Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Allgemeine Diskussionen zur Pilgerei und ihrer Geschichte
Antworten
Benutzeravatar
Gerhard.1
Beiträge: 121
Registriert: 22. Jul 2019, 21:04
Wohnort: Karlsruhe
Kontaktdaten:

Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von Gerhard.1 » 7. Jan 2020, 19:11

Liebe Pilger,
es bewahrheitet und verfestigt sich, was schon die Pilgerstatistik von 2017 andeutete. :o
Die Pilgerinnen haben uns Pilger bereits 2018 und im Jahr 2019 deutlich überrundet. :shock: :roll:
Wir haben nur noch in den Wintermonaten eine Chance, ihnen zumindest zahlenmäßig überlegen zu sein. :oops:

Hier die aktuellen Statistikdaten des Pilgerbüros von Santiago,
über die ausgegebenen Pilgerurkunden (Compostelas), die die Grundlage der Statistiken bilden:

2019 .. Frauen ..... Männer ..... ... insgesamt
Jan ....... 563 ........ 1088 ..... .......... 1651
Feb ....... 874 ........ 1245 ..... ......... 2119
Mrz ...... 3552 ........ 3922 ..... ......... 7474
Apr ..... 16512 ...... 15209 ..... ........ 31721
Mai ..... 24162 ...... 22510 ..... ........ 46672
Jun ..... 24719 ...... 24338 ..... ........ 49057
Juli ..... 27540 ...... 25779 ..... ........ 53319
Aug ..... 31455 ...... 31359 ..... ........ 62814
Sep ..... 24903 ...... 20746 ..... ........ 45649
Okt. .... 18800 ...... 17315 ..... ........ 36115
Nov ...... 3662 ........ 4575 ..... ......... 8237
Dez ...... 1025 ........ 1685 ..... ......... 2710
-------------------------------------------------------
zus .... 177767 ..... 169771 ..... ...... 347538
========================================
% ..... .. 51,15 ..... .. 48,85 ..... ... .. 100,00
========================================
Quelle:
https://oficinadelperegrino.com/estadisticas2/

Euch allen zusammen wünsche ich
ein erfolgreiches Neues (Pilger)Jahr und
buen camino
Gerhard, el Jubilado :| :) :)
ein klick auf meine homepage
Jakobswege: WAS - WO - WIE
erleichtert die
PILGERPLANUNG FÜR INDIVIDUALISTEN - GRATIS.

Benutzeravatar
Camineiro
Beiträge: 273
Registriert: 15. Jul 2019, 11:53
Wohnort: südl. Münsterland

Re: Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von Camineiro » 7. Jan 2020, 21:20

Na ja, Gerhard ... 😄
Einen Unterschied in der Ganzjahresbetrachtung von 2,3% würde ich jetzt nicht als deutlich bezeichnen. 🤷🏻‍♂️
Mit derart knappen Mehrheitsverhältnissen kann man zwar Referenden gewinnen (zB schottische Unabhängigkeit, Brexit), aber deutlich ... ?

Wenn ich mich nicht irre, sind die weiblichen Mitglieder unserer Gesellschaften in den meisten Ländern Europas ebenfalls in der Überzahl (beim Rest der Welt ist mir die Verteilung unbekannt).
Insofern gibt die Pilgerstatistik nur den Querschnitt der Bevölkerung wieder.

Darüberhinaus glaube ich nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe. 😉
Cfrances 2008/2014
Cport/Cingl 2010
Olavsweg 2012
Via Podiensis 2012/13/14
CNorte 2019

Benutzeravatar
Gerhard.1
Beiträge: 121
Registriert: 22. Jul 2019, 21:04
Wohnort: Karlsruhe
Kontaktdaten:

Re: Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von Gerhard.1 » 7. Jan 2020, 23:09

Camineiro hat geschrieben:
7. Jan 2020, 21:20
Na ja, Gerhard ... 😄
Einen Unterschied in der Ganzjahresbetrachtung von 2,3% würde ich jetzt nicht als deutlich bezeichnen. 🤷🏻‍♂️
Mit derart knappen Mehrheitsverhältnissen kann man zwar Referenden gewinnen (zB schottische Unabhängigkeit, Brexit), aber deutlich ... ?

Wenn ich mich nicht irre, sind die weiblichen Mitglieder unserer Gesellschaften in den meisten Ländern Europas ebenfalls in der Überzahl (beim Rest der Welt ist mir die Verteilung unbekannt).
Insofern gibt die Pilgerstatistik nur den Querschnitt der Bevölkerung wieder.

Darüberhinaus glaube ich nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe. 😉
Ich finde jedenfalls, zusätzlich zur Entwicklung der Pilgerzahlen, die ganz allmähliche Verschiebung
der Gewichtungsanteile zugunsten der Frauen sehr bemerkenswert und eindrucksvoll. :!:
Woran das wohl liegen mag? Sind die Frauen selbstbewusster und mutiger, die Männer bequemer und müder geworden :?: ;) :D

Jahr ..... Frauen ...... Männer
2004 ...... 79513 ...... 100431
2005 ...... 38218 ....... 55106
2006 ,,,,,, 40961 ....... 59416
2007 ...... 47246 ....... 66780
2008 ...... 52205 ....... 72936
2009 ...... 59932 ....... 85945
2010 ..... 120429 ...... 151706
2011 ...... 77535 ...... 105831
2012 ...... 83679 ...... 108809
2013 ...... 98008 ...... 117872
2014 ..... 109429 ...... 128554
2015 ..... 123554 ...... 138962
2016 ..... 133820 ...... 144034
2017 ..... 147867 ...... 153169
2018 ..... 164836 ...... 162542

Keineswegs spiegelt sich, lieber Uwe, ein Querschnitt der Bevölkerung in der Pilgerstatistik wieder.
In Deutschland weist die aktuelle Bundesstatistik 42,1 Mio Frauen und 41,0 Mio Männer aus.

Symbadische Grüße aus KA
Gerhard :lol:
ein klick auf meine homepage
Jakobswege: WAS - WO - WIE
erleichtert die
PILGERPLANUNG FÜR INDIVIDUALISTEN - GRATIS.

Benutzeravatar
Pater Norbert
Beiträge: 134
Registriert: 22. Jul 2019, 13:19
Wohnort: Essen
Kontaktdaten:

Re: Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von Pater Norbert » 7. Jan 2020, 23:15

Ein kleiner Einwurf:

Die Zahlen des Pilgerbüros gelten jenen, die um eine Compostela gebeten haben.

Bei meinem Wegen mit einer Gruppe habe ich beobachtet:
Bevor die Nummern gezogen wurden, gab es nur die Schlange. Die wurde von unseren Männern eher nicht akzeptiert als von den Frauen in meinen Gruppen. Vielleicht auch ein kleiner Anteil an den Zahlen?

Aber ich freue mich über alle Pilgerinnen, die den Weg gemacht haben!
Wer pilgert, wird von einem Virus infiziert, das nicht vergeht.

Benutzeravatar
Mario d'Abruzzo
Beiträge: 494
Registriert: 16. Jul 2019, 13:23
Wohnort: Staufen im Breisgau
Kontaktdaten:

Re: Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von Mario d'Abruzzo » 7. Jan 2020, 23:32

Bild

Mario
»Was mich betrifft, so reise ich nicht, um irgendein Ziel zu erreichen, sondern um zu gehen. Ich reise um des Reisens willen. Worauf es ankommt, ist in Bewegung zu sein: die Nöte und Haken unserer Existenz unmittelbarer zu spüren...« R.L.S.

Benutzeravatar
CyrusField
Beiträge: 112
Registriert: 10. Sep 2019, 11:02
Wohnort: Aachen
Kontaktdaten:

Re: Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von CyrusField » 8. Jan 2020, 00:01

Mario d'Abruzzo hat geschrieben:
7. Jan 2020, 23:32
Bild
Bei den Summen und den %-Zahlen über alles kann aber irgendetwas nicht stimmen. Ohne das jetzt nachgerechnet zu haben - aber in Summe müssten es mehr M als W sein. Oder sind die Summen gerundet? Dann ist ein ordentlicher Rundungsfehler drin.

Grüße
Stefan
Harrison Ford hat den verlorenen Schatz gejagt,
Michael Douglas den grünen Diamanten und das Juwel vom Nil,
Wallace und Gromit das Riesenkaninchen.
...und ich jage die gelbe Muschel. :geek:

Benutzeravatar
Kruemel
Beiträge: 99
Registriert: 17. Jul 2019, 17:10

Re: Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von Kruemel » 8. Jan 2020, 07:27

In so einer Exeltabelle kann schon mal schnell was schief gehen ;)
Mir sind die falschen Zahlen auch gleich aufgefallen aber das wird er sicher heute noch abändern.
Ich finds auch toll, dass mehr Frauen unterwegs sind. Ich mag Frauen ;)

Benutzeravatar
Backgammon
Beiträge: 60
Registriert: 16. Jul 2019, 17:18

Re: Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von Backgammon » 8. Jan 2020, 09:38

Ich glaube, Mario hat keine Summen der Jahreszahlen gezogen, sondern lediglich die von Gerhard genannten Zahlen der Bundesstatistik zum Vergleich nur druntergeschrieben.
Bc
Peter

Benutzeravatar
Camineiro
Beiträge: 273
Registriert: 15. Jul 2019, 11:53
Wohnort: südl. Münsterland

Re: Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von Camineiro » 8. Jan 2020, 10:34

Der Fehler liegt in der Vermischung von Pilgerzahlen mit der Bevölkerungsverteilung in Deutschland.

Die von Gerhard genannten Zahlen 42,1 und 41,0 Millionen beziehen sich auf die Bevölkerungsverteilung (w/m) in Deutschland.
Cfrances 2008/2014
Cport/Cingl 2010
Olavsweg 2012
Via Podiensis 2012/13/14
CNorte 2019

Benutzeravatar
Mario d'Abruzzo
Beiträge: 494
Registriert: 16. Jul 2019, 13:23
Wohnort: Staufen im Breisgau
Kontaktdaten:

Re: Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von Mario d'Abruzzo » 8. Jan 2020, 10:49

Da ist doch nichts vermischt, oder? Erstmal die Jahre 2004-2018 wie angegeben. Und dann die deutsche Bevölkerungsverteilung. Die hat nichts mit einer Summenbildung zu tun; sonst müsste in Zeile 19 Spalte A '2004-2018' stehen...

Eine Summenbildung über die Jahre mit anschließendem Mittelwert macht auch gar keinen Sinn, weil eine ziemlich eindeutige Tendenz bei den Prozentzahlen sichtbar wird. Darum hab ich auch auf ein Diagramm verzichtet.

Mario
»Was mich betrifft, so reise ich nicht, um irgendein Ziel zu erreichen, sondern um zu gehen. Ich reise um des Reisens willen. Worauf es ankommt, ist in Bewegung zu sein: die Nöte und Haken unserer Existenz unmittelbarer zu spüren...« R.L.S.

Benutzeravatar
Camineiro
Beiträge: 273
Registriert: 15. Jul 2019, 11:53
Wohnort: südl. Münsterland

Re: Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von Camineiro » 8. Jan 2020, 10:56

Mario d'Abruzzo hat geschrieben:
8. Jan 2020, 10:49
Da ist doch nichts vermischt, oder? Erstmal die Jahre 2004-2018 wie angegeben. Und dann die deutsche Bevölkerungsverteilung. Die hat nichts mit einer Summenbildung zu tun; sonst müsste in Zeile 19 Spalte A '2004-2018' stehen...

Eine Summenbildung über die Jahre mit anschließendem Mittelwert macht auch gar keinen Sinn, weil eine ziemlich eindeutige Tendenz bei den Prozentzahlen sichtbar wird. Darum hab ich auch auf ein Diagramm verzichtet.

Mario
Gerhard.1 hat geschrieben:
7. Jan 2020, 23:09

In Deutschland weist die aktuelle Bundesstatistik 42,1 Mio Frauen und 41,0 Mio Männer aus.

Gerhard bezieht sich hier auf meinen Einwand, dass in den meisten Ländern Europas der Frauenanteil größer ist als der der Männer.
Camineiro hat geschrieben:
7. Jan 2020, 21:20

Wenn ich mich nicht irre, sind die weiblichen Mitglieder unserer Gesellschaften in den meisten Ländern Europas ebenfalls in der Überzahl (beim Rest der Welt ist mir die Verteilung unbekannt).
Insofern gibt die Pilgerstatistik nur den Querschnitt der Bevölkerung wider.
Die Zahlen 42,1 und 41,0 Mill. haben mit der Pilgerstatistik nichts zu tun.
Cfrances 2008/2014
Cport/Cingl 2010
Olavsweg 2012
Via Podiensis 2012/13/14
CNorte 2019

Benutzeravatar
Mario d'Abruzzo
Beiträge: 494
Registriert: 16. Jul 2019, 13:23
Wohnort: Staufen im Breisgau
Kontaktdaten:

Re: Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von Mario d'Abruzzo » 8. Jan 2020, 11:00

Bild

Hier zeigt die Zeile 18 die anscheinend von einigen erwartete Summe der Pilgerzahlen 2004-2018. Die zur Zeile 18 dazugehörigen Prozentzahlen zeigen, dass so eine Summenbildung keine statistische Relevanz hat. Im Gegenteil zeigt der Blick auf die sich verändernten Prozentzahlen 2004-2018 eine eindeutige Tendenz; dass nämlich der Frauen/Männeranteil sich der statistischen Verteilung in Deutschland nähert. Das ist vermutlich reiner Zufall? Mehr kann man mit diesen Zahlen nicht belegen. Es ist gut möglich, dass der Frauenanteil in Zukunft darüber steigt...

Im Übrigen: eigentlich müsste diese Statistik in der Form m/w/d geführt werden.

:-)

Mario
»Was mich betrifft, so reise ich nicht, um irgendein Ziel zu erreichen, sondern um zu gehen. Ich reise um des Reisens willen. Worauf es ankommt, ist in Bewegung zu sein: die Nöte und Haken unserer Existenz unmittelbarer zu spüren...« R.L.S.

Benutzeravatar
Gerhard.1
Beiträge: 121
Registriert: 22. Jul 2019, 21:04
Wohnort: Karlsruhe
Kontaktdaten:

Re: Pilgerstatistik: Wo bleiben die Männer?

Beitrag von Gerhard.1 » 8. Jan 2020, 19:52

Uijujuijui - da hat sich ja während meiner Abwesenheit einiges getan :!:
Mit so vielen männlichen Antwortenden hatte ich keineswegs gerechnet.
Vielen Dank dafür!

Es gab aber auch etwas Verwirrung durch Marios großformatige Tabelle, ging mir im ersten Moment genau so. Dabei wollte ich mit meinem Eröffnungsbeitrag im Thread doch nur zum Ausdruck bringen, dass es vermutlich überhaupt erstmals in den Aufzeichnungen des Pilgerbüros SdC des Jahres 2018 und jetzt auch 2019 eine Mehrheit an Pilgerinnen gab, die eine Compostela erhielten. In allen Jahresstatistiken, die ich kenne, dominierten immer die Männer.

Jedenfalls finde ich es schön, dass sich immer mehr Frauen zutrauen, ggf. auch alleine bzw. ohne männliche Begleitung auf einem Jakobsweg nach Santiago zu pilgern.

Als meine Frau und ich 2002 erstmals auf dem Camino Francés, von Burgos aus, Santiago erreichten, hatten wir nur selten allein pilgernde Frauen gesehen, meistens waren sie dann zu zweit oder zu dritt unterwegs. Ich erinnere mich aber an eine Ordensschwester, die ganz alleine den Camino pilgerte, aber auch Bedingung war, jeden Tag die Oberin ihrer Ordensgemeinschaft anzurufen. wie sich in einem Gespräch mit ihr ergab. Ich empfand das sehr beeindruckend und war von so viel gegenseitigem Vertrauen begeistert.

Drei Abiturientinnen - Zwillinge mit gemeinsamer Freundin - lernten wir hinter Leon kennen, die auch den Camino von dort aus als Geschenk ihrer Eltern gehen durften. Sie haben, wenn es sich ergab, immer gerne unsere Nähe gesucht und uns stets alles erzählt, was ihnen unterwegs Freude und manchmal auch Angst bereitet hatte. Zum Abschied in Santiago haben sie uns mitgeteilt, dass wir für sie richtige Ersatzeltern waren, worüber wir uns ganz besonders freuten.

Damals wären wir nie ohne die Compostela nach Hause gefahren, wäre für uns unvorstellbar gewesen. Es gab aber auch noch längst nicht so lange Wartezeiten, wie heutzutage. Von Porto aus haben wir nochmals eine Compostela in Santiago abgeholt, für weitere würde ich mich aber nicht mehr anstellen.

(Sym)badische Grüße und allzeit
buen camino
Gerhard
ein klick auf meine homepage
Jakobswege: WAS - WO - WIE
erleichtert die
PILGERPLANUNG FÜR INDIVIDUALISTEN - GRATIS.

Antworten