Das Netzwerk "VIA REGIA - Kulturstraße des Europarates"

Der Weg auf der Via Regia durch den Osten Deutschlands
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Christoph Kühn
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Das Netzwerk "VIA REGIA - Kulturstraße des Europarates"

Beitrag von Christoph Kühn »

Über einen Zeitraum von neun Jahren, von 2002 bis 2011, arbeitete die Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft über ihren mitteldeutschen Regionalverband in verschiedenen Projekten mit dem Europäischen Kultur- und Informationszentrum in Thüringen (EKT) zusammen, das seinen Sitz in Erfurt hat. Ausgangspunkt der Zusammenarbeit war für uns die Erarbeitung eines Pilgerweges im Verlauf der Via Regia von Görlitz nach Vacha, an den sich die Unterstützung der Görlitzer Kulturhauptstadtbewerbung und die Vorbereitung einer Korrespondenzausstellung zum Thema „Pilgern“ zur 3. sächsischen Landesausstellung 2011 in Görlitz anschlossen.

Am EKT dachte man bereits in anderen Dimensionen und verfolgte die Vision einer vom Europarat anerkannten Kulturstraße, die unter dem Leitbegriff „Via Regia“ von Kiew bis Santiago de Compostela reichen sollte. In dieser Erstreckung wurde unter dem Namen „Via Regia“ eine europäische Handlungsmaxime geschaffen, in der sich anliegende Städte, Gemeinden, Vereine und Initiativen zu einem Netzwerk zusammenschließen können. Wir trafen uns dreimal zu Tagungen mit internationaler Beteiligung, 2002 in Großenhain, 2004 in Erfurt und 2006 in Görlitz, wo wir unsere Ideen vorstellten, diskutierten und weiterentwickelten. Bemerkenswert an diesen Treffen war eine rege Teilnahme von jungen Menschen aus Polen und der Ukraine, von Studierenden, Künstlern und Nachwuchswissenschaftlern. Sie brachten ihre Ideen mit und in ihren Beiträgen war immer eine große Freude – begleitet von einer gespannten Erwartung – darüber zu verspüren, an dem gemeinsamen Vorhaben mitwirken zu können. Ihre Projekte und künstlerischen Arbeiten zum Thema „Via Regia“ waren von einer lebhaften Kreativität und einer phantasievollen Vielfalt geprägt. Uns allen wurde deutlich: Das ist eine immense Bereicherung.

Zahlreiche Initiativen und Projekte wurden damals auf den Weg gebracht: Der im Sommer 2003 eröffnete „Ökumenische Pilgerweg durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen“ und die 2007 in Luxemburg ausgesprochene Anerkennung der Via Regia in der gesamten Erstreckung von Kiew bis Santiago als Kulturstraße durch den Europarat sind nur zwei davon.

Dem EKT gelang es tatsächlich, ein tragfähiges Netzwerk aufzubauen: Im Herbst 2009 erfolgte die Gründung des Netzwerkes "VIA REGIA - Kulturstraße des Europarates". Das Netzwerk hat bis heute gehalten. Wie tragfähig es ist, zeigt sich in diesen Tagen. Zahlreiche Hilfsaktionen für die Ukraine und die ukrainischen Flüchtlinge sind von den Netzwerk-Mitgliedern innerhalb weniger Tage auf die Beine gestellt worden.

Auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht das EKT regelmäßig Zusammenstellungen, die einen Einlick in die Vielfalt der Möglichkeiten geben, und gibt den ukrainischen Mitgliedern des Netzwerkes eine Stimme:

https://www.facebook.com/VIA.REGIA/
"70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs sind in Europa wieder Städte von der Auslöschung bedroht.""

Karl Schlögel, 2015
Christoph Kühn
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Re: Das Netzwerk "VIA REGIA - Kulturstraße des Europarates"

Beitrag von Christoph Kühn »

Lemberg (Lwiw) ist mit fast 730.000 Einwohnern die größte Stadt im ukrainischen Abschnitt der europäischen Kulturroute VIA REGIA zwischen Polen und Kiew. Die Stadt ist von einer vielseitigen multiethnischen Geschichte geprägt, die auch in ihrem Stadtbild und in ihrer Architektur ihren Niederschlag gefunden hat.

Meine Tageszeitung, die Kölnische Rundschau, veröffentlicht seit einigen Tagen bemerkenswerte Bilder und Tagebuchaufzeichnungen der ukrainischen Fotografin Solomia K. aus der Stadt:

https://www.rundschau-online.de/news/po ... 6549873601
"70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs sind in Europa wieder Städte von der Auslöschung bedroht.""

Karl Schlögel, 2015
Christoph Kühn
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Re: Das Netzwerk "VIA REGIA - Kulturstraße des Europarates"

Beitrag von Christoph Kühn »

Der Historiker Karl Schlögel hat 2015 bei Hanser sein Buch "Entscheidung in Kiew. Ukrainische Lektionen" veröffentlicht. 2017 erschien die Taschenbuchausgabe bei Fischer. In dem Buch porträtiert Schlögel acht ukrainische Städte, denn "70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs sind in Europa wieder Städte von der Auslöschung bedroht."

Ein ausführliches Kapitel befasst sich mit Lemberg und schlüsselt die Geschichte dieser multiethnischen Stadt in ihrer geographischen Lage an der alten europäischen Ost-West-Verbindungsstraße auf.

In seinem Schlusskapitel fordert Schlögel die Leser auf, den Ernstfall zu denken. Was 2015 als düstere Vorausschau galt, wird nur sieben Jahre später leider zur bitteren Wirklichkeit.

Dem Buch, das die Hintergründe erklärt, ist eine breite Leserschaft zu wünschen.

https://www.hanser-literaturverlage.de/ ... Lfg7-yd5x0
"70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs sind in Europa wieder Städte von der Auslöschung bedroht.""

Karl Schlögel, 2015
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