Via Podiensis Figeac-Moissac

Pilgerwege in Frankreich
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Moselcamino
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Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Moselcamino » 5. Feb 2020, 23:14

Hallo allerseits!

Wir möchten an Ostern unsere nächste Etappe auf der Via Podiensis angehen.
Ich überlege in folgenden Orten zu übernachten:
Figeac, Carjac, Varaire, Cahors, Lascabanes, Lauzerte, Moissac.

Kann jemand Gîtes empfehlen? Gerne auch Gîtes Communals, wenn sie gut sind.

Was sollten wir auf diesen Etappen auf keinen Fall verpassen?

Kann mir jemand genauere Auskunft über die Beschaffenheit der Wege auf dieser Strecke geben?
Sind das Waldwege, Feldwege, befestigt, unbefestigt, steinig mit Geröll oder eher glatt?
Ich frage, weil meine Tochter teilweise ihr Kinderfahrrad benutzen möchte.

Viele Grüße
Anne
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Camineiro
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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Camineiro » 6. Feb 2020, 01:12

Moselcamino hat geschrieben:
5. Feb 2020, 23:14
Hallo allerseits!

Wir möchten an Ostern unsere nächste Etappe auf der Via Podiensis angehen.
Ich überlege in folgenden Orten zu übernachten:
Figeac, Carjac, Varaire, Cahors, Lascabanes, Lauzerte, Moissac.

Kann jemand Gîtes empfehlen? Gerne auch Gîtes Communals, wenn sie gut sind.

Was sollten wir auf diesen Etappen auf keinen Fall verpassen?

Kann mir jemand genauere Auskunft über die Beschaffenheit der Wege auf dieser Strecke geben?
Sind das Waldwege, Feldwege, befestigt, unbefestigt, steinig mit Geröll oder eher glatt?
Ich frage, weil meine Tochter teilweise ihr Kinderfahrrad benutzen möchte.

Viele Grüße
Anne


Hallo Anne,

wenn sich die Wegbeschaffenheit seit März 2014 nicht grundlegend geändert hat, findest Du alles was Du aufgezählt hast so auf diesem Streckenabschnitt vor.

Bisweilen geht es munter bergauf und bergab.

Bonne route
Uwe
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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Moselcamino » 6. Feb 2020, 07:24

Hi Uwe,

Danke für Deine Antwort!
Kannst Du Dich erinnern auf welchen Streckenabschnitten/Etappen Geröll war?

Deine Bemerkung zum bergauf/bergab wundert mich.
Im Verhältnis zu dem was wir bisher ab Le Puy gelaufen sind sieht das Höhenprofil eher flach aus.
Das muss ich mir dann nochmal genauer angucken.

Viele Grüße
Anne
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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von beliperegrina » 6. Feb 2020, 11:22

Hallo Anne,

ich war 2017/2018 auf der Via Podiensis unterwegs. Hier einige Kommentare:
Figeac: Ich war in der Gîte Chemin des Anges. Der Herbergsvater schien zunächst etwas knurrig, war aber ganz in Ordnung. Gute Zimmer, "normales" französisches Frühstück, leider keine besondere Pilgeratmosphäre. Wir konnten unser Gepäck am nächsten Tag dort noch deponieren. In Figeac ist das Museum von Champollion, der die Hieroglyphen entziffert hat.
Cajarc: gîte communal: eher bescheidene Sanitäranlagen, ansonsten insgesamt ok. Direkt neben dem Touristenbüro.
Cahors: ich war dort in der Jugendherberge, die direkt neben dem Pont de Valentré liegt. Neues Haus erst 2016 oder 2017 eröffnet, schmucklose aber saubere, funktionale 2-Bett-Zimmer mit Bad, Kochmöglichkeit, schöne Dachterrasse, freundliches Personal. Rabatt für Pilger. Die JH liegt nicht weit vom Bahnhof. Nach dem Aufstieg am nächsten Tag (steil!) empfehle ich unbedingt den kleinen Abstecher zum Aussichtspunk über die Stadt im Bogen des Flusses.
Lascabanes: Gîte d'étape Le Bouy: liegt etwas vor dem Ortskern, großer Garten, etwas enge Zimmer, aber gutes Abendessen.
Lauzerte: Gîte communal: seeehr nette Hospitalera, die schnell die gesamte Pilgerrunde beim Vornamen nennen konnte, große helle Zimmer, gutes Abendessen, gutes Frühstück, sehr zu empfehlen.
Moissac: gîte ancien Carmel: in einem alten Kloster, ordentliches Abendessen mit gemeinsamem Singen des "Ultreia", schöner ehemaliger Kreuzgang. Liegt etwas oberhalb der Kathedrale und unterhalb der Marienstatue, von der aus man einen tollen Blick auf die Stadt hat.

Was den Weg betrifft, erinnere ich mich, dass die Strecke deutlich flacher und landschaftlich weniger spektakulär ist als der erste Teil der Via P. Ob die Wege tauglich für ein Kinderfahrrad sind, mag ich nicht entscheiden; ich gehe lieber zu Fuß und bin meistens froh darüber, kein Fahrrad schieben zu müssen.

Euch einen guten Weg und herzliche Grüße
Beliperegrina

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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Camineiro » 6. Feb 2020, 12:26

Moselcamino hat geschrieben:
6. Feb 2020, 07:24
Hi Uwe,

Danke für Deine Antwort!
Kannst Du Dich erinnern auf welchen Streckenabschnitten/Etappen Geröll war?

Deine Bemerkung zum bergauf/bergab wundert mich.
Im Verhältnis zu dem was wir bisher ab Le Puy gelaufen sind sieht das Höhenprofil eher flach aus.
Das muss ich mir dann nochmal genauer angucken.

Viele Grüße
Anne


Hallo Anne,

berg-(auf/ab) ist vielleicht der falsche Ausdruck.
Hügelig trifft es besser. Es sind immer wieder kleine Steigungen und Abstiege.
Bspw direkt hinter Brücke in Cahors geht es kurz einen steilen Pfad hinauf.
Da wäre mir das Fahrrad eine unnötige Last.

Aus Figeac heraus steigt der Weg an.

Oder vor Lauzerté: man kommt aus einem Waldstück einen Hügel herunter und in Lauzerté muss man wieder hoch (der Ort liegt auf einer Anhöhe).

Das ist als Fußgänger alles kein Problem. Aber mit Fahrrad ... ? Wo man ggf. länger schieben muss? 🤷🏻‍♂️
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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Moselcamino » 6. Feb 2020, 13:06

beliperegrina hat geschrieben:
6. Feb 2020, 11:22
Hallo Anne,

ich war 2017/2018 auf der Via Podiensis unterwegs. Hier einige Kommentare:
Figeac: Ich war in der Gîte Chemin des Anges. Der Herbergsvater schien zunächst etwas knurrig, war aber ganz in Ordnung. Gute Zimmer, "normales" französisches Frühstück, leider keine besondere Pilgeratmosphäre. Wir konnten unser Gepäck am nächsten Tag dort noch deponieren. In Figeac ist das Museum von Champollion, der die Hieroglyphen entziffert hat.
Cajarc: gîte communal: eher bescheidene Sanitäranlagen, ansonsten insgesamt ok. Direkt neben dem Touristenbüro.
Cahors: ich war dort in der Jugendherberge, die direkt neben dem Pont de Valentré liegt. Neues Haus erst 2016 oder 2017 eröffnet, schmucklose aber saubere, funktionale 2-Bett-Zimmer mit Bad, Kochmöglichkeit, schöne Dachterrasse, freundliches Personal. Rabatt für Pilger. Die JH liegt nicht weit vom Bahnhof. Nach dem Aufstieg am nächsten Tag (steil!) empfehle ich unbedingt den kleinen Abstecher zum Aussichtspunk über die Stadt im Bogen des Flusses.
Lascabanes: Gîte d'étape Le Bouy: liegt etwas vor dem Ortskern, großer Garten, etwas enge Zimmer, aber gutes Abendessen.
Lauzerte: Gîte communal: seeehr nette Hospitalera, die schnell die gesamte Pilgerrunde beim Vornamen nennen konnte, große helle Zimmer, gutes Abendessen, gutes Frühstück, sehr zu empfehlen.
Moissac: gîte ancien Carmel: in einem alten Kloster, ordentliches Abendessen mit gemeinsamem Singen des "Ultreia", schöner ehemaliger Kreuzgang. Liegt etwas oberhalb der Kathedrale und unterhalb der Marienstatue, von der aus man einen tollen Blick auf die Stadt hat.

Was den Weg betrifft, erinnere ich mich, dass die Strecke deutlich flacher und landschaftlich weniger spektakulär ist als der erste Teil der Via P. Ob die Wege tauglich für ein Kinderfahrrad sind, mag ich nicht entscheiden; ich gehe lieber zu Fuß und bin meistens froh darüber, kein Fahrrad schieben zu müssen.

Euch einen guten Weg und herzliche Grüße
Beliperegrina
Tolle Tipps, Danke! Die arbeite ich am WE mal ab.

Das Kinderfahrrad soll nur zur Abwechslung dienen. Es wird nicht geschoben, sondern auf dem Wagen gefahren, wenn meine Tochter keine Lust hat.
Falls eine ganze Etappe schwierig wäre, würde ich es an dem Tag eventuell mit dem Gepäcktransport schicken. Daher meine Frage. Wenn ich beispielsweise an den Abstieg nach Conques denke, da hätte ich es nicht dabei haben wollen.
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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Moselcamino » 6. Feb 2020, 13:11

[/quote]



Hallo Anne,

berg-(auf/ab) ist vielleicht der falsche Ausdruck.
Hügelig trifft es besser. Es sind immer wieder kleine Steigungen und Abstiege.
Bspw direkt hinter Brücke in Cahors geht es kurz einen steilen Pfad hinauf.
Da wäre mir das Fahrrad eine unnötige Last.

Aus Figeac heraus steigt der Weg an.

Oder vor Lauzerté: man kommt aus einem Waldstück einen Hügel herunter und in Lauzerté muss man wieder hoch (der Ort liegt auf einer Anhöhe).

Das ist als Fußgänger alles kein Problem. Aber mit Fahrrad ... ? Wo man ggf. länger schieben muss? 🤷🏻‍♂️
[/quote]

Danke, genau solche Hinweise suche ich, damit ich mir die Streckenabschnitte genauer angucken kann.
Manchmal finde ich so Alternativen.

Das Fahrrad wird nicht geschoben, sondern gefahren. Wir haben zwei Wagen dabei.
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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Camineiro » 6. Feb 2020, 14:37

Kennst Du den Planificador von Godesalco?
Da kann man sich einzelne Abschnitte der Via Podiensis heraussuchen und Etappenlängen planen und detaillierte Höhenprofile darstellen.

Den Startort (Figeac) links markieren und den Zielort (Moissac) rechts ( bzw. jede Tagesetappe entsprechend).

Ich fand das damals sehr hilfreich.

In den üblichen Pilgerführern sind Höhenprofile häufig glattgezogen.
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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Pooh_der_baer » 8. Feb 2020, 14:07

Hallo,

ich habe mal meinen alten Rother hervorgekramt.
Beim Durchlesen der Wegstrecke bin ich der Meinung, dass die Strecke auf dem GR65 auch für Erwachsene mit dem Fahrrad sehr schwierig ist.
Ggf. müßte mal ein Fahrradführer für die Strecke gesucht werden. In Nl gab es so etwas vor Jahren.
Wer sich nicht erinnert, den bestraft die Zukunft.

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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Moselcamino » 8. Feb 2020, 22:04

Pooh_der_baer hat geschrieben:
8. Feb 2020, 14:07
Hallo,

ich habe mal meinen alten Rother hervorgekramt.
Beim Durchlesen der Wegstrecke bin ich der Meinung, dass die Strecke auf dem GR65 auch für Erwachsene mit dem Fahrrad sehr schwierig ist.
Ggf. müßte mal ein Fahrradführer für die Strecke gesucht werden. In Nl gab es so etwas vor Jahren.
Danke für Deine Antwort!
Ein Radführer bringt uns leider nix. Die Strecken sind zu weit für Fußgänger.

Vielleicht nochmal zum Hintergrund: Wir pilgern zu Fuß und schieben zwei Wagen (Thule CX1), weil wir mit 2 Kindern unterwegs sind. Meine Vierjährige ist eigentlich zu alt den ganzen Tag im Wagen zu sitzen, geht aber auch noch keine 30km zu Fuß. Und wenn sie zu Fuß geht, bleib sie bei jedem 2. Stein und jedem 3. Grashalm stehen. Und wenn sie ein Pferd sieht, biegt sie ab, weil sie es unbedingt in ihre Zirkusshow einplanen muss...

Sie möchte (da wo es geht) ein bisschen Radfahren zwischendurch. Ich versuche rauszufinden wo das möglich ist. Im Burgund wäre das zum Beispiel supergut gegangen und im extremen Teil des Zentralmassivs überhaupt nicht.
Überall sonst war es irgendwas dazwischen.

Wenn sie das Rad nicht benutzt, lege ich es auf den Wagen.
Der Wagen schiebt sich wie nix, und das Rad wiegt nur 5kg.

Wir sind sehr erfahrene Pilger, die alle Wetterverhältnisse schon hatten, Top ausgerüstet sind und fließend Französisch sprechen. Rother, Outdoor & Miam Miam Dodo haben wir immer im Gepäck (wobei ich jedes Mal überlege letzteren daheim zu lassen). Über einen Esel habe ich schon nachgedacht und mich dagegen entschieden. Ach ja, beim Jugendamt sind wir auch schon bekannt;-)

Spass beiseite:
Im alten Forum hatte mir mal jemand namens ‘Sancho’ (oder so) sehr gut Auskunft geben können für einen Streckenabschnitt im Nordburgund (hinter Langres).
Auf sowas hatte ich gehofft.

Leider gibt es das alte Forum nicht mehr, und ich weiß auch nicht, ob der Herr den GR65 genommen hat.

Wir haben noch ein paar Wochen Zeit, vielleicht kommen nich ein paar Tipps . Ich recherchiere selbst auch noch weiter.

Die Unterkunftsbeschreibungen weiter oben waren sehr schon mal sehr hilfreich!

Viele Grüße
Anne
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Camineiro
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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Camineiro » 8. Feb 2020, 23:00

Moselcamino hat geschrieben:
8. Feb 2020, 22:04

Im alten Forum hatte mir mal jemand namens ‘Sancho’ (oder so) sehr gut Auskunft geben können für einen Streckenabschnitt im Nordburgund (hinter Langres).
Auf sowas hatte ich gehofft.

Leider gibt es das alte Forum nicht mehr, und ich weiß auch nicht, ob der Herr den GR65 genommen hat.
Frag‘ ihn doch einfach ... 😉

SanchoPansa
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Wanderoma
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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Wanderoma » 9. Feb 2020, 23:37

Hi, Moselcamino, also, wenn es in die Bourgogne gehen soll:
der Weg zwischen Langres und Chagny ist mit Wagen und Kinderrad gut zu machen. Es geht durch Wald und Flur, in der Cote d’Or über Asphalt. Wenn man Glück hat, trifft man einen Schwarzen Moderkäfer, Dunklen Raubkäfer oder eine Gottesanbeterin. Teilweise kommt man sogar an Spielplätzen vorbei (manchmal mit Toilette). Ab Chagny würde ich bis Cluny auf die Voie verte ausweichen, spätestens ab St-Martin-sous-Montaignu. Die Strecke des Jakobsweges über die Hügel kann ich nicht empfehlen, da kommt man schon zu Fuß kaum durch: zugewucherte Grünwege vor allem nach St-Gengoux-le-National. Südlich von Cluny wird der Jakobsweg über Altstraßen geführt, die mehr Ähnlichkeit mit wilden Bachbetten haben.
LG
Wanderoma

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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von eifelduc » 28. Feb 2020, 18:06

Hallo Anne,

ich war in 2018/2019 auf dem GR65 zwischen Le Puy / Figeac / Cahors / Moissac / SJPdP unterwegs und kann die bisherigen Antworten hinsichtlich der Wegbeschaffenheit nur unterstreichen. Es ist alles dabei. Besondere Aufmerksamkeit solltest du dem Anstieg direkt hinter Cahors schenken. Da wird es leicht alpin und ob dieser kurze Abschnitt mit den Thule-Gefährten machbar ist, da bin ich skeptisch.

Was die Unterkünfte angeht, kann ich nur einige Empfehlungen ab Cahors geben, da ich zwischen Figeac und Cahors die Celé-Variante gelaufen bin:
Cahors: Gite d'etape Caminoloc, direkt schräg gegenüber der "Accueil Pelerin"
Lascabanes: Gite d'etape Le Nid des Anges
Moissac: Gite Ultreia Moissac

Auf der Strecke zwischen Lascabanes und Montlauzan hatte ich eine Begegnung mit einer Familie, die mit 3 Kindern unterwegs war: ein Kleinkind im Tragesack, der etwa 5 jährige Junge mit einen KinderFahrrad und das etwas ältere Mädchen mit einen Tretroller (die klappbaren mit den kleinen Rädern). Wir sind ein Stück gemeinsam gegangen. Je nach Wegbeschaffenheit ist das Vorankommen doch mühsam. Ein Wiesenweg, ein holpriger Feldweg oder eine längere Steigung reichen, und die Fortbewegungsmittel werden zur Last und müssen getragen oder geschoben werden (krummer Rücken inclusive). Die Freude über eine gute befahrbare und vielleicht noch abschüssige Wegstrecke war dafür umso größer. Dann können die Kleinen den Großen mal zeigen, wie schnell sie vorankommen. Trotz aller Mühsal (für die Eltern) war die Stimmung unheimlich positiv und das finde ich ist bei so einer Tour mit Kindern enorm wichtig. Für mich war das ein Beispiel für ein gelungenes Familienunternehmen.

Viele Grüße
Gerd

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Gerhard.1
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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Gerhard.1 » 29. Feb 2020, 00:17

Hallo Anne,

wir waren Anfang Mai 2006 mit einer Gruppe von 8 befreundeten Pilger*innen von Rocamadour (GR 6) über Figeac - und ab hier wieder auf dem GR 65 - nach Air-sur-l'Adour unterwegs, den wir in den Jahren zuvor schon in der Schweiz begonnen hatten. Ich zitiere nun einfach aus dem Etappenbericht eines Mitpilgers, da die Erinnerung an den Weg und dessen Beschaffenheit nach so langer Zeit nicht mehr sehr präsent ist:

Etappe Figeac - Cajarc (30 km)

Ein steiler Aufstieg gleich zu Beginn führte uns zu einem Aussichtspunkt, dem "Aiguille du Cingle" mit einem Obelisk. Ein herrlicher Rundblick über Figeac entschädigte für den Schweiß. Zügig wanderten wir auf der Hochfläche in Richtung Faycelles, immer wieder mit einem aufmunternden "Bonne route" seitens der Bewohner bedacht. In Faycelles besuchten wir die Kirche und konnten eine sehr schöne Jakobus-Figur bewundern. Vor dem Ort Grealou fanden wir ein ideales Plätzchen zur Mittagsrast. Danach wanderten wir zu den Dolmen, Grabkammern aus Steinquadern, welche vermutlich aus vorkeltischer Zeit stammen. Über eine weite Hochfläche mit heideartigem Wuchs pilgerten wir dann unserem heutigen Ziel Cajarc entgegen, das uns schon von Ferne majestätisch grüßte. Nach einem steilen Abstieg erreichten wir den Ort, der durch die hier 1935 geborene Buchautorin Francoise Sagan (Bonjour tristesse) und dem früheren franz. Staatspräsident Georges Pompidou bekannt ist, der hier ein Ferienhaus hatte.

Extra-Etappen Cajarc - Grotte de Pech-Merle (Cabrerets) - Cahors

Am nächsten Morgen machten wir per Linienbus einen Abstecher entlang des Flusses Lot bis Bouzies, um von dort aus zu den bekanntesten Tropfsteinhöhlen Frankreichs "Grotte de Pech-Merle" zu pilgern und durch Wandmalereien, entstanden in der Zeit 26.000 bis 10.000 Jahre vor Christus, berühmt ist. Wir übernachteten im Etappenort "Cabrerets". Am nächsten Tag kamen wir nach weiteren 27 km dann in Cahors an, wo ein heftiges Gewitter die Stadt überzog und eine Wetteränderung einleitete, die wir dann auf der nächsten Etappe erleben durften.

Etappe Cahors - Lascabanes (24 km)

Aufwachen bei Starkregen, dem Gewitter der Nacht folgte nun ganztags ein Landregen. Nach Überquerung des bekannten Wahrzeichens Cahors, die "Pont Valentre", entschieden wir uns danach an einer Gabelung, angesichts der rutschigen Wege, nicht den Weg entlang der Felsen, sondern für den ungefährlicheren entlang der Straße, der allerdings auch steil aufwärts ging.

Über steinige, teils tief lehmige Wege erreichten wir nach mehr als zwei Stunden die weite, hügelige und kalksteinhaltige Hochfläche, die "Quercy blanc." Ein jäher Abstieg in aufgeweichtem, tiefem Lehm und Morast machte uns sehr zu schaffen - doch alle kamen ohne Blessuren unten an. Wir mussten oft überflutete Wege umgehen, die viel Zeit und Energie brauchten. Gegen Mittag hatten wir Labastide-Marnhac erreicht, die Kirche war verschlossen und rasteten daher am überdachten Vorplatz des Bürgermeisteramtes. Dort trafen wir ein älteres Pilgerpaar. Die Frau war offensichtlich blind. Wir waren tief beeindruckt vom großen und starken Willen der beiden bei so schwierigen Bedingungen.

Am Nachmittag ließ der Regen etwas nach, doch die Wege waren teils tief morastig. Dazu hat sich noch die Unsitte gesellt, dass die Pilgerwege von Cross- und Quadfahrern benutzt werden und die Wege noch tiefer und schmieriger machten.

Schließlich erreichten wir Lascabanes - das Blumendorf in der Gascogne. In der Gite, gleich neben der Kirche war unser Quartier, das sehr gut war und wir die nassen Klamotten trocknen, die Schuhe gründlich putzen und uns auch in den Vier-Bett-Zimmern sehr wohl fühlen konnten. Um 18 Uhr besuchten wir nebenan die Pilgermesse. Höhepunkt war die vom Pater vorgenommene Fußwaschung und der Pilgersegen. Im Gemeinschaftsraum der Gite war anschließend für alle 20 Pilger ein ausgezeichnetes Abendessen bereitet und schmeckte sehr gut nach all den Strapazen des Tages.

Etappe Lascabanes - Lauzerte (34 km)

Nach kühler Nacht hatten wir morgens Nebel, der sich bald lichtete und der Sonne Platz machte. Die wärmenden Strahlen taten wohl, zumal das Schuhwerk noch klamm und feucht war. Mittags erreichten wir den Ort Montcuq, in dem wir bei einem Terassencafe den besten Cappucino unserer bisherigen Pilgertage getrunken haben. Am späten Nachmittag, der Weg führte über eine Hochfläche mit steinigem Grund, sahen wir in der Ferne unser Ziel. Doch noch über eine Stunde verging und ein Abstieg und anschließender beschwerlicher Weg führte uns in das liebliche alte Städtchen Lauzerte. Wir übernachteten 3 km außerhalb in gebuchten Chalets.

Etappe Lauzerte - Moissac (28 km)

Der Weg nach Moissac ging erst entlang der Straße und dann wieder auf den Pilgerwegen steil und schweißtreibend bergan. Nach vielen An- und Abstiegen, jetzt allerdings nicht mehr auf morastigen Wegen kamen wir dann um 17:30 Uhr in Moissac an, wo wir einen Ruhetag für Besichtigungen einlegten.

Bonne route
Gerhard
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Re: Via Podiensis Figeac-Moissac

Beitrag von Moselcamino » 8. Mär 2020, 20:14

Ich danke Euch für Eure Beiträge!

Nach Karnevalschaos und Skiurlaub habe ich heute die ersten drei
Unterkünfte in Figeac, Cajarc und Bach vorgebucht.
Die weiteren Etappen planen wir vor Ort, je nachdem wie es läuft.
Mein Mann hat die letzten Wochen sinnvoll genutzt und eine Halterung fürs Fahrrad auf den Wagen gebaut. Nächstes WE probieren wir das Ding mal aus.

Bleibt nur zu hoffen, dass nicht das Wetter oder eine Corona-Quarantäne unsere Pläne durchkreuzen.

Viele Grüße
Anne
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