Pilgerziel Apulien • Meta del pellegrinaggio in Puglia

Auf den Spuren des Franz von Assisi und auf anderen Wegen in die ewige Stadt
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FredMario
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Pilgerziel Apulien • Meta del pellegrinaggio in Puglia

Beitrag von FredMario »

Die bekanntesten Pilgerziele in Apulien sind Monte Sant'Angelo auf der Halbinsel Gargano und Santa Maria de Leuca an der südlichsten Spitze des Salento.

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Entlang dieser Pilgerstrecken gibt es auch touristische Leckerbissen. Gerade habe ich eine Auswahl davon entdeckt.

Italien
Urlaub in Apulien:
Was die süditalienische Region zu bieten hat

Mario
“The real voyage of discovery consists not in seeking new landscapes, but in having new eyes.” - Marcel Proust (À la Recherche du Temps Perdu, Vol. 5, La Prisonnière)
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donjohannes
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Re: Pilgerziel Apulien • Meta del pellegrinaggio in Puglia

Beitrag von donjohannes »

Lieber Mario,
ich würde noch Bari auf die Liste der wichtigsten Pilgerziele setzen. Dort in der Kathedrale sind die Gebeine des hl. Nikolaus (des Santa Claus). Über ihnen der Altar ist mW der einzige außerhalb der Grabeskirche in Jerusalem, den sich Katholiken und Orthodoxe teilen.
Zahlenmäßig vermute ich, dass San Giovanni Rotondo all die genannten aber in den Schatten stellt.
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FredMario
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Re: Pilgerziel Apulien • Meta del pellegrinaggio in Puglia

Beitrag von FredMario »

donjohannes hat geschrieben: 4. Jun 2024, 11:54 Zahlenmäßig vermute ich, dass San Giovanni Rotondo all die genannten aber in den Schatten stellt.
Padre Pio. Er 'ruht' im LED-Licht in der Unterkirche von San Pio da Pietrelcina. Ich blieb am 28. September 2016 dort unten in maximaler Entfernung zu seinem mit Panzerglas geschützten Glassarg und hab mir dafür die wunderbaren Wand-Mosaiken angeschaut. Ansonsten fand ich es nur gruselig...

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Ansonsten musste ich mich am nächsten Tag sputen, um Monte Sant'Angelo rechtzeitig zu erreichen.

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Mario
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andrea+wildgans
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Re: Pilgerziel Apulien • Meta del pellegrinaggio in Puglia

Beitrag von andrea+wildgans »

Welch tolles Zitat von Marcel Proust!!! Danke dafür!
Andrea
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FredMario
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Re: Pilgerziel Apulien • Meta del pellegrinaggio in Puglia

Beitrag von FredMario »

Gerne Andrea.

Ich fand das Zitat in einem amerikanischen Pilgerführer zum Camino Invierno. Jetzt hab' ich mal nachgeschaut, in welchem Buch Proust das geschrieben hatte. Es war in seinem siebenteiligen Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (französischer Originaltitel: À la recherche du temps perdu, erschienen zwischen 1913 und 1927) im Buch 5 (oder Buch 6?) Die Gefangene (La prisonnière).

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Mario
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andrea+wildgans
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Re: Pilgerziel Apulien • Meta del pellegrinaggio in Puglia

Beitrag von andrea+wildgans »

Och... das finde ich jetzt aber ganz toll, dass Du das extra rausgesucht hast!!! DANKE!!
Und es erinnert mich an die Neuübersetzung in der Bibel von Ps 84,6: "Wohl den Menschen, die Pilgerwege im Herzen tragen" - und an Saint-Èxupery: "Man sieht nur mit dem Herzen gut!" - drei ganz unterschiedliche Quellen, die aber doch auf etwas Gemeinsames hinweisen: Es geht um eine Haltung und weniger um ein Tun bzw. soll/kann mit einem Tun eine Haltung eingeübt werden.
Aber damit haben wir mal wieder erfolgreich das eigentliche Thema verlassen :) ... sorry!!
Aber ich freue mich sehr, jetzt die Originalquelle zu haben! Merci beaucoup!
Andrea
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FredMario
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Re: Pilgerziel Apulien • Meta del pellegrinaggio in Puglia

Beitrag von FredMario »

andrea+wildgans hat geschrieben: 8. Jun 2024, 00:43 Aber damit haben wir mal wieder erfolgreich das eigentliche Thema verlassen :) ... sorry!!
Aber verlorene Zeit war es nicht.

Lach...

Mario
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Via Comitis
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Pilgerziel Apulien • Meta del pellegrinaggio in Puglia

Beitrag von Via Comitis »

donjohannes hat geschrieben: 4. Jun 2024, 11:54 ... ich würde noch Bari auf die Liste der wichtigsten Pilgerziele setzen. Dort in der Kathedrale sind die Gebeine des hl. Nikolaus (des Santa Claus). ...

Bari war 2021 eine Etappe auf meinem Weg nach Santa Maria di Leuca und ich habe in der Krypta der Basilika San Nicola gebetet, aber sind es wirklich die Reliquien des hl. Nikolaus von Myra?


Gruss

Stefan :-)
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donjohannes
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Re: Pilgerziel Apulien • Meta del pellegrinaggio in Puglia

Beitrag von donjohannes »

Via Comitis hat geschrieben: 8. Jun 2024, 16:00 ...wirklich..?
Danke Stefan für den Hinweis. In diesen Fragen fehlt in der Regel eine letzte Gewissheit.
Allerdings ist das Auffinden einer Krypta und eines Grabes (ohne Erwähnung von Gebeinen sondern bloß einer Grabstätte, die mal unter Wasser war) kein Hinweis, dass die Reliquien nicht nach Bari gebracht wurden - das leere Grab wäre natürlich dort geblieben. Hat hier vielleicht die Presse etwas missverstanden? Grab = Leib?
Denn gemessen an der Bedeutung von Reliquien in der Orthodoxie hätte niemand sein Grab "absaufen" lassen ohne die Reliquien zu übertragen und die italienischen "Reliquienretter" (vor der Zerstörung der Seldjuken, die damals das Gebiet eingenommen hatten) hätten nicht etwas geklaut, was nicht sichtlich verehrt worden wäre - noch würden die Orthodoxen heute in Bari beten, wenn man den Plünderern etwas vorgegaukelt hätte. Die Orthodoxie hat sogar ein Fest der Übertragung der Reliquien nach Bari (9. Mai im Julianischen Kalender). Ist das alles wahrscheinlich, wenn die Reliquien dort geblieben wären? Es ist möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich.

Also doch ein Pressefehler? Wie sich solche Pressemeldungen von Journalisten, die sich oft selber einen Reim machen, mehrfach widersprechen, sieht man gut an diesem Artikel dazu:
Records do show that St Nicholas was buried at the church built in his name. However his body's exact whereabouts has always been a mystery. ["always"...Naja, im Mittelalter gab es keine Zweifel] Researchers now believe at the time of his death in 343 AD, St Nicholas was interred at the church in Demre, where he lay undisturbed until the 11th century [Also was jetzt: bis ins 11. oder 21. Jht ungestört?].
Previously, it was believed the 1,674-year-old remains were smuggled to the Italian city of Bari by merchants in the year 1087. However, Turkish archaeologists are now suggesting the wrong bones were removed - and the ones that went to Italy belonged to an anonymous priest. [Aufgrund von was? Hat man im aufgefundenen gefluteten Sakrophag Knochen gefunden? Dazu fand ich keine Angaben. Ist es, weil in der später zerstörten und dann - im 20. Jht! - ausgegrabenen Kirche ein kaputter Sakrophag in der Oberkirche eine Weile als "ehemalige Begräbnisstätte des Nikolaus und aufgebrochener Sakrophag" "identifiziert" wurde - und den man nun an anderer Stelle verortet?]
He was buried in his church at Myra, and by the 6th century his shrine there had become well known. [Also wusste man wenigstens damals doch wo ?!] In 1087 Italian sailors or merchants stole his alleged remains from the tomb [Also von dort, wo der ganze Schmuck war und die Gläubigen beteten] and took them to Bari, Italy. Nicholas’s relics remain enshrined in the 11th-century basilica of San Nicola at Bari [Das kann nicht stimmen, wenn die Pressemeldung stimmt, denn sonst wären nicht die Reliquien von Nicholas dort, sondern eines "anonymen Priesters"], though fragments have been acquired by churches around the world [wäre dann auch ein Blödsinn. Allerdings wurden Reliquien, die (nach bester Rekonstruktion) via Bari und Lyon in die USA kamen 2017 von der Oxford University radiocarbondatiert auf das 4. Jht - was zwar nicht bestätigt, dass sie von Nicholaus sind, aber wenigstens unwahrscheinlich macht, dass die Italiener das nächstbeste "Grab eines Piesters" geplündert haben, wie der Artikel sinuiert.].
Wie gesagt: hier fehlt in der Regel immer letzte Gewissheit. Aber Archäologen verkaufen manchmal mehr als sie haben, weil sie auf Geldmittel angewiesen sind und Journalisten verkaufen manchmal mehr als sie wissen, weil sie auf eine Geschichte angewiesen sind (die dann nicht immer Sinn ergibt - so wie sie dasteht)
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FredMario
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Re: Pilgerziel Apulien • Meta del pellegrinaggio in Puglia

Beitrag von FredMario »

Begegnung in Bari. Friedrich II von Hohenstaufen und Franziskus von Assisi, Eberhard Cyran 1986

Vielleicht braucht Glaube diese Legenden, wohlwissend, dass es eben (nur) Legenden sind...

In dem Büchlein von Eberhard Cyran wird versucht, Gemeinsamkeiten dieser beiden Persönlichkeiten des 13. Jahrhunderts hervorzustellen. Eine historisch gesicherte Begegnung gab es ganz sicher nicht. Aber die erfundenen Dialoge könnten zum Verständnis der beiden Persönlichkeiten beitragen.

Ganz anders die Gebeine des Heiligen Nikolaus. Das Gebet in Bari ist sicher ganz wichtig für den, der betet. Was spielt es da für eine Rolle, ob sich dort wirklich die Gebeine des Heiligen befanden oder noch befinden?

Mario
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FredMario
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Re: Pilgerziel Apulien • Meta del pellegrinaggio in Puglia

Beitrag von FredMario »

Bari aktuell

https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/g-7-gipfel-apulien-italien-e480661/

Kennst du das Land, wo die Olivenbäume sterben?

"Nächste Woche macht das G-7-Spektakel Station im italienischen Apulien. Eigentlich eine traumhafte Destination für die Führer der westlichen Welt – wenn da nicht ein paar Probleme wären. [...] Dieser Staufer [Kaiser Friedrich II] war, man kann das wohl sagen, einer der klügsten Anführer des Mittelalters, jedenfalls einer der neugierigsten. Ein Kaiser, der selbst in jener rauen Zeit Kunst und Kultur zugetan war, ein Wanderer zwischen den Welten. Für den Papst war er der Antichrist, für seine Anhänger „Stupor mundi“, das Staunen der Welt. Castel del Monte, das man im flachen Land weithin sieht, und von dem man weithin sehen kann, steht für die Zwiespältigkeit eines Herrschers, der weit denken wollte, und doch immer wieder in die Wirrnisse der Welt zurückgezogen wurde."
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/

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2019. Unterwegs im Salento nach Santa Maria di Leuca...

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Besuch in Gagliano del Capo bei Melcarne Andrea, dem Kämpfer gegen das Sterben der Olivenbäume durch das Bakterium Xylella, das durch das Verstopfen der Wasseradern den Baum zum Austrocknen bringt. Inzwischen gibt es Mutationen dieses Bakteriums, dass auch andere Nutzpflanzen tötet.

Mario
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