41) Hinter Bourbonne-les-Bains bin ich nicht dem Pilgerweg gefolgt, sondern auf der Straße nach Coiffy-le-Haut. Zum einen regnete es an diesem Tag ganz ordentlich und mein Pilgerführer beschrieb den Weg im Tal als oft sehr matschig. Der wichtigere Grund für mich war jedoch der Besuch bei einer Winzerin in Coiffy. Die IGP Coteaux de Coiffy ist ein sehr kleines Weinbaugebiet mit nur zwei kommerziellen Winzern. Beide haben ihren Betrieb direkt gegenüber an der Hauptstraße in Coiffy, gar nicht zu verfehlen. Den Besuch bei Florence Pelletier kann ich nur empfehlen. Ja, ja, ich bin halt auch ein Turigrino und lasse mir solche Sachen nicht entgehen... Und trotz des miesen Wetters hatte ich schöne Blicke vom hochgelegenen Ort in die Umgebung.
Bei Les Granges du Val bin ich wieder auf den Pilgerweg zurückgekommen. Ein breiter Feldweg führt bis kurz vor Chézeaux. Ab da bis Varennes-sur-Armance führt der Weg leider über Straßen.
Vorsicht: es gibt eine alte Wegführung, die nicht mehr ausgeschildert ist und am Fuße des Berges vor Varennes links abbiegt, um dann das letzte Stück steil den Berg hinauf zum Dorf zu führen. Das steile Stück ist auch ohne Karren kaum mehr begehbar (was habe ich mich gequält), mit Karren absolut unmöglich. Bleib also bis Varennes auf der Straße.
42) Hinter Varennes biegt der Pilgerweg links ab in ein Waldgebiet, durch welches er bis kurz vor Marcilly-en-Bassigny führt. Die meiste Zeit führt der Weg durch den Wald über bequeme Feldwege, aber es gibt einen Teilabschnitt, der durch sehr verwachsenen jungen Wald führt. Es mag möglich sein, mit dem Karren da durchzukommen, aber es wäre sicher ziemlich anstrengend. Ich habe auf diesem Stück leider nicht fotografiert, so dass ich Dir keinen Eindruck liefern kann, damit Du es selbst beurteilen kannst. Hier nur ein Bild vom Pfad von etwas davor:
Es ist auch an einer Stelle ein kleiner Bach zu überqueren. Zur Zeit, als ich dort langkam, war das nicht besonders schwer:
In dem verwachsenen Stück ist die Kennzeichnung auch oft nur schwer zu finden, so dass ich mich "verlaufen" habe. Tatsächlich habe ich dadurch etwa 800m abgekürzt, wie ich später festgestellt habe. Dann folgte ein kurzes Stück breiter Feldweg, bis zum Abstieg hinunter zum Ruisseau du Val de Presles. Hier der Einstieg zum Abstieg:
Der hat es leider in sich, denn er ist sehr steil und rutschig. Ich bin da nur in winzigen Tippelschrittchen runtergekommen. Mit einem Karren, dessen Gewicht auch noch von hinten schiebt, wäre das nicht gegangen. Weiter unten in der Nähe des Baches folgt ein teilweise sehr matschiger Abschnitt:
Nachdem man auf einer Brücke den Bach überquert hat, kann man in der Kurve rechts durch die Bäume durch auf einer Lichtung die Kapelle Notre-Dame de Presles sehen. Ein paar Meter weiter biegt ein Feldweg dorthin ab. Von dieser Stelle bis nach Marcilly-en-Bassigny ist der Weg auch mit Karren wieder gut begehbar.
Aufgrund der Schwierigkeiten für den Karren auf dem Weg von Varennes nach Marcilly würde ich empfehlen, auf der Straße (D14, D172) zu laufen. Entweder direkt durch bis Marcilly oder mit einem Abstecher zur Kapelle Notre-Dame de Presles. Kurz nachdem die D172 den Ruisseau du Val de Presles
überquert hat, gibt es einen
Abzweig nach links zur Kapelle. Da ich an der Kapelle Autos gesehen habe, die diesen Weg gekommen waren, sollte er auch mit Karren begehbar sein. Von dort aus kannst Du dann den kurzen Weg zum Pilgerweg gehen und auf diesem nach Marcilly weitergehen.
Die Kapelle ist im Pilgerführer (Outdoor) nicht beschrieben, ich würde aber den Abstecher dorthin empfehlen. Sie ist wirklich sehenswert. Neben der Kapelle gibt es auch Tische mit Bänken, Wasser gibt es an der heiligen Quelle in der Krypta. Also ideal für eine Pilgerrast...
Auch wenn ich sonst nur den Weg selbst beschreibe, mache ich hier mal eine Ausnahme und füge noch ein paar Bilder der Kapelle ein:
Fresken aus der Entstehungszeit der Kapelle (Anfang 14. Jhdt.):
Vermutlich karolingische Krypta mit heiliger Quelle:
