Hallo, endllich im Forum

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Peter_S55
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Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Peter_S55 » 28. Aug 2020, 18:41

Hallo,
habe mich endlich mal durch gerungen mich in diesem Forum anzumelden. Warum ich nicht schon eher drauf gekommen bin weiß ich eigentlich nicht.

Meine Frau und ich sind vom 4. Juli 2020 bis zum 14.8.2020 auf dem Camino Frances und Camino Finisterre unterwegs gewesen. Ich zum 3. Mal, sie zum 2. Mal. Angefangen haben wir erst 2019, weil ich da in so was wie Vorruhestand ging. Andere Caminos haben wir noch nicht begangen, irgendwie hängen wir sehr an diesem einen. Und wollen auch noch mal los, wenn es geht nächstes Jahr im Anfang Mai.

Dieser Camino nimmt mich gefangen, er ist wunderschön, trotzt all der Anstrengungen. Ich hätte das nie für möglich gehalten, wir wollten ihn eigentlich nur einmal gehen. Natürlich immer von Saint-Lean-Pied-de-Port aus. Weil die Pyrenäen sind einfach atemberaubend schön, und das Kloster in Roncesvalles ist für uns ein Muss.
Der letzte Weg hat so viele gute Erlebnisse gebracht, einzig allein die Problem mit Corona haben ihn getrübt. Noch als wir kurz vor Santiago waren, wurde Navarra als Risikogebiet erklärt. Als wir in Finisterre waren kam Madrid, unser Umsteigeort für den Flug nach Hause, noch hinzu.

Ich freue mich, hier ab und zu mal was interessantes lesen zu können.

Liebe Grüße
Peter

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Matten
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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Matten » 29. Aug 2020, 07:47

Hallo Peter
Herzlich willkommen im Forum.
Die Begeisterung für den CF kann ich mit Euch teilen. Wir waren bereits mehrfach dort.

Es wäre interessant zu erfahren, wie Ihr die Einschränkungen durch Corona erlebt habt. Möglicherweise könntest Du darüber mal berichten?

Viel Spaß im Forum

Un nich vergeeten: Snutenpulli umtüdeln 😃
Martin
Niemand weiß was in ihm steckt, bevor er nicht versucht hat es herauszuholen.
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Superfrauandrea
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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Superfrauandrea » 29. Aug 2020, 09:18

Servus Peter!
Ich bin jetzt 2 x den Camino Portugues gegangen, 4 x Teilstücke des CF.
Bin aber eher ein Fan vom CF muss ich sagen, der CP hat mich trotz Meer und freundlicher Portugiesen nicht so in den Bann gezogen.

Willkommen hier bei uns!
lg Andrea

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Peter_S55
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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Peter_S55 » 29. Aug 2020, 21:26

Hallo liebe Mitpilger, erst mal vielen Dank für Eure Antworten.

@Matten
Ja, Corona war eigentlich das Einzige, was uns genervt hatte.
Erst mal hatten wir schon für den 1.5 den Flug gebucht, am 2.7. konnten wir dann erst fliegen und mussten anstatt als direkt gebucht in Paris eine Zwischenübernachtung in Kauf nehmen.

Bei dem Flug mit Air France von Düsseldorf nach Paris saßen wir in einer Reihe ganz alleine, vor uns, hinter uns und neben uns dank Corona niemand.

Ein Tag später von Paris CDG war es umgekehrt, alle Plätze belegt, zwar alle mit Maske aber Abstand kaum. Sobald der Flieger landet springt alles auf und steht dicht gedrängt im Gang. Allerdings ist ja bekannt, dass eine Infektion im Flugzeug bei der permanenten Vertikalbelüftung und der Luftfilterung bzw. Erneuerung kaum möglich ist.

Was die Hygieneregeln anbegeht war jede Herberge unterschiedlich.
Da gab es Herbergen mit Temperaturmessung, Schuhe außen und die Sohle desinfiziert, Rucksack desinfiziert und in einen Plastiksack gestellt, Hände desinfiziert usw. Maske war immer selbstverständlich, wurde aber drinnen unter den anderen Pilgern meist abgelegt.
Und dann gab es Herbergen wo nur Mundschutz getragen wurde.

Was die Belegung der Bunkbetten anbetrifft, so musste man meist, aber nicht immer das obere Bett freilassen. Für uns oft ein Vorteil, weil ich sonst meist oben schlafen musste, und diesmal hatten wir sehr oft ein Zimmer mit 4 Betten für uns allein.
In größeren Räumen hatten die oft Zwischenwände eingezogen, dies ergab mehr Privatsphäre. So z.B. in Finisterre in der Albergue Gabo da Villa, die wir sehr empfehlen können.

Bei fast allen Herbergen waren die Küchen geschlossen, oft auch die Sozialräume.

In Santiago in der Albergue Seminario Menor wurden die großen Räume gar nicht geöffnet, wir bekamen für 15€ pro Person ein Doppelzimmer ohne Bad für den Preis eines Bunkbettes.

Verhalten wegen Corona:
In Frankreich waren wir ja nur kurz, die Franzosen verhielten sich recht locker und auf Orisson, wo wir eine Kaffee tranken, trug niemand eine Maske, auch nicht im Restaurant/Cafe.

Die Pilger nahmen Corona auch sehr locker, untereinander gab es kaum Einschränkungen, nur aufs Händeschütteln wurde meist verzichtet.
Ausnahme: Einheimische Pilger gab es schon, die sehr mit Angst unterwegs waren.

An für sich ist Corona auf dem Jakobsweg eine weitere Herausforderung, besonders dann wenn man in gößeren Städten wie Pamplona und Burgos auch im Ort eine Maske tragen musste, man trägt ja auch noch einen Rucksack. Auch da war jede Stadt anders, in Pamplona wurde ein Fahrer der Stadt hämisch von Einheimischen ausgelacht, als er die Straßen mit einem Reinigungswagen desinfizierte. In Burgos sahen wir wie viele Spazierer schon auf dem Weg am Rio Arlanzon entlang mit Maske unterwegs, die 10m auf Seite sprangen wenn wir uns näherten. Viele trugen auch in den Autos Masken, was mir nicht erklärlich ist. In Burgos empfanden wir es am schlimmsten, z.B. eine Frau trank Kaffee, in dem sie kurz ihre Maske lüftete, um sofort wieder zu senken.
Ist das noch Genuss? In kleineren Dörfern war alles viel lockerer.

Ansonsten ging man in Cafes und Restaurants erst mit Maske hinein, um dann am Tisch wie alle anderen sie abzulegen.
Die Kellner trugen fast immer Maske, einige Wirte nicht.

Es waren nicht sehr viele Pilger unterwegs, bis auf am Wochenende hinter Sarria, da kamen viele spanische Kurz-Pilger hinzu. Ab und zu blieben wir ganz allein, auch über längere Strecken. Auch waren unserer Meinung nach nicht wie vorher gelesen 70% der Herbergen offen, sondern viele öffentlichen und kirchlichen zu, private schon eher offen. Z.B. war in Burgos die große öffentliche Herberge hinter der Kathedrale und in San Juan de Ortega die Traditionsherberge auch. Wir fanden das schade.

Einige Cafes, Restaurants und Geschäfte scheinen für immer zu zu haben. Die Versorgung war im Vergleich zu Mai/Juni 2019 schwieriger.
Man sollte und man konnte fast immer im voraus reservieren. Oft musste man mehrere Anrufe tätigen, bis endlich mal jemand sich meldet. Spanischsprechende Pilger hatten es wesentlich einfacher, denn manchmal hatte ich den Eindruck, man wollte am Telefon kein Englisch sprechen.

Ist eine Herberge geschlossen, heißt das noch nicht das es am Telefon angegeben wird oder außen mit diesem weißen Schild gekennzeichnet wird. Auch die Liste der offenen Herbergen die man in SJPDP bekommt stimmte nicht immer. Einige hatten sich doch dazu entschlossen nicht zu öffnen. Auch gronze.com ist nicht aktuell, bis auf wenige Ausnahmen.

Oft wurden unlogische Vorsichtsmassnahmen getroffen. Z.B. von 3 Duschen 2 gesperrt, aber nicht die in der Mitte. Aber dann die 5 Waschbecken nebeneinander nicht gesperrt. Was die Sperrungen anbetrifft gab es viele Unterschiede.

Im Großen und Ganzen hielten sich die Vor- und Nachteile für uns die Waage, wir hatten immer viel Platz, oft Zimmer für uns. Aber in jedem Restaurant wird fast rund um die Uhr über Corona berichtet, life oder in den laufenden Untertexten, den Leuten wird viel Angst gemacht und mir tuen die Spanier so leid.

Viele die voriges Jahr noch freundlich waren sind es nicht mehr in dem Masse. Wir sind froh dass wir den Camino noch mal so eben geschafft hatten, bevor ganz Spanien wieder zum Hotspot erklärt wurde.

Auf dem ganzen Weg haben wir trotz das es weniger Pilger waren immer wieder die Gleichen auch getroffen, da die Herbergen ja in Anzahl recht weniger waren. Wir haben nie jemanden mit Husten oder so gesehen, alle waren fit und kerngesund, kein Temperaturalarm, auch die anderen Menschen die wir unterwegs trafen schien gesund zu sein. Wir selbst sind ja am Airport auch negativ getestet worden. Und trotz aller Hygienemaßnahmen, man kann nicht verhindern in Kontakt zu kommen, zumindest indirekt. Man fasst ja so viel an, nutz die gleichen Duschen, Toiletten, Treppenläufe, Waschbecken, ..., alles mögliche. Und es gab nun mal keine Probleme, es wurde meist nicht nach jedem Duschen desinfiziert.


Liebe Grüße

Peter

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Matten
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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Matten » 30. Aug 2020, 00:53

Hallo Peter

Vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht.
Hört sich leider nicht mehr nach meinem CF an. Hoffentlich wird es bald wieder besser.

Bleibt gesund wünscht
Martin
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Peter_S55
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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Peter_S55 » 30. Aug 2020, 08:53

Hallo,
Danke.
Schade das Dir der CF vergrault ist. Ich hoffe es ändert sich 2021.
Bleib auch gesund.

Liebe Grüße
Peter

Thüringer
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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Thüringer » 30. Aug 2020, 09:06

Hallo Peter

Du vergraulst hier keinen den Weg.....das ist ein authentischer aktueller Bericht. Du hattest Mut, dass du ihn gegangen bist. Bin in Folge meiner
Caminos mit drei Hospitaleros, die Herbergen betreiben, befreundet.....denen es allen wirtschaftlich nicht gut geht, alle drei haben trotzdem geschlossen. Alle haben Angst, sich oder ihre Familien mit den Virus anzustecken oder das ihre Herberge zum Ausgangsort neuer Infektionen wird.
Wünsche dir Gesundheit.....vor allen Gesundheit.

Thüringer
4 mal den Camino auf verschiedenen Wegen durch die Schweiz, Frankreich und Spanien von der Haustür nach Santiago.
Den de Norte, den Primitivo, der Ingles und Muxia/Finiterre mehrmals. Den Portuguese das letzte Drittel.

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Peter_S55
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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Peter_S55 » 30. Aug 2020, 12:41

Hallo Thüringer,

Danke das wünsche ich Dir auch. Gesundheit first.

Liebe Grüße
Peter

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Matten
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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Matten » 31. Aug 2020, 13:33

Hallo Peter

Du hast mir nicht den weg vergrault. Das sind das Virus und die Folgen.
Also nochmal ein Danke für deinen ehrlichen Bericht.

Viele Grüße
Martin
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Ernest Hemingway

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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von M@rio d'Abruzzo » 31. Aug 2020, 17:18

Hi Peter,
Peter_S55 hat geschrieben:
29. Aug 2020, 21:26
Im Großen und Ganzen hielten sich die Vor- und Nachteile für uns die Waage, wir hatten immer viel Platz, oft Zimmer für uns. Aber in jedem Restaurant wird fast rund um die Uhr über Corona berichtet, life oder in den laufenden Untertexten, den Leuten wird viel Angst gemacht und mir tuen die Spanier so leid.
Das ist Deine persönliche Sicht der Sache.

Mario
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So lehrt uns den, der minder steil sich neigt.
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Peter_S55
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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Peter_S55 » 31. Aug 2020, 19:14

Hallo Maria,

ja natürlich ist das unser persönlicher Eindruck, ich glaube danach wurde ich auch gefragt,
diese Thema ist natürlich rein subjektiv empfunden, aber es fiel uns halt so auf.
Sicher kam auch noch dazu, was wir aber zu diesem Zeitpunkt nicht wussten, das gerade
in diesen Tagen die Fallzahlen in Spanien wieder anstiegen. Wir sprechen sehr wenig spanisch
und verstehen noch weniger.

Liebe Grüße
Peter

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Peter_S55
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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Peter_S55 » 31. Aug 2020, 19:16

Hallo Mario,

ja natürlich ist das unser persönlicher Eindruck, ich glaube danach wurde ich auch gefragt.
Dieses Thema ist natürlich rein subjektiv empfunden, aber es fiel uns halt so auf.
Sicher kam auch noch dazu, das gerade in diesen Tagen die Fallzahlen in Spanien wieder anstiegen,
was wir aber zu diesem Zeitpunkt nicht wussten. Wir sprechen sehr wenig spanisch
und verstehen noch weniger.

Liebe Grüße
Peter

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Gertrudis
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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Gertrudis » 31. Aug 2020, 23:34

Hallo Peter,
ich freue mich sehr, endlich mal wieder einen ausführlicheren autenthischen Erfahrungsbericht zu lesen!
Für mich sind die "persönlichen Eindrücke" von Pilgern, die wirklich auf dem Weg waren, überzeugender als irgendwelches Wiederkäuen von in irgendwelchen Einheitsmedien Gelesenem. (Meine subjektive Auffassung).
Danke, Peter!

Gertrudis

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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Thüringer » 1. Sep 2020, 07:44

Gertrudis hat geschrieben:
31. Aug 2020, 23:34
Für mich sind die "persönlichen Eindrücke" von Pilgern, die wirklich auf dem Weg waren, überzeugender als irgendwelches Wiederkäuen von in irgendwelchen Einheitsmedien Gelesenem. (Meine subjektive Auffassung).
Danke, Peter!

Gertrudis
Das geht mir auch so und es ist authentischer im Moment, als andere Berichte und Beiträge.....die von wieder anderen übernommenes weitergeben...
aber nie vor Ort waren. Augenzeugen sind bei mir immer besser, auch wenn es deren subjektive Meinung ist.

Thüringer
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Den de Norte, den Primitivo, der Ingles und Muxia/Finiterre mehrmals. Den Portuguese das letzte Drittel.

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Via2010
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Re: Hallo, endllich im Forum

Beitrag von Via2010 » 1. Sep 2020, 15:02

Hallo Peter,

ich freue mich über Deinen authentischen Erfahrungsbericht. Dieses Jahr war die Situation aufgrund von Covid19 sicher sehr speziell. Aber auch sonst ist es so, dass jeder Camino seine individuellen Erlebnisse bringt, zumal viel von den aktuellen Mitpilgern um einen herum abhängt.

Ich bin den CF 2006/2007 erstmals komplett gelaufen, 2012 mit meinem damals 10-jährigen Neffen ab Astorga und 2018 vom Camino Primitivo kommend ab Melide. Er hat sich in dieser Zeit deutlich verändert. Auch hat die Gesellschaft meiner Mitpilger meine Wahrnehmung beeinflusst. Ebenso habe ich es auf der Via de la Plata (2008-2010 komplett, 2019 Sevilla bis Zamora) und auf dem Camino Portugues (2013/2014 komplett ab Lissabon, 2017 ab Porto) empfunden.

Der CF bietet noch genügend Variationen für Wiederholungstäter, auch wenn andere Wege ebenfalls ihre speziellen Reize haben.

BC
Alexandra

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