Neue Pilgerpläne 2026

Weitere Pilgerwege auf der iberischen Halbinsel
(118)-Peitho
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Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von (118)-Peitho »

Liebe Pilger-Aficionad@s,

das Jahr hat begonnen und für mich ist es eine gute Gelegenheit, über diesjährige Pilgerpläne nachzudenken und mal bei euch nach Erfahrungen und Gedanken anzufragen. Klar für mich ist, es soll wieder eine größere Reise werden, so lange meine Arbeitgeberin noch die Möglichkeit für sehr flexibles Work-on-travel anbietet.

Aktuell ist die halbkonkret Idee eine Ost-West-Durchquerung von Cap zu Cap auf den Pilgerpfaden, so weit es geht. Das wäre dann vom Cabo de Creus bis zum Cabo Fisterra. Für mich sind dabei noch zwei Eckpunkte bedeutsam: den Frances – wie bisher auch schon – so weit es irgend geht vermeiden und den Camino Vadiniense y Lebaniego integrieren. Los gehen soll es so Mitte April. Meine Lieblingsentfernung pro Tag ist zwischen 26 und 28 km und ich möchte gern so oft wie möglich und durch deren Zustand vertretbar in öffentlichen Herbergen übernachten. In größeren Städten plane ich üblicherweise ein bis zwei zusätzliche Erholungs-/Kultur-/Besichtigungstage ein, wenn es passt so etwa alle 14 Tage.

Das wäre aktuell der Routenplan: Anreise per Bus über Girona zum Cabo des Creus -> GR11 -> El port de la Selva/Monestir de Sant Pere de Rodes -> Figuera/Girona/Montserrat auf dem C. Sant Jaume -> Camino Catalán (Südzweig) über LLeida nach Fuentes des Ebro -> über den Ebroweg und Zaragoza bis Gallur -> C. Soriano bis Soria und weiter über Abeja bis Mamolar -> auf dem Lana bis Burgos.

Dann ändere ich ein wenig die Hauptrichtung und möchte den Valle de Mena "rückwärts" laufen bis Balmaseda um auf den Olvidado zu treffen, dem ich bis Matamorosa folge, um dann auf dem Besaya (bis fast) ans Meer zu kommen, bei Torrelavega. Dort soll es ein kleines Stück den Norte entlang gehen.

Ab San Vincente de la Barquera möchte ich dann dem Lebaniego folgen, wohl bis Cistierna um dann auf den Olvidado zu wechseln oder es geht über Mansilla des las Mulas bis León (auf dem Francés ein Stück), jedenfalls dann bei/nach La Robla auf dem Salvador zurück nach Oviedo. Von dort dann ganz gemächlich auf dem Primitivo nach Melide. Dort entweder dem Hauptstrom folgend oder kurzentschlossen noch eine Querspange nach Lalín und von dort über die Plata nach Santiago. Dann bleibt nur noch der kleine Rest über Muxía nach Fisterra.

Was denkt ihr dazu? Habt ihr mit Teilstrecken davon Erfahrungen, besonders mit dem Jaume und den Wegen die ich entgegen der Markierung zu laufen plane (Valle de Mena, Besaya, San Salvador) und wie es dort mit Unterkünften/Markierungen aussieht?

Pilgersüchtige Grüße!
Anne136
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Anne136 »

Hallo, ich kann dir nicht zu allen Wegstrecken was sagen, aber rückwärtslaufen geht mit Navi ganz gut.
Wikilock hat gute Wegbeschreibungen. Den Camino Baztan bin ich rückwärts gelaufen, auch in Pfeilrichtung ist er nicht so gut ausgeschildert.
Ohne Navi hätte ich den Weg niemals gefunden und auch mit Navi konnte ich manchmal nicht glauben, dass ich mitten ins Gestrüpp oder den Graben abbiegen sollte. Aber es war richtig. In Laufrichtung hätte sich die Wegführung von alleine ergeben, in "falscher" Richtung nicht.
Der Lebaniego ist gut ausgeschildert, auf dem Vadiniense brauchst du das Navi auch in Wegrichtung. Hier standen die Wegweiser, wenn vorhanden, auch mal 150 Meter hinter einer nicht einsehbaren Kurve und auch meine 2 Mitpilgr standen irgendwo in der Pampa zwischen hohen Ginsterbüschen. Lässt du die Sprachansage mitlaufen, ist es kein Problem. Ich fand es ätzend ständig "in 100 Metern rechts, in 50 Metertn, jetzt abbiegen...
Wenn du den Lebaniego/Vadiniense läufst geht es von Leon über den San Salvador nach Oviedo und dies ist die "richtige" Laufrichtung.
Ich weiß nicht wie du nach San Vincente de la Barquera kommen möchtest. Ich bin im Juni von Santander gestartet und es hat sich nicht gelohnt. Immer entlang der Nationalstraße, Seitenstreifen von Straßen durch Neubaugebiete, in große Chemieanlage vor dir.
Viel Spaß beim Planen.
Wenn du im "Osten" startest. Ich fand die letzten Etappen vom Piamonte sehr schön, bin dann über den Camino Frances nach Saint Jean Pied de Port bis kurz vor Pamplona und entgegen der Richtung den Baztan bis Bayonne, von dort könnte man den Küstenweg anschließen, auch wenn es nicht der direkte Weg wäre.
Gruß Anne
P.S. Joker hat letztes Jahr den San Salvador an den Lebaniego/Vadiniense angehangen und könnte dir da vielleicht helfen.
2008: Camino Frances, 2010/11: Via Plata, 2012: 300km Camino del Norte, 2014: Camino Primitivo, 2017: Camino Ingles, 2022: Camino Portugues, 2024: Camino Baztan von Pau nach Bayonn, 2025: Camino Lebaniego y Vadiniense
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Frau Holle
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Frau Holle »

Wenn du von Leon nach Oviedo läufst, bist du doch in der richtigen Richtung unterwegs :)
u l t r e i a
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Camineiro
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Camineiro »

Frau Holle hat geschrieben: 3. Jan 2026, 14:11 Wenn du von Leon nach Oviedo läufst, bist du doch in der richtigen Richtung unterwegs :)
Als Pilger sind wir immer in der richtigen Richtung unterwegs!

Da gibt es kein falsch. ;)
Jubilado

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Simsim
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Simsim »

:?:
Camineiro hat geschrieben: 3. Jan 2026, 14:30

Als Pilger sind wir immer in der richtigen Richtung unterwegs!

Da gibt es kein falsch. ;)
:lol: das nehme ich mal zum Anlass für einen kleinen Abschweifer:

am 2 Tag meines ersten Caminos lief ich ab Montbonnet zwar rot-weißen Markierungen nach, wunderte mich aber immer mehr, dass niemand anders unterwegs war.....Und auch die Sonne von rechts hinten war irgendwie seltsam.
Schließlich hielt mich ein Anwohner an, der die Jakobsmuschel an meinem Rucksack sah und fragte mich, ob ich Richtung Santiago gehen wolle....
Tja es stellte sich heraus, dass ich einen halben Tag in die falsche (?) Richtung unterwegs gewesen bin. Aber richtig war es trotzdem irgendwie, denn direkt darauf geschah mein erstes Camino- Wunder... :D
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Caminista
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Caminista »

Interessante Route, würde ich auch gerne laufen, wenn ich die Zeit dafür finden könnte... Dass die ausgesuchten Wege durch wunderschöne, aber auch sehr einsame Gegenden führen, dürfte Dir bewusst sein. Pilger wirst Du wahrscheinlich über lange Zeiten keine treffen. Bzgl. der Wegmarkierungen würde ich mir keine Sorge machen. Besorg Dir die GPS-Tracks und dann musst Du halt gelegentlich auf die Karte schauen. Viele gehbare Wegalternativen zum Verirren gibt es meist eh nicht.

Vielleicht noch eine Alternatividee, wie Du dem CF und den Pilgermassen vor Santiago noch etwas mehr aus dem Weg gehen kannst: wenn Du dem Camino Vadiniense nicht bis nach Mansilla folgst, sondern bei Cistierna wieder auf den Camino Olvidado zurückkehrst und diesen dann bis Ponferrada gehst (kurz vor dem Staudamm am Río Sil nach Süden in die Stadt abbiegen), um dann auf dem Camino de Invierno nach Santiago zu laufen.
Joker
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Joker »

Also, der Camino Lebaniego und der Vadinense sind mE gut ausgeschildert... Auf das Navi würde ich dennoch nicht verzichten: mindestens einmal war die Beschilderung für mich verwirrend.

Der Camino San Salvador ist in "Hauptrichtung" mE gut ausgeschildert. Aber auch hier ist das Navi hilfreich: mindestens einmal brauchte ich einen Alternativweg, der Camino war unpassierbar.

Die Gegenrichtung stelle ich mir ohne Navi schwer vor. Die Beschilderung war zT nur einseitig erkennbar. Aber bei komoot ist der Weg mE drin und dann geht es wieder.

Auf alle Fälle sind es tolle Strecken.
Viel Spaß und
Buen Camino
„Nicht alle, die wandern, sind verloren …“

Gandalf
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Gertrudis
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Gertrudis »

Eine super spannende Route! Ein paar Deiner abgelegeneren Etappen kenne ich teilweise, aus Zeiten, in denen ich ganz ohne GPS gegangen und doch eigentlich immer gut weiter gekommen bin. Zum Beispiel der Cami Sant Jaume war 2018 schon sehr gut ausgeschildert. Allerdings würden sich nur meine letzten Etappen ab Vic bis Montserrat mit Deinem Plan decken (ich bin damals von Prades über den Pic du Canigou nach Süden und erst in Olot auf die nördlichere Variante des C. Sant Jaume getroffen). Aber nach den eindrucksvollen Bergetappen fand ich dann die Etappen des Sant Jaume durch die ausgedehnten Wälder des südlichen Pyrenäenvorlandes vergleichsweise recht unspannend, leider. Ich hatte den Eindruck, der Weg könnte einfach auf dem Reißbrett mit der Vorgabe: möglichst viel Wald, möglichst wenig Kontakt zur Zivilisation entstanden sein. Manchmal bin ich halt dann ein paar Kilometer vom Weg abgewichen, wenn die Lust nach einer Bar aufkam, und kam in hübsche Dörfchen, die einem der markierte Weg einfach vorenthält! Die Etappe am Schluss auf die Zackenfelsen von Montserrat zu, das war aber schon großartig.
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Winti46
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Winti46 »

Dann kannst Du Dein Pilgern auch gleich noch auf der Volta da Gloria Finisterre-Cee-Carnota-Muros-Noia-Santiago beenden.
https://ibb.co/yn63yZX6
(118)-Peitho
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von (118)-Peitho »

Hey,

habt erstmal Dank für die ganzen Antworten und Anregungen! Ich versuche mal auf alles einzugehen :)

* Auf dem Baztan plane ich nicht zu laufen, oder meinst du es generell in Bezug auf Caminos minores rückwärts? Mein Plan ist der Besaya "rückwärts" also westlich der gedachten Linie Burgos-Santander. Hat da wer Erfahrung in irgenmdeine der Richtungen?
* Vom Besaya aus komme ich wohl in Torrelavega/Barreda auf den Norte, dem ich dann bis Santillana und Comillas bis San Vincente folgen werde, also so 41 km. Ab Barreda müsste auch die Autobahn etwas weiter weg sein, schlimmer als der Portugues wird es wohl kaum sein… Ich habe zumindest die Tage nach Boo bis Unquera recht gut in Erinnerung.
* Wegen des Übergangs vom Lebaniego/Vadienense zum Salvador über lege ich auch schon, ob ich nicht noch León mitnehmen mag. Das ist ggf. auch Kürzungspotential über den Olvidado. Das kann ich ggf. auch unterwegs noch entscheiden.
* San Salvador nach Oviedo: Stimmt, dass ist ja "richtig" rum! Ein Problem weniger. Wie sieht es da mit Unterkünften und Versorgung aus?
* @SimSim was war denn Dein "erstes Camino- Wunder"?
* "Dass die ausgesuchten Wege durch wunderschöne, aber auch sehr einsame Gegenden führen, dürfte Dir bewusst sein." Ja, das mag ich sehr und zuletzt auf dem Levante habe ich es sehr genossen, oft tagelang allein gewesen zu sein, obwohl alles so voller Geschichte war, so intensiv der Weg und die Verbindung von Menschen, Sprache und Geschichte so spürbar war. Es war eine Kulturlandschaft in ihrem eigentlichen Sinne.
Danach war mir die Plata/Sanabrés ab dem wunderbaren Zamora schon ein wenig zu voll und ich habe zwischen Arévalo, Medina del Campo und Toro mir nochmal Extrazeit genommen – gerade für die Tage am Duero. Auch in Nordandalusien auf dem Mozárabes zwischen Córdoba und Mérida war es einfach wundervoll (ist bisher mein Lieblingsweg :] neben der Etappe zwischen Lubián/Laza auf dem Sanabrés* und der Hospitales-/La Mesa-Etappe auf dem Primitivo).
* Varianten über den Invierno: Wäre auch noch offen, zuletzt hatte ich in Lalín nur so wenig begeisterte Menschen (Struktur, Markierung, Weg) getroffen, die hauptsächlich auch nur dem CF entfliehen wollten, aber vielleicht hatten die auch nur den CF mit weniger Massen erwartet.
* "Zum Beispiel der Cami Sant Jaume war 2018 schon sehr gut ausgeschildert." Gut zu lesen! Ich denke, ich mag mir trotzdem noch mal einen (pdf?-)Guide suchen, ich bin gar nichts so der Freund von Navis und "dem Datenschnuller", nur wenn es eben nicht anders geht. "El Grande Apagón" hat wieder mal gezeigt, dass mensch nicht zu sehr darauf vertrauen sollte. Ich fand allerdings die Ruhe mit der mitten in Kastilien damit umgegangen wurde ziemlich beeindruckend.
* "Volta da Gloria Finisterre-Cee-Carnota-Muros-Noia-Santiago" Kenne ich gar nicht, magst du mehr dazu sagen?

-> War irgendwer schon mal auf dem Valle de Mena?
-> Seht ihr einen Teil, in dem es mehr im als einen "dickeren" Schlafsack braucht, ein Zelt? Die Gebirgssachen sollten erst Ende Mai erreicht werden.

Ich muss mir auch noch mal Gedanken über die Schuhversorgung machen, da ich immer mit Five-Fingers unterwegs bin, die ich mir zusenden lassen muss. Auf den abseitigeren Wegen ist manchmal kein paq peregrino verfügbar, wie ich in Valencia erfahren habe. Aber mir wurde weitergeholfen und in Ávila wartete dann das Päckchen seine spanischen 15 Tage auf mich. Das war auch, als endlich der 2025er Frühjahrsregen aufhörte, der mich zusammen mit dem Matsch seit dem Meer/dem Albufera täglich begleitet hatte. Eine Erinnerung an La DANA, nicht nur für mich.

Liebe Grüße!

* Ich sag mal Pilgerschaukel, Fern-Seher und El Rincón del Peregrino. 8-)
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Winti46
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Winti46 »

"Volta da Gloria Finisterre-Cee-Carnota-Muros-Noia-Santiago" Kenne ich gar nicht, magst du mehr dazu sagen?
Die Volta de Gloria ist eine neue, knapp 300 km lange Rundwanderroute, die in Santiago de Compostela beginnt und endet. Sie verbindet drei historische Routen: von Santiago aus den etwa 120 km langen Camino über Muxía nach Fisterra, die etwa 70 km lange Vía Mítica zwischen Fisterra und Muros und den etwa 100 km langen Camino de la Ría de Muros-Noia zurück nach Santiago. Ich war vor langer Zeit einmal auf Teilstücken zwischen Cee und Noia wandernd unterwegs und fand die Küste wunderbar. Infos gibt es leider nicht auf Deutsch: www.voltadagloria.es in Spanisch+Englisch und www.caminoriamurosnoia.gal in Spanisch.
(118)-Peitho
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von (118)-Peitho »

Spannend! Muss ich mir mal vormerken!
(118)-Peitho
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von (118)-Peitho »

Liebe Pilgis,

ich melde mich vom nun angefangenen Weg der bis Mitte August 26 dauern wird. Dann und wann will ich versuchen, hier meine Erfahrungen festzuhalten bevor sie im Strom der Herbergen und Kilometer untergehen :)

In der Touriinfo von Girona gibt es aktuelle Infos, sie helfen gern bei der Planung, zu Bussen für bestimmte Abschnitte (s.u.), drucken Pläne und Karten. Aktuelles wie eine Unterkunftsliste gibt es hier: https://camidesantjaume.com/cami-des-de ... -la-selva/ - allerdings auf katalanisch. Die Faltblätter usw. sind aber auch auf kastilisch/spanisch verfügbar.
Grundsätzlich plane ich mit weniger pilgertypischer Infrastruktur, habe neben dem Kocher auch mehr Kleidung (und wegen der Tourlänge und dem typischen Regen) dabei, einen Schlafsack und Inlet, Powerbank und Kleinigkeiten wie Leine&Holzklammern. Auch ein Tag ohne Einkauf ist drin ohne dass ich nichts Richtiges essen könnte. Das macht das Gepäck etwas umfangreicher.

Zunächst der gesamte geplante Weg nach heutigem Stand:
https://mapy.com/s/manapoceha

offizieller Track für den Sant Jaume bis Montserrat:
https://loc.wiki/t/246305490?wa=sc

weiter bis Logroño/Frances (nicht mein Ziel!):
https://loc.wiki/t/238967884?wa=sc

Zu Bars usw. schreibe ich nichts, da das mehr Zufälle sind und die folgenden Pläne auch Hinweise geben.

Unterkünfte:
* ab Port de la Selva:
https://camidesantjaume.com/wp-content/ ... ressed.pdf
* ab Montserrat: https://camidesantjaume.com/wp-content/ ... ressed.pdf

Stempel:
meist in den Ajuntamientos/Rathäusern oder Touriinfos (außer Girona, dort im Kathedralshop). Ich habe bislang welche in Cadaques, El Port, Sant Rodes, Bàscara, Vilademuls, Sarrià de Ter und Girona bekommen, in Vilajuïc war es zu spät und in Vilabertran (Parkinfocenter) war ich zwar schon vom Kap aus vorangekündigt, habe es aber nicht finden können. In Borrassa will mensch in der Bar sich umgehend einen Stempel besorgen, so versprach er mir. In Bonmatí wurde extra um 7 Uhr morgens kurz die Rathaustür für mich geöffnet.

Grundsätzlich hat die Vereinigung ziemlich für den vor Jahren markierten Weg geworben, aber an einigen Stellen bleibt noch Potential bzw. ist die Erfahrung sehr ursprünglich. Es ist nicht ratsam, sich nur auf Markierungen zu verlassen, da die gelben Kacheln auf weissem Grund oft verblichen sind, die Pfeile überklebt oder mit Straßenschildern versehen. Speziell in Städten läuft mensch schnell falsch, so dass ein Track und ein Gerät zur Standortermittlung wirklich wichtig ist. Das Jakobspilgern ist hier einfach noch keine so große Sache, wenn dann von Spanier:innen und auf Rädern. Das macht es charmant und interessant, aber auch aufwändiger. Gedruckte Materialien finden aber immer wieder an offiziellen Stellen (Rathaus, Touriinfo, Policia Local) oder in Bars, teils mit dem QR-Code zur obigen Seite und zum Track.

Als Anfangs- und Supportpunkt hat sich für mich Girona herausgestellt, da es nicht nur nahe des Beginns meines Weges ist, sondern auch gut mit Bus und Zug zu erreichen (eine Flughafen hätte es auch). Es gibt einiges zu sehen und zu erfahren, über katalanische Geschichte, von Roms Zeiten an über Karl den Großen und den spanischen Erbfolgekrieg wie auch über die franquistische Zeit. Museen von Archäologie bis Kunst und Film (Rabattkarte mit 50% auf alle weiteren in Girona!), alte Gemäuer, arabische Bäder, einer Kathedrale auf dem ehemaligen Forum und derzeit die 71. "Temps de Flors". Außerdem auch preiswerten Unterkünfte und Geschäfte alles zu besorgen, was es im Rucksack noch brauchtvsowie im Land anzukommen (manchen helfen Churros, Estrella Damm oder frische Muscheln dabei).

Am 8.5. begann der Pilgerweg am Morgen (auf die Weise nicht zum letzten Mal) mit einer Fahrt: kurz nach sieben mit dem Zug nach Figueres und dann mit dem Bus nach Cadaques. Von dort über einem steilen, steinigen 8km-Wanderweg zum Leuchtturm auf dem Cabo de Creus, zusamnen mit einigen Tagestouris. Dort oben lag der Aperol-Index bei 9,4 (Euro), es war ihnen wichtig zu betonen, dass da nicht der Camino ist. Mein Anfang war es trotzdem.

Gegen Mittag setzte ich den Weg nach Port de la Selva (22km, 600/600m rauf und runter!) fort. Dort wie auch für die kommenden Tage hatte ich Unterkünfte gebucht. Es gibt auf dem Camí de Sant Jaume bis Montserrat nur zwei eigentliche Herbergen Bonmatí, von wo aus ich gerade schreibe, und Castellgalí. Port de la Selva ist noch nicht von Tourimassen der Brava überströmt (hoffentlich ändert sich das nun nicht) und der französische Einfluss stark. Die Hostelpreise sind allerdings hier wie auch sonst bis Montserrat eher gehoben, ein paar Tage zuvor gebuchte Übernachtungen gern über 50 Euro/pP&Nacht. Das mag vor Mai anders sein. Im Hotel Agora gibt es die Möglichkeit selbst zu kochen und eine Terrasse mit Marinahafenblick.

Ich mochte es sehr gern in Port de la Selva, auch wenn ich nach den 20%-Steigungen auf Geröll gleich eine Kniebandage brauchte. Am nächsten Tag gleich eine weitere Herausforderung mit 31km und 1000 Höhenmetern, im Wesentlichen auf den ersten 15km über den Bergrücken zum Monestir de Sant Rodes. Dort war ich im Pilgerbuch seit 2003 (?) noch nicht mal der 2300. Pilger. Neben der Besichtigung des Klosters sollte die Zeit wie schon in Cadaques auch noch für die Katzen reichen :) - oder fürs Castell de Verdera auf dem höchsten Punkt der Kaphalbinsel.

Figueres erreichte ich im strömenden Regen, was hier genau so wenig exeptionell ist wie in Galicien, so dass ich auf die Spuren Dalís verzichtete und schnell mein zentrumsnahes Hotel bezog. In der Straße gab es indisches, italienisches und chinesisches Essen, gute Optionen für Veganer wie mich. Für die Tage ohne solche Gegebenheiten habe ich wieder meinen Camping Gaz-Kocher nebst Kochutensilien dabei, Gemüse und Kohlenhydrate gibt es auf dem Weg.

Tag 3 zeigte nach einem längeren Straßenweg aus Figueres heraus, vorbei am alten Gefängnis, in dem ab 1943 aus Frankreich vor Hitler und Vichy Geflohene eingesperrt waren, vor allem Feldwege, dann und wann Straßen und in nicht zu weiter Entfernung die Bahnlinie und manchmal leider die E15 und Männer mit übermotorisierten Fahrzeugen auf Feldwegen. Für mich war die Entfernung über Pontós nach Bàscara optimal, wo die Linie 602 auch am Sonntag, wenn auch final gegen 15 Uhr, mich für 4,75 Euro nach Girona brachte, wo weitere 2 Übernachtungen, jeweils mit Bus vorgesehen waren. Wegen der zeitigen Ankunft und um den Knien etwas Ruhe zu geben waren es 16km und kaum Höhe. Hier im Hostel kann ich in Ruhe kochen.

Der 11. Mai begann mit einer weiteren Fahrt nach Bàscara, einem kleinen Esmuerzo und dann bei vielstimmigem Vogelgezwitscher den ersten Laufmetern. Sehr bald erfolgte die Umkehr, drei hüfthohe Hunde sagten das. Überhaupt musste ich mich mehrfach gegen Hunde erwehren, seien sie aus offenen Grundstückstoren entflohen, bei Gassigehen weit entfernt oder bei der Feldarbeit sich selbst überlassen. Sie sind allgegenwärtig. Insgesamt ist es hier in der Flußnähe (Fluvia, später Farga, Oynar und Ter) sehr grün, die Vegetation eher noch mitteleuropäisch,mit kleinen Wäldern, Espen, Linden, Platanen und ab und an Zypressen, Rosskastanien und Pinien, an Steingärten dann aber auch Feigenkaktus, Feigen und Zitronen neben vielen Olivenbäumen. Überall blühen derzeit Klatschmohn, Moschusrosen und Ginster, manchmal gibt es Pfeifensträucher, Zylinderputzer, Nachtkerzen und Trompetenbäume. Die 25km ziehen sich schnell dahin, 400 Höhenmeter sind einfach, es geht über Felder, meist Landstraßen oder kleineren Asphaltwegen vorbei an Gehöften, bei Medinyá einem alten Schloß, das scheinbar nicht zu besichtigen ist. Wieder zeigt sich die kaum erkennbar Wegführung mit teils gefährlichen Querungen der N IIa und anderer, bevor es bei Sant Julià de Ramis industrieller und städtischer wird, das Umland von Girona erreicht ist, wo Stadtbusse verkehren. Bereits hier treffe ich die Vía Verde 1 (VV1), die mich länger begleiten wird, der ich aber heute nur bis Sarrià de Ter folge. Der Stadtbus L16 bringt mich zurück nachdem ich etwas über die italienischen Luftangriffe im Juni 1937 erfahren habe.

Der vorerst letzte Tag hier im Forumseintrag, der 12. Mai 26, beginnt später, nach dem Hostelfrühstück, der Stadtbus fährt alle Viertelstunde (für 1,40 Euro) zurück nach Sarriá. Am Ter linksseitig entlang ist schnell Girona erreicht, während des Temps de Flors dauert es etwas zur Kathedrale für den Stempel zu kommen. Zurück zum Parque de Devesa und der Vía Verde, teils kaum ausgeschildert/markiert, ist dann doch bald und endlich Girona verlassen. Es geht durch Gemeinschaftsgärten flach auf einem Feld- und dann Wald-/Auenweg nach Salt immer auf der VV1 und am Ter entlang, der teils zum Raften, zur Gärtenversorgung oder Hydrokraftwerke genutzt wird. Eines der ersten dieser Art in der Region von 1905 steht hier, es versorgte Girona mit Strom für Straßenlaternen, womit Girona in Vorreiterin war, so das Stadtmuseum Tage früher.
Es ist eine völlig flache Etappe, bei Bescanó eine Einkehr, wie oft sind aber die Restaurants und Bars an den ehemaligen Nationalstraßen verwaist, seit der Verkehr die Autobahnen sucht. Die Orte teilen oft das Schicksal, hier noch weniger als zB in Nordkastilien. Dennoch ist Landflucht ein großes Thema, in einem in D unvorstellbaren Ausmaß. Die 19,3km sind trotzdem bald abgelaufen, ich habe die Herberge im Dörfchen erreicht. Einem Fußpilger bin ich seit fünf Tagen nicht begegnet; Punkt 16 der Karte ist erreicht.
(118)-Peitho
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von (118)-Peitho »

Ach ja, gibt es noch wen mit Erfahrungen für den Abschnitt zwischen Burgos und Torrrelavega, also Besaya und Valle de la Mena?
(118)-Peitho
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Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von (118)-Peitho »

Eine weitere Woche auf dem Camino Catalán ist vergangen, Tage, Kilometer und reichlich Höhenmeter verflossen. Vom Pyrenäenvorland geht es langsam nach Südwesten, wenngleich auch das nicht ohne Ausnahme ist. Ich bin in der wunderbaren Herberge von Montserrat, wo ich nicht nur länger mit dem Hospitaleropaar von den AMICS DEL CAMÍ DE SANT JAUME DE SABADELL reden (in guter englisch-spanischer Mischung) konnte, sondern auch sonst beste Aufnahme und Bedingungen fand. Von unten ist das Getöse der Tagesgäste zu hören, wie gut dass zu Laudes um 0730 Uhr und danach beim Besuch der Schwarzen Madonna es noch ruhig war.

Doch zum Weg hierher. Zunächst hier die aktualisierte Generalkarte, auf der es den Wegemarkierungen 16 bis 37 entspricht (https://mapy.com/s/fomefukufu). Der Pfad folgt zunächst bis Sant Esteve d'en Bas der Via verde und verläuft nicht auf der Variante am Ter entlang. Das wäre wohl nur mit Zelt und Vorräten machbar. Markiert ist es so, dass die Verbindung mit dem von von Olot kommenden Zweig gekennzeichnet ist. Ab dem Vereinigungspunkt wird die Markierung auch besser, gut aber noch nicht.

Der erste Tag ist, von dräuenden Wolken eines nach örtlicher Einschätzung nasskalten Frühjahrs abgesehen, sehr entspannt. Ich passiere Anglés für ein Frühstück, vorbei an Wäldern und Gemüse- und Getreidefeldern. Viele Radelnde nutzen die Verde, keine Pilgis in Sicht. Der Weg ist, bis auf ein paar Ortsquerungen auch nicht zu verfehlen. Langsam in Richtung Norden gehend kommen Granitfelsen in Sicht, spetakuläre herauserodierte gerade Abhänge. Ich ahne etwas für den kommenden Verlauf, erreiche aber zunächst Amer, wo die Spuren der politischen Auseinandersetzung um die Unabhängigkeit der katalanischssprachigen Gebiete deutlich sind, gelbe Schleifen, Sprüche, Plakate überall, das ist hier weit verbreitet in Amer als C. Puigdemonts Heimat, hier ist die Feinbäckerei seiner Familie, nochmal besonders. Ohnehin ist katalanisch, nicht kastilisch (! nicht etwa spanisch), die Alltagssprache. Es geht um Freiheit, Monarchie, den Erbfolgekrieg, die Diktatur und Rechts- wie Linksnationalismus.
Am alten Bahnhof in Amer und an Informationen zur 1969 stillgelegten Strecke vorbei und durch einige tiefe Wegeinschnitte der Verde und einen Tunnel erreiche ich bei einsetzendem Gewitter Sant Feliu de Pallerols. Es war wunderbar hier, der Ort, das Landhaus, dessen Räume und Küche... Stempel sind wie bisher eher Frage- und Glückssache.

Der Folgetag ist zu Beginn flach und grau, hat seiner Richtungswendepunkt bei Sant Esteve, es geht noch etwas auf der kleinen Landstrasse in Richtung eines Bergeinschnitts. In els Hostalets d'en Bas, wie für Tagesausflüge in scheinbare Mittelalter herausgeputzt, ist klar, jetzt folgt ein massiver Anstieg auf die seit 2 Tage nahenden Zinnen von 470m auf 960m in gut 2km Weg. Über Falgar d'en Bas erreiche ich Cantonigrós, um dort 1730 Uhr nach einem erschöpfenden Tag den Bus nach Vic zu nehmen. Bis dahin waren einige abschüssige Geröllpisten zu nehmen, Sonnenbrand zu bekommen und Dolmen an diesen prominenten Höhen zu bestaunen.
In Vic war für diese und die folgende Nacht am einfachsten eine Unterkunft zu finden. Außerdrm ist Vic ohnehin einen Besuch wert, hat ein bedeutendes Museum zu mittelalterlicher Kunst, einen wiederentdeckten römischen Tempel (Teil einer städtischen Residenz), ein Jazzfestival, eine Uni, veil Leben (nicht Lärm) in engen Gassen, eine bedeutsame Geschichte ... und die Möglichkeit, nicht selbst kochen zu müssen.

Am kommenden Morgen fahre ich 0645 Uhr zurück nach Cantonigrós um nun nach Vic zu laufen. Ich durchquere l'Esquirol ("Eichhörnchen") auf seiner alten Steinbrücke, ein hochgelegenes Örtchen, mit Rathausbesuch. Überall begegnet mir der Brauch für Wermut mit Tapas (zB mit Anchovis gefüllte Oliven), aber dafür ist es zu früh, sowie Schafherden (da ist ein Hund selten weit) und zu querende Kuhweiden, hier mit Kälbchen. Teils muss ich (lebensgefährlich) auf der Straße laufen, hochgestresst und höchstkonzentriert (Punkte 23,24), weil der Weg massiv überwuchert, nicht zu erkennen ist und dann am geschlossenen Weidezaun endet. An schnell passierenden Autos vorbei ist wegen derLeitplanken und in Kurven kaum Platz. Nach Roda de Ter, zu dem es nichts zu dagen gibt, weicht der Weg über die Felder ab, gut für die Stille und das Pilgergefühl, wenn nicht getafe die Autobahn zu überbrücken ist. Endlich ist auch Vic erreicht - gerade zeitig genug um trocken zu bleiben.

Am Riu Meder entlang geht es von Vic am nächsten Morgen weiter. Die örtlichen Schulen, die ich u.a. später passiere, weisen überall Plakate auf die laufende Auseinandersetzung um die Bildungsfinanzierung hin, aber es geht auf den Straßen auch um Feminismus, Antifaschismus und um die Monarchie. In Santa Eulalia de Riuprimer, etwas ab vom Weg, kann ich rasten, zusammen mit vielen samstäglichen Radwanderern, bequeme Waldwege prägen jetzt den Camino, zuvor geht es am Fluss über Sentfores einen hübschen Weg entlang, voller Vogelstimmen und Blühen. Später wird es in 900m Höhe windig und kühl werden, der Puigbarbó wird fast umrundet, um sich fotographieren zu lassen. Der Tag über l'Estany (mit Rast an einer motorradbegeisterten, pilgerverwunderten Hostalbar, dafür weiche ich etwas vom Pfad ab) ist noch lang, ich muss mich beeilen um die knapp 30km zu schaffen, bevor ein neuer Busweg ansteht (19 Uhr), weswegen ich Mutanyola links am Weg liegen lasse. Ich erreiche über breite Wege und einer Bachquerung Santa Maria d'Oló rechtzeitig, konnte aber keine Unterkunft finden, fahre daher nach Avinyó zu einen älteren Landstraßenhotel - und morgens eher spät 0938 Uhr zurück.

Das ergibt leider auch einen Umweg von 4,4km und den Abstieg von ca. 300m wieder herauf. Zum Glück werde ich zum Camino zurück im Auto mitgenommen und erspare mir das. Die Idee eines etwas verwegenen Plan entsteht, nach Manresa, der nächsten Etappe durchzulaufen: 38km trotz späten Vormittags. Es geht zügig über Artés und ohne Abstecher mach Calders voran, bis bei Viladordis nach einer längeren Flusspassage am Llobregat der Stadtrand von Manresa erreicht ist, wo mensch auch einen Bus nehmen könnte, was auch in Navarcles möglich gewesen wäre. Vom Kloster San Benet de Bages sehe ich nur die Gärten. Unterwegs fallen mir auch immer wieder kleine Rundhütten auf, die wie Schutzhütten aussehen, niedrig, offener Eingang, Feuerstelle, aus Feldsteinen und mit bewachsenem Dach.

Der 18. Mai bringt mich nach Montserrat, zunächst von Manresa am Kanal entlang, dann auf einer ansteigenden Piste hoch über der Bahnlinie Richtung Castelgalí (das ich mit Castelolí, das ich mit der Herberge verwechselte). Einen Einkauf, Kaffee und Regenguß später geht es weiter und während des folgenden Gewitters in eine dieser Hütten. Längst sind die Zackenfelsen Montserrats zu sehen, bald kommen sie näher und ich immer höher hinauf. Trotz nicht zu späten Aufbruchs werde ich erst um 1700 Uhr ankommen, vielen Fotos und Anstiegen sei es gedankt. Eine Rast gibt es in St. Cristofol nicht mehr, mangels Gelegenheit. Auf der Carretera geht es bis zur Colonia Puig gut voran, es folgt ein knackiger Anstieg zu Landstraße mit Touriverkehr. Die letzten Kilometer, eine weitere Verwechslung eines der anderen Klöster auf einem Vorsprung mit Montserrat später, folgen und dann bin ich am alten Benediktinerkloster hoch oben mit rinem atemberaubemden Panorama und viel Unruhe.
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