Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Pilgerwege in Deutschland, Österreich und der Schweiz
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pilgerwolf
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Beitrag von pilgerwolf » 11. Jul 2020, 19:10

Danke an alle für Ihre Berichte und Links, besonders an Grit für ihren aktuellen Bericht mit Angabe der Unterkünfte, wobei die Preise ja teilweise recht heftig sind.
Ich bin gerade dabei, diesen Weg auch für mich zu planen. Ich möchte ihn als Rundweg gehen. Da eine Nichte von mir gemeinsam mit Ihrem Mann den Kranichhof in Neufeld bei Mirow bewohnt und bewirtschaftet, werde ich wohl in Neustrelitz beginnen. Vom Bahnhof geht es dann erst mal über Wesenberg und Leussow nach Neufeld. Das sind am ersten Tag zwar gleich mal ca. 30 km, aber nach der Bahnfahrt muss man sich ja schließlich etwas bewegen. ;-)
Ab dem nächsten Tag soll es dann über Mirow und Fürstenberg nach Neubrandenburg gehen. Von dort mit dem Bus nach Friedland und dann zurück über Neustrelitz nach Neufeld, wo am letzten Augustwochenende unser alljährliches Geschwistertreffen stattfindet. Das Zieldatum steht also schon mal fest, wann ich starten muss, kommt auf die Unterkünfte an, welche ich buchen kann. Frühestens kann ich am 10.08. los. Auf jeden Fall werde ich auch ein Zelt mitnehmen, vielleicht muss ich auch Friedland auslassen, wenn ich mir zu kurze und damit zu viele Etappen gönne, ich werde sehen.
Ich versuche übrigens täglich auf meiner Webseite täglich vom aktuellen Tag zu berichten, eine Zusammenfassung werde ich auch gern hier veröffentlichen.
LG Wolfgang.

Silke27
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Beitrag von Silke27 » 26. Jul 2020, 20:49

Hallo zusammen, wir sind drei Pilgerinnen, die zuletzt den Via Regia gelaufen sind und nun am 12. September eine Woche von Neubrandenburg nach Mirow gehen. Jetzt meine Frage ist in den Herbergen immer Platz für 3 Personen bzw. sollte man Isomatten mitnehmen? Und sollte man jede Übernachtung lange vorher anmelden? Auf der Via Regia haben wir immer morgens angerufen.
Über Antworten freue ich mich sehr!
Schwäbische Grüße
Silke

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Kruemel
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Beitrag von Kruemel » 26. Jul 2020, 22:19

Hallo Silke,

ich hatte mein Zelt dabei, war allein unterwegs und hab es auch gebraucht, da es nicht immer klappte mit morgens für abends anrufen.
Die anderen Pilger die ich kenne haben ihre Übernachtungen im Vorraus (mehrere Wochen) gebucht.
Isomatte ist sicher keine schlechte Idee.

Ich wohne in Neubrandenburg. Der 12.09. ist ein Sonnabend - da könnt ihr sicher bei uns schlafen wenn ihr wollt.

Gruß Stephan

Silke27
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Beitrag von Silke27 » 31. Jul 2020, 13:31

Oh hallo Stephan,
hatte jetzt erst wieder die Zeit rein zu schauen und bin überwältigt für dein Angebot. Gerne kommen wir darauf zurück. Wir sind laut Bahn ca. 16 Uhr rum in Neubrandenburg und würden von dort die westliche Route gehen.
Ich melde mich aber noch mal in den Tagen davor, ist das in Ordnung für dich?
Bleibt gesund,
Herzliche sonnige Grüße aus dem Schwabenland
Silke

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Kruemel
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Beitrag von Kruemel » 31. Jul 2020, 13:46

Ja, das passt schon. Hab dir noch eine PM geschrieben.

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Grit
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Beitrag von Grit » 2. Aug 2020, 00:12

Die Übernachtung bei Stephan und Anke kann ich nur empfehlen - wir haben diesen Abend bei und mit den Beiden sowie das leckere Frühstück sehr genossen! :) Euch dreien ganz viel Freude bei dieser tollen Tour und liebe Grüße

von Grit

P.S. Es ist in der Tat wichtig, die Übernachtungen - am besten schon demnächst - telefonisch abzuklären!

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pilgerwolf
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Beitrag von pilgerwolf » 13. Aug 2020, 21:07

Meinen Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte habe ich für dieses Jahr erstmal ausgesetzt. Das Vorbuchen der Unterkünfte habe ich unterschätzt, das stresst mich total, sicher auch, weil ich zu spät damit angefangen und familiär bedingt (Zwillingsenkel) auch wenig Ruhe dazu habe. Ich hatte mir mein Rentnerdasein ruhiger vorgestellt. :lol:
Ich konzentriere mich lieber auf die Vorbereitung des Pomorska Droga św. Jakuba oder auch Pommerschen Jakobsweges den ich im September gehen will.
Aber der Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte ist nicht raus aus meinem Kopf. Mit etwas mehr Vorlaufzeit werde ich ihn mit Sicherheit gehen, vielleicht im nächsten Frühjahr.
LG Wolfgang.

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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Beitrag von Bernd » 18. Okt 2020, 04:03

Hallo ihr lieben,

vielen Dank für die tollen Berichte, es scheint ja eine schöne Landschaft zu sein, aber ach sehr einsam. Ich über lege schon eine ganze Weile, welchen Weg ich im nächsten Jahr gehen soll.

Ich glaube nicht daran, im heiligen Jahr von Porto nach Santiago de Compostela pilgern zu können. Da ist der Pilgerweg eine alternative. Die Einsamkeit auf dem Weg stört mich ein wenig. Eine Woche alleine. Ich weiß nicht, ob es das ist, was ich möchte, der Weg selber würde mich aber reizen.

BC Bernd

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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Beitrag von wolle » 15. Nov 2020, 18:05

Hallo liebe Pilger,

trotz Corona habe ich mich ab 12. 9. 2020 kurzfristig zum Pilgern auf der Mecklenburger Seenplatte entschlossen.
Es ist zwar von Freiburg nach Neubrandenburg eine nicht gerade kurze Zugreise. Es hat aber trotz kurzfristiger Planung
mit der Zugverbindung gut geklappt, auch die jeweiligen Übernachtungen warn relativ problemlos.

1. Übernachtung in Neubrandenburg bei der Friedensgemeinde.

War dann bis 20.9.2020 auf der westlichen Route unterwegs, bin bis Diemitz gepilgert.
Hatte allerdings etwas Zahntechnische Probleme, außerdem hat mein Knie speziell bei NachtIn den näschst
Probleme gemacht,so daß ich 3 Tage früher nach Hause gefahren bin.
Aber trotzdem war es für mich ein besonderes Erlebnis wieder zu Pilgern.

Es hat sich in jeder Hinsicht gelohnt, sofern Corona es zulässt werde ich den Weg im Mai -Juni 2021 fortsetzen, aber dann
auf der östlichen Route.

In den nächsten Tagen oder Wochen möchte ich noch etwas zu den einzelnen Etappen schreiben.
Für heute wünsche ich euch allen weiterhin Gesundheit
und einen guten Weg durch diese kritische Zeit.

Wolfgang

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Kruemel
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Beitrag von Kruemel » 30. Dez 2020, 20:33

So ihr Lieben, nun ist es schon wieder vorbei. :(

Der Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte führt von Friedland nach Mirow. Es gibt jedoch zwei Varianten. Diesmal bin ich die Westroute um den Tollensesee gegangen. 2015 die Ostroute über Fürstenberg und zwischenzeitlich immer mal Teilstücke.

Am 27.12. hat mich die beste aller Ehefrauen die ca. 25 km von Neubrandenburg nach Friedland mit dem Auto gefahren (Bus geht auch), so dass ich 09.30 Uhr bei eisigem Wind die erste Etappe starten konnte. Der ca. 32 km lange Weg wieder nach Hause ist mir eigentlich nicht unbekannt, dennoch konnte ich immer wieder Neues auf den überwiegenden Feld- und naturbelassenen Radwegen entdecken. Im Sommer bietet dieser Wegabschnitt wenig Schatten und im Winter wenig Windschutz. Ich kann diese Frische jedoch sehr genießen.
Bei der einzigen richtigen Pause in einer Bushaltestelle in Neuenkirchen hatte ich dann noch den Blick auf ein mir bis dahin unbekannte Sehenswürdigkeit unserer Region https://www.ivln.de/
Die Wegführung auf diesem Abschnitt ist immer gut ausgeschildert - ein Verlaufen ist kaum möglich. Die letzten gut 2 km bis ins Stadtzentrum sind wie bei fast allen Wegen in größere Städte hinein nicht besonders schön und ziehen sich ein wenig. 16.15 Uhr war ich glücklich aber auch ganz schön ko wieder zu Hause und konnte die Badewanne genießen.

Am 28.12. startete die zweite ebenfalls ca. 32 km lange Etappe von zu Hause aus nach Neustrelitz. Hier ist der Weg ein ganz anderer. Anfänglich führt der Weg durch einen schönen Park und dann über ca. 10 km durch einen Wald immer am Tollensesee entlang. Durch das schönste Dorf Mecklenburgs (Alt Rehse) führt der hügelige Weg weiter zwischen Feldern meist mit Blick auf den See und später auf die Lieps (einem Anschlusssee im Naturschutzgebiet).
Wer nicht nach ca. 19 km im schön gelegenen Prillwitz direkt am Wasser mit sehenswerten Schloss übernachten möchte, kann kurz vor dem Ortseingangsschild nach rechts in den Rosenweg Richtig Hohenzieritz den Jakobsweg verlassen und ca. 1,5 km durch einen Wald abkürzen statt dem Verlauf einer wenig befahrenen Landstraße zu folgen. Wer sich für Geschichte und Schlösser interessiert, sollte sich unbedingt etwas Zeit in Hohenieritz nehmen und den Sterbeort der Königin Luise von Preußen besuchen. https://www.mv-schloesser.de/de/locatio ... enzieritz/
Hinter Hohenzieritz führt der Weg wundervoll durch den Wald bis man leider wieder die letzten km an der B96 bis zur schönen Stadt Neustrelitz geht. Da ich von Neustrelitz den 17 Uhr Zug nach Hause schaffen wollte habe ich hier ein wenig das Tempo angezogen, was promt mit Blasenbildung bestraft wurde. 30 min Zugfahrt nach Haus und ab 18 Uhr konnte ich wieder die heimische Wanne genießen ;)

Am 28.12. brachte mich Anke wieder mit dem Auto zu 09.15 Uhr nach Neustrelitz und ich machte mich auf die ca. 25 km lange Etappe nach Wesenberg. An diesem Tag war der Weg sehr abwechslungsreich. Teilumrundung des Zierker Sees in Neustrelitz, Feldwege, Dörfer und mehr Kiefernwälder. Etwas Besonderes auf das es sich wirklich lohnen würde hinzuweisen gibt es aus meiner Sicht nicht – aber Natur allein ist für mich völlig ausreichend. Leider ist die Ausschilderung gerade um den kleinen Ort Prälank herum verbesserungswürdig. Da der Sonnenstand nicht gut zu erkennen war musste ich mich in dieser Gegend 2x mit dem Handy orientieren um nicht falsch zu laufen. Nach einem sehr kurzweiligen Wegabschnitt erreichte ich bereits 15.15 Uhr den Bahnhof von Wesenberg von welchem aus ich 15.30 Uhr wieder die knapp 1 stündige Rückreise mit dem Zug antrat. Eigentlich hatte ich vor, die restlichen ca. 14 km bis nach Mirow noch zu machen – aber es wird um diese Jahreszeit einfach zu schnell dunkel und diese Entscheidung sollte sich auch als richtig erweisen.

Heute am 28.12. bin ich mit dem Auto wieder nach Wesenberg gefahren und habe es ca. 2 km außerhalb vom Ort direkt am Einstieg zum Weg am Waldrand abgestellt. Die ca. 14 km heute führen fast ausschließlich durch Wald. Nach ca. 30 min kommt man am Kleinen Labussee vorbei. Hier ist auch ein toller Campingplatz. In diesen Wäldern befindet sich sehr viel Wild, welches man auch immer um jede Tageszeit irgendwo sehr nah sehen kann. Nachteilig ist aber das viele Geballer der Jäger die auch recht aktiv sind. Nur an einem kleinen Ort (Leussow) kommt man auf diesem Teilstück vorbei (wenn es gut geht). Leider ist auch auf diesem Wegstück die Ausschilderung nicht durchgängig gut und dank dichter Baumkronen hilft auch nicht immer das GPS. Leider habe ich mich auch diesmal wieder etwas vertan und irrte ca. 40 min auf verschiedenen Abzweigungen hin und her bevor ich zurück zum richtig Weg fand. (im Dunklen ist hier Verlaufen vorprogrammiert) Ansonsten war es das ruhigste und für mich auch schönste Stück des Weges und zumindest zu dieser Jahreszeit kann man sich gewiss sein, kaum einen Menschen zu sehen (ich traf tatsächlich Niemanden). Auch von Mirow aus fahren zweistündlich die Züge wieder Richtung Neustrelitz/Neubrandenburg. Zur Rückreise heute nach Wesenberg zum Auto, nutzte ich als einziger Gast einen Bus, welcher ebenfalls genau vor dem Bahnhof abfuhr.

Fazit: Es ist ein toller Weg, auf welchem man jedoch nicht allzu viel andere Pilger treffen wird (egal zu welcher Jahreszeit man unterwegs ist). Die Essenversorgung ist nicht durchweg gut und auch die Unterkunftsituation ist definitiv noch ausbaufähig. Aber mit etwas Planung, entsprechendem Proviant und einer Campingausrüstungl ist es ein wundervoller Weg. Und auch wenn man so wie ich es diesmal gemacht habe (immer von Neubrandenburg aus gestartet und dort übernachtet) ist dies gut machbar, da Fahrten mit Bus und Bahn zwischen Friedland, Neubrandenburg, Neustrelitz, Wesenberg und Mirow engmaschig und mit max. 1 h An- bzw. Abfahrtzeit machbar sind. Was ich jedoch sehr verbesserungswürdig find ist die Ausschilderung. Vor 5 Jahren bin ich den Weg schon einmal andersherum und ab Mirow dann entgegengesetzt gelaufen. Da keine Ausschilderung in beide Richtungen ist habe ich mich hier mehrfach vertan. Das schmälert in meinen Augen sehr stark die Attraktivität dieses Weges, den man sonst leicht von gut 100 km bzw. 120 km auf ca. 220 km verlängern kann. Für Ortsunkundige wird eben dies wegen der fehlenden Markierung in beide Richtungen ohne technische Hilfen kaum möglich sein. Mal sehen ob ich da irgendwie was erreichen kann.

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