und Frühstück eingeladen!! Das war der Hammer! Der Besitzer und die Hospitaleros waren sowas von lieb zu mir!
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Gitte »

Simsim hat geschrieben: ↑29. Sep 2026, 16:09 Vom "Cœur du chemin" kann ich berichten, dass ich dort gezeltet habe, ich war die einzige Pilgerin und wurde komplett eingeladen, ohne danach gefragt zu haben. Ich wollte nur einen Zeltplatz und meine Wasserflaschen auffüllen. Ich wurde mit Nachdruck zum absolut königlichen Abendessen, Dusche und Frühstück eingeladen!! Das war der Hammer! Der Besitzer und die Hospitaleros waren sowas von lieb zu mir!
Ja, sehr einladend und gastfreundlich. Ich war ebenfalls die einzige an dem Tag und halte die deklarierten 40,00 Euro zur Kostendeckung nicht für hoch gegriffen. Hier gibt man sehr gerne mehr, wenn möglich, damit so ein schöner Ort erhalten werden kann.
Auch das Essen war ausgesprochen gut.
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Simsim
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Simsim »

Der Besitzer, ein Holländer, betreibt die Herberge sozusagen als Hobby und Passion und hat eine sehr einträgliche Firma in den Niederlanden, wie er mir erzählte. Er sagte, dass er zum Glück nicht auf die Einnahmen durch die Pilger angewiesen sei. Warum er trotzdem das mit den 40 Euro anzeigt, ist mir etwas schleierhaft...Ich hab es nicht gesehen, weil ich außer zum Duschen gar nicht im Haus war. In welcher Weise wird das denn dort erwartet? Steht es irgendwo geschrieben?

Sorry wenn wir vielleicht langsam den Faden hier zusehr vom Thema wegführen...?
Gitte
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Gitte »

Simsim hat geschrieben: ↑29. Sep 2026, 18:16 In welcher Weise wird das denn dort erwartet? Steht es irgendwo geschrieben?
Wenn ich so geklungen habe, als würde Rudolf 40 Euro erwarten, tut es mir leid.
Ich denke nicht, dass es die Erwartung ist. Nicht in dem Sinne, dass es verlangt wird.
Es ist eine Information, dass 40 Euro die Kosten decken würden. Ich finde das in Ordnung und zur Orientierung auch tatsächlich hilfreich.
So kommt es nicht so leicht dazu, dass jemand, der so viel bezahlen kann und auch mehr, nicht einfach 15 Euro gibt (oder womöglich gar nichts) und denkt, das passt schon, weil es ja Donativo ist. Aus Geiz sozusagen.


Wo steht es geschrieben? - Auf einem laminierten Info-Blatt an der Donativo-Box in der Küche.
Ich hab tatsächlich ein Foto davon, sodass ich den Text mitteilen kann.
Es ist genauso wie in der Gite Le Chemin.
Beide Herbergen teilen das auch auf ihrer Homepage mit.

Der Text an der Donativo-Box ist im Original auf Englisch. Hier übersetzt:


"Wir hoffen, Sie haben Ihren Aufenthalt genossen und fühlen sich erholt und inspiriert, Ihre persönliche Pilgerreise fortzusetzen. Wenn Sie der Meinung sind, dass wir uns verbessern können, lassen Sie es uns bitte wissen. Und wenn Ihnen Ihr Aufenthalt gefallen hat, teilen Sie dies bitte anderen mit, indem Sie eine Bewertung auf Google Maps hinterlassen.

Es ist uns eine Freude, Sie in unserem Haus willkommen zu heißen. Wir tun dies auf Donativo-Basis, was bedeutet, dass Sie entsprechend Ihren finanziellen Möglichkeiten zum Betrieb und zur Instandhaltung des Donativo beitragen. Als Richtwert geben wir an, dass uns der Betrieb des Donativo etwa 40 Euro pro Person und Nacht kostet. Wenn Sie weniger spenden, werden Sie von anderen Pilgern unterstützt. Wenn Sie mehr spenden, helfen Sie uns, die Arbeit als Donativo zu verbessern und fortzusetzen. Wenn Sie kein Bargeld dabei haben, lassen Sie es uns bitte wissen, und wir werden nach einer alternativen Möglichkeit suchen, sich zu beteiligen.

Wir möchten Ihnen für Ihre Spende danken. Möge der heilige Jakob Sie auf Ihren Reisen beschützen. Bon Chemin"
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Simsim
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Simsim »

Na gut... so nett sie dort auch sind, ich halte von dieser Art schlichtweg gar nichts. Sie sollten die 40 Euro als Tarif erheben und jederzeit für Leute mit wenig Geld eine Ausnahme machen.
Aber ein fester Tarif bedeutet dass sie als Herberge einen andern steuerlichen und juristischen Status haben und andere Normen erfüllen müssen.
Deswegen sollte eine Spendenherberge auch wirklich eine solche sein.
Und die gibt es und sie funktionieren. Oft sogar sehr gut. Je mehr echtes Vertrauen, desto besser. Das großartigste mir bekannte Beispiel an der Via Podiensis ist la Cassagnole, kurz hinter Figeac....
An der Via Lemovicensis gibt es auch eine Reihe echter Spendenherbergen, die keine finanziellen Probleme haben, jedenfalls so weit ich weiß.
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MaxB
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von MaxB »

Vielen Dank für Eure Hinweise, besonders Dir, Gitte, für die ausführliche Beschreibung Deiner Stecke, der Entfernungen und der Unterkünfte! Ich habe mir Eure Beiträge ausgedruckt und werde die in Ruhe durchgehen und mit der Landkarte und dem miam miam dodo abgleichen. Gegen Asphalt habe ich nichts, Vielen Dank!

Auf die Donativo-Diskussion gehe ich jetzt nicht ein, aber durchschnittlich 40,- € für eine Übernachtung ist mir zu viel. (Zelt + Schlafsack + Isomatte = 3 kg mehr bei mir). Das kann man machen, wenn’s mal wieder Zeit für eine Dusche und ein sauberes Handtuch wird… Manchmal muß man eben nehmen, was es gibt.

Der Pilgerführer für die Strecke Trier – Vézelay vom C.-Stein-Verlag ist von 2021. Ich hatte ihn dabei und war sehr dankbar, einige Unterkünfte sind nicht mehr aktuell. Mit den gîtes communales und den kirchlichen Unterkünften habe ich von Metz bis Vézelay sehr gute Erfahrungen gemacht, günstig und sauber (jedenfalls die kommunalen) und immer mit ganz viel Vertrauensvorschuß! Das fand ich am beeindruckendsten – nur Credencial vorlegen, kein Ausweis, keine Kaution für den Schlüssel oder so was, am nächsten Tag den Schlüssel in den Briefkasten werfen.

Die Wege waren häufig gut markiert (mit Ausnahmen), im Wald waren die Markierungen dann etwas zu sparsam, die Wege teilweise überwachsen oder unklar, dicke Steine, umgefallene Bäume, über Wiesen (soll das ein Trampelpfad sein und wenn ja, ist es der Camino?), habe mich teilweise verlaufen. In der ersten Woche habe ich keinen einzigen anderen Pilger, Spaziergänger oder Wanderer auf den markierten Wegen getroffen. Keinen. Und keine einzige Bank zum Ausruhen. Dafür schönes Wetter, mindestens 35 – 40 Grad… und Wasser gab’s auf den Friedhöfen. War ein Abenteuer. Hatte Pilgerführer, Wanderkarte (1:100.000 von der IGN) und mapy.cz als App installiert. Habe alles gebraucht. Spanien ist dagegen Wohlfühlurlaub pur.

Die Deutschen gehen anscheinend alle über Auxerre, die Niederländer von Chablis aus direkt nach Süden.

So, jetzt habe ich mich verplaudert. Also, Danke für die Infos! Weitere Infos werden auf jeden Fall gelesen!

(Falls jemand mal Infos über die Strecke Metz – Toul – Joinville – Colombey-les-Deux-Églises – Essoyes – Les Riceys – Tonnerre – Chablis – Auxerre – Vézelay brauchen sollte, gerne melden. Die Erinnerung ist noch frisch.)
C. Portugués 2022, C. Inglés 2024 & 2025.
Seit 2023 etappenweise Worms - Saint Avold - Metz - Toul - Auxerre - Vézelay (2026). (Fortsetzung geplant.)
Gitte
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Re: Via Lemovicensis

Beitrag von Gitte »

Hallo Max,
interessant, von deinen Erfahrungen zwischen Trier und Vezelay zu lesen: Die überwachsenen Wege, das Verlaufen im Gestrüpp und Alleinsein auf weiter Flur ... Aber schön war's trotzdem, ne? :D
Letztes Jahr bin ich diesen Abschnitt gegangen und kann deine Schilderung gut nachvollziehen.
Ab Vezelay ist der Weg definitiv besser begehbar.
MaxB hat geschrieben: ↑30. Sep 2026, 10:45 durchschnittlich 40,- € für eine Übernachtung ist mir zu viel.
In den oben erwähnten Herbergen, in denen dieser Betrag genannt wird, kannst du auch weniger geben. So ist es ja gedacht und beschrieben und läuft dort auch wirklich diskret und anonym.
Also die Finanzen müssen kein Grund sein, einen Bogen um diese beiden wunderschönen Herbergen zu machen.
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