Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Pilgerwege in Deutschland, Österreich und der Schweiz
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Frau Holle
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von Frau Holle »

Ronny1976 hat geschrieben: 4. Jul 2025, 11:19 Aufkleber könnte man eben zählen. Außer Pilger braucht die halt niemand sonst. ..
Nur weil man etwas nicht braucht heißt das doch noch lange nicht, dass es nicht mitgenommen wird…
Wenn in einer Kirche Sticker liegen würden würden ganz sicher welche wegkommen und man würde in der Kirche vielleicht auch welche finden, spätestens im Gästebuch
u l t r e i a
pilger0815
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von pilger0815 »

Perspektive Pilgerwege in Brandenburg (plattes Land, dörflich, selten größere Städte)
Dann renne ich nicht noch km weit durch einen mir unbekannten Ort um das Privatquartier zu suchen, sondern nehme mir ein Zimmer im Gasthof.
Falls es diesen gibt und ein Zimmer frei ist. Bei 70-120€/Nacht kann ich mir diesen Luxus nur wenige Tage gönnen. Zudem trifft man in den Pilgerherbergen/Unterkünften vielleicht keinen Pilger, doch zumindest interessierte Menschen, mit denen man seine Erfahrungen austauschen kann.
Und noch wieder andere bevorzugen Ultreia mit i (mir fällt grad niemand ein. Aber es gibt sie.).
Spanier und Portugiesen werden zur Variante mit "i" greifen, da es ihrem Sprachempfinden am nächsten kommt.
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Camineiro
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von Camineiro »

pilger0815 hat geschrieben: 11. Jul 2025, 12:42 Perspektive Pilgerwege in Brandenburg (plattes Land, dörflich, selten größere Städte)
Dann renne ich nicht noch km weit durch einen mir unbekannten Ort um das Privatquartier zu suchen, sondern nehme mir ein Zimmer im Gasthof.
Falls es diesen gibt und ein Zimmer frei ist. Bei 70-120€/Nacht kann ich mir diesen Luxus nur wenige Tage gönnen. Zudem trifft man in den Pilgerherbergen/Unterkünften vielleicht keinen Pilger, doch zumindest interessierte Menschen, mit denen man seine Erfahrungen austauschen kann.
Und noch wieder andere bevorzugen Ultreia mit i (mir fällt grad niemand ein. Aber es gibt sie.).
Spanier und Portugiesen werden zur Variante mit "i" greifen, da es ihrem Sprachempfinden am nächsten kommt.

Fünf Jahre war der Martin nicht mehr da - jetzt schreibt er wieder … Hipp Hipp Hurra 👍😄

Long time no hear … compañero.
Jubilado

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ilfuchur
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von ilfuchur »

Martin, bist du das wirklich? Ist das ein Hammer! Wie schön!!! Ich freue mich ganz arg! Ich dachte schon, du bist komplett verschwunden.

Ach, ist das schön! 🙅🙅🙅
Pilger, die beim Gehen manchmal einfach nur Bauch und Füße sind - #Bauchfüßler eben.
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Ronny1976
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von Ronny1976 »

Übrigens "beschweren" sich die Herbergsbetreiber hier auf der Gebennensis auch über sehr wenige Pilger dieses Jahr. Woran das liegt kann aber auch keiner erklären. Ich höre das nun schon zum dritten mal...
Buen Camino und ultreya!
Egeria

Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von Egeria »

Wir waren letztes Jahr Rothaarsteig andersrum, also von Dillenburg aus. Mal abgesehen davon, dass der Wald im Siegerland völlig kaputt war und die Quellen jämmerlich aussahen, waren die Unterkünfte , die mehr oder weniger auf dem Weg lagen schlecht und super teuer oder hatten gerade Ruhetag. Essen ebenfalls teuer und nichts besonders. Und die Betreiber bzw. Personal waren jetzt nicht mal besonders freundlich.

Die Infos auf den Webseiten sind unzureichend (Rhein-Weser-Turm z. B.) Keine Preise. Wir waren ziemlich frustriert und haben vor Winterberg abgebrochen, uns in den nächsten Zug gesetzt und sind auf Norderney gelandet. Kleines, feines Appartement für die Hälfte des Preises, was wir aufm Rothaarsteig im Schnitt zahlen mussten.
Mich würde der Rennsteig noch interessieren, aber, wenn das da auch so ist, dann wundert es mich nicht, dass es die Menschen zum Wandern oder Pilgern dahin zieht, wo das Preis-/Leistungsverhältnis noch so einigermaßen stimmt.
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Icecube84
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von Icecube84 »

Egeria hat geschrieben: 12. Jul 2025, 15:18 [...]
Mich würde der Rennsteig noch interessieren, aber, wenn das da auch so ist, dann wundert es mich nicht, dass es die Menschen zum Wandern oder Pilgern dahin zieht, wo das Preis-/Leistungsverhältnis noch so einigermaßen stimmt.
Rennsteig gehe ich im Oktober.
Hab im April alles vorgebucht. Mein teuerster Weg in Deutschland bisher. Teuerstes Zimmer 92€ inkl. Frühstück.
Teilweise schwer ne Unterkunft für nur eine Nacht zu bekommen. Das Problem hat man in Deutschland aber immer wieder.
Buen Camino,
Jani

Camino francés / Pilgerweg McPomm / Camino portugués / Jakobusweg Lüneburger Heide / Malerweg / Hexenstieg / Via Scandinavica / Eifel-Camino / Camino primitivo / Camino inglés
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Ronny1976
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von Ronny1976 »

Der Pilger dankt - er erwartet nicht...
Buen Camino und ultreya!
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Raimund Joos
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von Raimund Joos »

Ronny1976 hat geschrieben: 12. Jul 2025, 20:45 Der Pilger dankt - er erwartet nicht...
Der gute alte Spruch reimt sich aber nur noch dann, wenn auch vom Pilger nichts gefordert oder erwartet wird! 😉

"Mit dem Maß mit dem ihr meßt werdet auch ihr gemessen werden." (Jesus)

BC

Raimund
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Matt Merchant
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von Matt Merchant »

Raimund Joos hat geschrieben: 13. Jul 2025, 10:48 "Mit dem Maß mit dem ihr meßt werdet auch ihr gemessen werden." (Jesus)
Genau der war heute Predigttext in den evangelischen Kirchen!! 8-)
"Das Unscharfe um das Display herum, das ist der Camino.“ (frei nach M. M. Profitlich) :geek:
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Raimund Joos
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von Raimund Joos »

@Matt. So ist es! Und ich habe die erste Version meines Beitrages genau in dem Moment getippt als der Beitrag in der evangelischen Morenfeier im Sender Bayern 1 lief und habe ihn dann entsprechend ergänzt :D
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ilfuchur
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von ilfuchur »

Icecube84 hat geschrieben: 12. Jul 2025, 16:43
Teilweise schwer ne Unterkunft für nur eine Nacht zu bekommen. Das Problem hat man in Deutschland aber immer wieder.
Das Problem hatte ich in Bullay, aber wie! Ich bin den Mosel-Camino so gegangen, wie ich eben auch in Spanien gehe: Morgens Abmarsch, gucken, wie weit ich komme und dann gucken, wo ich schlafen kann. Am Telefon wurde ich direkt abgewimmelt: Ein Zimmer für nur eine Nacht? - Auf gar keinen Fall! und wenn, dann wäre mir das eh zu teuer (das fand ich schon ein bisschen zu offenkundig abwimmelnd, weil ich ja, selbst wenn ich das gewollt hätte, was ich ganz bestimmt nicht tat, gar nicht nach einem Preis hätte fragen können und mir der auch gar nicht mitgeteilt wurde). Dann lief ich zu den Unterkünften, die nicht ans Telefon gingen, hin und ließ mich persönlich abwimmeln. Das krazte schon ein bisschen an meinem Pilgerfell. Dabei wurde es später und später und ich stand da, nach 20.00 Uhr mit meinem Rucksack auf dem Buckel und Kohldampf im Bauch und ... rief Thomas an und bat ihn, mich abzuholen. Meine Alternative wäre noch gewesen, mir einen heimeligen Hochsitz im Wald zu suchen. Dann fand ich eine Kneipe, in der ich warten und etwas essen wollte. Die Wirtin musterte mich ein bisschen verwirrt und irgendwie gab ein Wort das andere und am Ende rief ich Thomas wieder an, sagte ihm, dass er wieder umkehren kann und hatte ein Bett in einer Abstellkammer mit Waschbecken. Das war so lieb!
Ich habe mir dann einfach gesagt, dass die Leute in Bullay wohl ein bisschen eigen sind. Es gibt ja so Orte, wo die Leute ... ein bisschen .. stolz sind, dass sie da wohnen. Meine Wirtin gehörte ganz offenkundig nicht zum alten Bullayer Uradel.

Ich hab mich noch nie für die Preise in Deutschland interessiert, aber ganz ehrlich? Bei 90,-- + für eine Übernachtung (also wohlgemerkt in öffentlichen Unterkünften, nicht denen, die von Menschen von privat für Pilger zur Verfügung gestellt werden) rechnet mein Kopf aus, wie viele Übernachtungen ein Flugticket nach Spanien kostet ... zu Herbergen, anderen Pilgern, gemeinsamen Mahlzeiten und allem, was ich sonst so sehr in Spanien liebe.

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Pilger, die beim Gehen manchmal einfach nur Bauch und Füße sind - #Bauchfüßler eben.
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Camineiro
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von Camineiro »

ilfuchur hat geschrieben: 13. Jul 2025, 18:14
Icecube84 hat geschrieben: 12. Jul 2025, 16:43
Teilweise schwer ne Unterkunft für nur eine Nacht zu bekommen. Das Problem hat man in Deutschland aber immer wieder.
Das Problem hatte ich in Bullay, aber wie! Ich bin den Mosel-Camino so gegangen, wie ich eben auch in Spanien gehe: Morgens Abmarsch, gucken, wie weit ich komme und dann gucken, wo ich schlafen kann. Am Telefon wurde ich direkt abgewimmelt: Ein Zimmer für nur eine Nacht? - Auf gar keinen Fall! und wenn, dann wäre mir das eh zu teuer (das fand ich schon ein bisschen zu offenkundig abwimmelnd, weil ich ja, selbst wenn ich das gewollt hätte, was ich ganz bestimmt nicht tat, gar nicht nach einem Preis hätte fragen können und mir der auch gar nicht mitgeteilt wurde). Dann lief ich zu den Unterkünften, die nicht ans Telefon gingen, hin und ließ mich persönlich abwimmeln. Das krazte schon ein bisschen an meinem Pilgerfell. Dabei wurde es später und später und ich stand da, nach 20.00 Uhr mit meinem Rucksack auf dem Buckel und Kohldampf im Bauch und ... rief Thomas an und bat ihn, mich abzuholen. Meine Alternative wäre noch gewesen, mir einen heimeligen Hochsitz im Wald zu suchen. Dann fand ich eine Kneipe, in der ich warten und etwas essen wollte. Die Wirtin musterte mich ein bisschen verwirrt und irgendwie gab ein Wort das andere und am Ende rief ich Thomas wieder an, sagte ihm, dass er wieder umkehren kann und hatte ein Bett in einer Abstellkammer mit Waschbecken. Das war so lieb!
Ich habe mir dann einfach gesagt, dass die Leute in Bullay wohl ein bisschen eigen sind. Es gibt ja so Orte, wo die Leute ... ein bisschen .. stolz sind, dass sie da wohnen. Meine Wirtin gehörte ganz offenkundig nicht zum alten Bullayer Uradel.

Ich hab mich noch nie für die Preise in Deutschland interessiert, aber ganz ehrlich? Bei 90,-- + für eine Übernachtung (also wohlgemerkt in öffentlichen Unterkünften, nicht denen, die von Menschen von privat für Pilger zur Verfügung gestellt werden) rechnet mein Kopf aus, wie viele Übernachtungen ein Flugticket nach Spanien kostet ... zu Herbergen, anderen Pilgern, gemeinsamen Mahlzeiten und allem, was ich sonst so sehr in Spanien liebe.

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Auf meinem Moselcamino in 2020 habe ich in Bullay auch vergeblich nach einer Bleibe gesucht.
Ich bin dann schließlich nach einigen Telefonaten auf der anderen Moselseite in Alf gelandet.
Die örtliche Eisdiele vermietete damals Zimmer in einem Wohnblock ein paar Straßen von der Eisdiele entfernt.
Das Frühstück gab’s am nächsten Morgen in der Eisdiele.

Ende gut - Alles gut! 😊


Edit: Wenn man versucht, über Hotelbuchungsportale eine Bleibe für die Nacht zu finden, sollte man es mit mehreren Portalen gleichzeitig versuchen.
Manchmal hat die eine Seite noch Kapazitäten, während bei der anderen Seite schon alles completo ist.

Auch der Versuch, es bei Vergleichsseiten wie Trivago oder Agoda zu probieren, ist nicht immer von Erfolg gekrönt.
Mir ist es schon passiert, dass ich bei Trivago nichts mehr gefunden habe, während dann bei booking seltsamerweise doch noch etwas zu finden war.
Manchmal haben die Vergleichsseiten offenbar auch nicht alles auf der Liste.

Alternativ kann auch Google maps helfen.
Mancher Gasthof, der nicht bei den Hotelbuchungsportalen geführt wird, lässt sich über Google maps finden.
Dort muss man dann direkt anrufen.
Jubilado

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Tritta
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Re: Problem: Pilgerherbergen ohne Pilger

Beitrag von Tritta »

Da mich die Unterkunftssuche von unterwegs aus ziemlich nervt und ich telefonieren hasse....buche ich inzwischen immer alles im Vorfeld von zuhause aus.

Habe mal spaßeshalber nach einer Unterkunft in Bullay gesucht, und zwar mit der Seite die Mila unlängst verlinkt hatte = cozycozy.

Da wird mir (an einem fiktiven Datum ) eine Unterkunft für 23,- angezeigt. Airbnb glaube ich.

Meine Schmerzgrenze für eine Übernachtung liegt bei 70,- und da ich bei meiner Recherche vor ein paar Jahren für den Dingleway nach den ersten 3 Tagen nichts mehr günstiges gefunden habe, habe ich den Weg einfach bestreikt.😄
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