Neue Pilgerpläne 2026

Weitere Pilgerwege auf der iberischen Halbinsel
Antworten
(118)-Peitho
Beiträge: 7
Registriert: 30. Jul 2020, 16:24
Wohnort: Thüringen

Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von (118)-Peitho »

Liebe Pilger-Aficionad@s,

das Jahr hat begonnen und für mich ist es eine gute Gelegenheit, über diesjährige Pilgerpläne nachzudenken und mal bei euch nach Erfahrungen und Gedanken anzufragen. Klar für mich ist, es soll wieder eine größere Reise werden, so lange meine Arbeitgeberin noch die Möglichkeit für sehr flexibles Work-on-travel anbietet.

Aktuell ist die halbkonkret Idee eine Ost-West-Durchquerung von Cap zu Cap auf den Pilgerpfaden, so weit es geht. Das wäre dann vom Cabo de Creus bis zum Cabo Fisterra. Für mich sind dabei noch zwei Eckpunkte bedeutsam: den Frances – wie bisher auch schon – so weit es irgend geht vermeiden und den Camino Vadiniense y Lebaniego integrieren. Los gehen soll es so Mitte April. Meine Lieblingsentfernung pro Tag ist zwischen 26 und 28 km und ich möchte gern so oft wie möglich und durch deren Zustand vertretbar in öffentlichen Herbergen übernachten. In größeren Städten plane ich üblicherweise ein bis zwei zusätzliche Erholungs-/Kultur-/Besichtigungstage ein, wenn es passt so etwa alle 14 Tage.

Das wäre aktuell der Routenplan: Anreise per Bus über Girona zum Cabo des Creus -> GR11 -> El port de la Selva/Monestir de Sant Pere de Rodes -> Figuera/Girona/Montserrat auf dem C. Sant Jaume -> Camino Catalán (Südzweig) über LLeida nach Fuentes des Ebro -> über den Ebroweg und Zaragoza bis Gallur -> C. Soriano bis Soria und weiter über Abeja bis Mamolar -> auf dem Lana bis Burgos.

Dann ändere ich ein wenig die Hauptrichtung und möchte den Valle de Mena "rückwärts" laufen bis Balmaseda um auf den Olvidado zu treffen, dem ich bis Matamorosa folge, um dann auf dem Besaya (bis fast) ans Meer zu kommen, bei Torrelavega. Dort soll es ein kleines Stück den Norte entlang gehen.

Ab San Vincente de la Barquera möchte ich dann dem Lebaniego folgen, wohl bis Cistierna um dann auf den Olvidado zu wechseln oder es geht über Mansilla des las Mulas bis León (auf dem Francés ein Stück), jedenfalls dann bei/nach La Robla auf dem Salvador zurück nach Oviedo. Von dort dann ganz gemächlich auf dem Primitivo nach Melide. Dort entweder dem Hauptstrom folgend oder kurzentschlossen noch eine Querspange nach Lalín und von dort über die Plata nach Santiago. Dann bleibt nur noch der kleine Rest über Muxía nach Fisterra.

Was denkt ihr dazu? Habt ihr mit Teilstrecken davon Erfahrungen, besonders mit dem Jaume und den Wegen die ich entgegen der Markierung zu laufen plane (Valle de Mena, Besaya, San Salvador) und wie es dort mit Unterkünften/Markierungen aussieht?

Pilgersüchtige Grüße!
Anne136
Beiträge: 121
Registriert: 27. Feb 2022, 16:17

Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Anne136 »

Hallo, ich kann dir nicht zu allen Wegstrecken was sagen, aber rückwärtslaufen geht mit Navi ganz gut.
Wikilock hat gute Wegbeschreibungen. Den Camino Baztan bin ich rückwärts gelaufen, auch in Pfeilrichtung ist er nicht so gut ausgeschildert.
Ohne Navi hätte ich den Weg niemals gefunden und auch mit Navi konnte ich manchmal nicht glauben, dass ich mitten ins Gestrüpp oder den Graben abbiegen sollte. Aber es war richtig. In Laufrichtung hätte sich die Wegführung von alleine ergeben, in "falscher" Richtung nicht.
Der Lebaniego ist gut ausgeschildert, auf dem Vadiniense brauchst du das Navi auch in Wegrichtung. Hier standen die Wegweiser, wenn vorhanden, auch mal 150 Meter hinter einer nicht einsehbaren Kurve und auch meine 2 Mitpilgr standen irgendwo in der Pampa zwischen hohen Ginsterbüschen. Lässt du die Sprachansage mitlaufen, ist es kein Problem. Ich fand es ätzend ständig "in 100 Metern rechts, in 50 Metertn, jetzt abbiegen...
Wenn du den Lebaniego/Vadiniense läufst geht es von Leon über den San Salvador nach Oviedo und dies ist die "richtige" Laufrichtung.
Ich weiß nicht wie du nach San Vincente de la Barquera kommen möchtest. Ich bin im Juni von Santander gestartet und es hat sich nicht gelohnt. Immer entlang der Nationalstraße, Seitenstreifen von Straßen durch Neubaugebiete, in große Chemieanlage vor dir.
Viel Spaß beim Planen.
Wenn du im "Osten" startest. Ich fand die letzten Etappen vom Piamonte sehr schön, bin dann über den Camino Frances nach Saint Jean Pied de Port bis kurz vor Pamplona und entgegen der Richtung den Baztan bis Bayonne, von dort könnte man den Küstenweg anschließen, auch wenn es nicht der direkte Weg wäre.
Gruß Anne
P.S. Joker hat letztes Jahr den San Salvador an den Lebaniego/Vadiniense angehangen und könnte dir da vielleicht helfen.
2008: Camino Frances, 2010/11: Via Plata, 2012: 300km Camino del Norte, 2014: Camino Primitivo, 2017: Camino Ingles, 2022: Camino Portugues, 2024: Camino Baztan von Pau nach Bayonn, 2025: Camino Lebaniego y Vadiniense
Benutzeravatar
Frau Holle
Site Admin
Beiträge: 2475
Registriert: 14. Jul 2019, 14:14
Wohnort: Nordsee

Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Frau Holle »

Wenn du von Leon nach Oviedo läufst, bist du doch in der richtigen Richtung unterwegs :)
u l t r e i a
Benutzeravatar
Camineiro
Beiträge: 2535
Registriert: 15. Jul 2019, 11:53
Wohnort: südl. Münsterland

Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Camineiro »

Frau Holle hat geschrieben: 3. Jan 2026, 14:11 Wenn du von Leon nach Oviedo läufst, bist du doch in der richtigen Richtung unterwegs :)
Als Pilger sind wir immer in der richtigen Richtung unterwegs!

Da gibt es kein falsch. ;)
Jubilado

Ulrikaweg 2021/22
Ostfriesland-Camino 2023/24
S:t Olavsleden 2024
Benutzeravatar
Simsim
Beiträge: 3825
Registriert: 23. Okt 2019, 11:33

Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Simsim »

:?:
Camineiro hat geschrieben: 3. Jan 2026, 14:30

Als Pilger sind wir immer in der richtigen Richtung unterwegs!

Da gibt es kein falsch. ;)
:lol: das nehme ich mal zum Anlass für einen kleinen Abschweifer:

am 2 Tag meines ersten Caminos lief ich ab Montbonnet zwar rot-weißen Markierungen nach, wunderte mich aber immer mehr, dass niemand anders unterwegs war.....Und auch die Sonne von rechts hinten war irgendwie seltsam.
Schließlich hielt mich ein Anwohner an, der die Jakobsmuschel an meinem Rucksack sah und fragte mich, ob ich Richtung Santiago gehen wolle....
Tja es stellte sich heraus, dass ich einen halben Tag in die falsche (?) Richtung unterwegs gewesen bin. Aber richtig war es trotzdem irgendwie, denn direkt darauf geschah mein erstes Camino- Wunder... :D
Caminista
Beiträge: 402
Registriert: 27. Mai 2024, 23:03

Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Caminista »

Interessante Route, würde ich auch gerne laufen, wenn ich die Zeit dafür finden könnte... Dass die ausgesuchten Wege durch wunderschöne, aber auch sehr einsame Gegenden führen, dürfte Dir bewusst sein. Pilger wirst Du wahrscheinlich über lange Zeiten keine treffen. Bzgl. der Wegmarkierungen würde ich mir keine Sorge machen. Besorg Dir die GPS-Tracks und dann musst Du halt gelegentlich auf die Karte schauen. Viele gehbare Wegalternativen zum Verirren gibt es meist eh nicht.

Vielleicht noch eine Alternatividee, wie Du dem CF und den Pilgermassen vor Santiago noch etwas mehr aus dem Weg gehen kannst: wenn Du dem Camino Vadiniense nicht bis nach Mansilla folgst, sondern bei Cistierna wieder auf den Camino Olvidado zurückkehrst und diesen dann bis Ponferrada gehst (kurz vor dem Staudamm am Río Sil nach Süden in die Stadt abbiegen), um dann auf dem Camino de Invierno nach Santiago zu laufen.
Joker
Beiträge: 341
Registriert: 5. Feb 2024, 12:42
Wohnort: Brandenburg

Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Joker »

Also, der Camino Lebaniego und der Vadinense sind mE gut ausgeschildert... Auf das Navi würde ich dennoch nicht verzichten: mindestens einmal war die Beschilderung für mich verwirrend.

Der Camino San Salvador ist in "Hauptrichtung" mE gut ausgeschildert. Aber auch hier ist das Navi hilfreich: mindestens einmal brauchte ich einen Alternativweg, der Camino war unpassierbar.

Die Gegenrichtung stelle ich mir ohne Navi schwer vor. Die Beschilderung war zT nur einseitig erkennbar. Aber bei komoot ist der Weg mE drin und dann geht es wieder.

Auf alle Fälle sind es tolle Strecken.
Viel Spaß und
Buen Camino
„Nicht alle, die wandern, sind verloren …“

Gandalf
Benutzeravatar
Gertrudis
Beiträge: 846
Registriert: 15. Jul 2019, 23:35
Wohnort: Hohenpeißenberg

Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Gertrudis »

Eine super spannende Route! Ein paar Deiner abgelegeneren Etappen kenne ich teilweise, aus Zeiten, in denen ich ganz ohne GPS gegangen und doch eigentlich immer gut weiter gekommen bin. Zum Beispiel der Cami Sant Jaume war 2018 schon sehr gut ausgeschildert. Allerdings würden sich nur meine letzten Etappen ab Vic bis Montserrat mit Deinem Plan decken (ich bin damals von Prades über den Pic du Canigou nach Süden und erst in Olot auf die nördlichere Variante des C. Sant Jaume getroffen). Aber nach den eindrucksvollen Bergetappen fand ich dann die Etappen des Sant Jaume durch die ausgedehnten Wälder des südlichen Pyrenäenvorlandes vergleichsweise recht unspannend, leider. Ich hatte den Eindruck, der Weg könnte einfach auf dem Reißbrett mit der Vorgabe: möglichst viel Wald, möglichst wenig Kontakt zur Zivilisation entstanden sein. Manchmal bin ich halt dann ein paar Kilometer vom Weg abgewichen, wenn die Lust nach einer Bar aufkam, und kam in hübsche Dörfchen, die einem der markierte Weg einfach vorenthält! Die Etappe am Schluss auf die Zackenfelsen von Montserrat zu, das war aber schon großartig.
Benutzeravatar
Winti46
Beiträge: 445
Registriert: 21. Jul 2019, 09:49
Wohnort: Winterthur
Kontaktdaten:

Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Winti46 »

Dann kannst Du Dein Pilgern auch gleich noch auf der Volta da Gloria Finisterre-Cee-Carnota-Muros-Noia-Santiago beenden.
https://ibb.co/yn63yZX6
(118)-Peitho
Beiträge: 7
Registriert: 30. Jul 2020, 16:24
Wohnort: Thüringen

Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von (118)-Peitho »

Hey,

habt erstmal Dank für die ganzen Antworten und Anregungen! Ich versuche mal auf alles einzugehen :)

* Auf dem Baztan plane ich nicht zu laufen, oder meinst du es generell in Bezug auf Caminos minores rückwärts? Mein Plan ist der Besaya "rückwärts" also westlich der gedachten Linie Burgos-Santander. Hat da wer Erfahrung in irgenmdeine der Richtungen?
* Vom Besaya aus komme ich wohl in Torrelavega/Barreda auf den Norte, dem ich dann bis Santillana und Comillas bis San Vincente folgen werde, also so 41 km. Ab Barreda müsste auch die Autobahn etwas weiter weg sein, schlimmer als der Portugues wird es wohl kaum sein… Ich habe zumindest die Tage nach Boo bis Unquera recht gut in Erinnerung.
* Wegen des Übergangs vom Lebaniego/Vadienense zum Salvador über lege ich auch schon, ob ich nicht noch León mitnehmen mag. Das ist ggf. auch Kürzungspotential über den Olvidado. Das kann ich ggf. auch unterwegs noch entscheiden.
* San Salvador nach Oviedo: Stimmt, dass ist ja "richtig" rum! Ein Problem weniger. Wie sieht es da mit Unterkünften und Versorgung aus?
* @SimSim was war denn Dein "erstes Camino- Wunder"?
* "Dass die ausgesuchten Wege durch wunderschöne, aber auch sehr einsame Gegenden führen, dürfte Dir bewusst sein." Ja, das mag ich sehr und zuletzt auf dem Levante habe ich es sehr genossen, oft tagelang allein gewesen zu sein, obwohl alles so voller Geschichte war, so intensiv der Weg und die Verbindung von Menschen, Sprache und Geschichte so spürbar war. Es war eine Kulturlandschaft in ihrem eigentlichen Sinne.
Danach war mir die Plata/Sanabrés ab dem wunderbaren Zamora schon ein wenig zu voll und ich habe zwischen Arévalo, Medina del Campo und Toro mir nochmal Extrazeit genommen – gerade für die Tage am Duero. Auch in Nordandalusien auf dem Mozárabes zwischen Córdoba und Mérida war es einfach wundervoll (ist bisher mein Lieblingsweg :] neben der Etappe zwischen Lubián/Laza auf dem Sanabrés* und der Hospitales-/La Mesa-Etappe auf dem Primitivo).
* Varianten über den Invierno: Wäre auch noch offen, zuletzt hatte ich in Lalín nur so wenig begeisterte Menschen (Struktur, Markierung, Weg) getroffen, die hauptsächlich auch nur dem CF entfliehen wollten, aber vielleicht hatten die auch nur den CF mit weniger Massen erwartet.
* "Zum Beispiel der Cami Sant Jaume war 2018 schon sehr gut ausgeschildert." Gut zu lesen! Ich denke, ich mag mir trotzdem noch mal einen (pdf?-)Guide suchen, ich bin gar nichts so der Freund von Navis und "dem Datenschnuller", nur wenn es eben nicht anders geht. "El Grande Apagón" hat wieder mal gezeigt, dass mensch nicht zu sehr darauf vertrauen sollte. Ich fand allerdings die Ruhe mit der mitten in Kastilien damit umgegangen wurde ziemlich beeindruckend.
* "Volta da Gloria Finisterre-Cee-Carnota-Muros-Noia-Santiago" Kenne ich gar nicht, magst du mehr dazu sagen?

-> War irgendwer schon mal auf dem Valle de Mena?
-> Seht ihr einen Teil, in dem es mehr im als einen "dickeren" Schlafsack braucht, ein Zelt? Die Gebirgssachen sollten erst Ende Mai erreicht werden.

Ich muss mir auch noch mal Gedanken über die Schuhversorgung machen, da ich immer mit Five-Fingers unterwegs bin, die ich mir zusenden lassen muss. Auf den abseitigeren Wegen ist manchmal kein paq peregrino verfügbar, wie ich in Valencia erfahren habe. Aber mir wurde weitergeholfen und in Ávila wartete dann das Päckchen seine spanischen 15 Tage auf mich. Das war auch, als endlich der 2025er Frühjahrsregen aufhörte, der mich zusammen mit dem Matsch seit dem Meer/dem Albufera täglich begleitet hatte. Eine Erinnerung an La DANA, nicht nur für mich.

Liebe Grüße!

* Ich sag mal Pilgerschaukel, Fern-Seher und El Rincón del Peregrino. 8-)
Benutzeravatar
Winti46
Beiträge: 445
Registriert: 21. Jul 2019, 09:49
Wohnort: Winterthur
Kontaktdaten:

Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von Winti46 »

"Volta da Gloria Finisterre-Cee-Carnota-Muros-Noia-Santiago" Kenne ich gar nicht, magst du mehr dazu sagen?
Die Volta de Gloria ist eine neue, knapp 300 km lange Rundwanderroute, die in Santiago de Compostela beginnt und endet. Sie verbindet drei historische Routen: von Santiago aus den etwa 120 km langen Camino über Muxía nach Fisterra, die etwa 70 km lange Vía Mítica zwischen Fisterra und Muros und den etwa 100 km langen Camino de la Ría de Muros-Noia zurück nach Santiago. Ich war vor langer Zeit einmal auf Teilstücken zwischen Cee und Noia wandernd unterwegs und fand die Küste wunderbar. Infos gibt es leider nicht auf Deutsch: www.voltadagloria.es in Spanisch+Englisch und www.caminoriamurosnoia.gal in Spanisch.
(118)-Peitho
Beiträge: 7
Registriert: 30. Jul 2020, 16:24
Wohnort: Thüringen

Re: Neue Pilgerpläne 2026

Beitrag von (118)-Peitho »

Spannend! Muss ich mir mal vormerken!
Antworten