Pilger-Tagebuch

Allgemeine Diskussionen zur Pilgerei und ihrer Geschichte
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Bernd
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Pilger-Tagebuch

Beitrag von Bernd » 6. Sep 2019, 23:27

Hallo liebe Pilgerfreunde,

wer führt von euch ein Pilgertagebuch und was schreibt Ihr da rein?
Kennt jemand eine gutes Tagebuch als vorlage?

LG Bernd
Meine Wandertagebuch: www.berndwandert.de

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Pooh_der_baer
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Re: Pilger-Tagebuch

Beitrag von Pooh_der_baer » 7. Sep 2019, 08:50

Bernd,

wieso eine Vorlage ?
Ein Tagebuch ist doch eine persönliche Sache.
Manche schreiben nur die Tagesfakten hinein, dann andere noch zusätzliche Begebenheiten.
Andere schreiben auch ihre persönlichen Gefühle nieder.
Es sind keine Grenzen gesetzt.
Wer sich nicht erinnert, den bestraft die Zukunft.

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Icecube84
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Re: Pilger-Tagebuch

Beitrag von Icecube84 » 7. Sep 2019, 09:43

Ich habe eins.
Und da steht auf jeden Fall drin der Ort wo ich los bin an dem Tag und wo ich angekommen bin. Und die Tageskilometer.
Der Rest findet sich von selbst. Halt was mir gerade einfällt.
Wobei ich bei mir das Gefühl habe, ziemlich oberflächlich zu sein. Und ich vergesse oft manches.
Als ich 2015 auf dem CF war, wurde Denise Thiem gerade gefunden, das wird mit keiner Silbe in meinem Tagebuch erwähnt. Sehr komisch, dabei wars doch sehr präsent auf dem Weg. Es wird auch immer zu meinem Weg gehören. Habe auch eine zweite Muschel für sie nach Santiago getragen...
Eine Pilgerin die ich kennen lernte schrieb weniger über den Weg oder das Laufen, sondern meist über ihre Gefühle und Gedanken.
Einer so, der andere so.
Denke nicht das man nach einer Vorlage gehen sollte.
Buen Camino,
Jani

2015 -> Camino francés / 2017 -> Pilgerweg McPomm / 2019 -> Camino portugués

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beliperegrina
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Re: Pilger-Tagebuch

Beitrag von beliperegrina » 7. Sep 2019, 10:43

Pooh_der_baer hat geschrieben:
7. Sep 2019, 08:50
Bernd,

wieso eine Vorlage ?
Ein Tagebuch ist doch eine persönliche Sache.
Manche schreiben nur die Tagesfakten hinein, dann andere noch zusätzliche Begebenheiten.
Andere schreiben auch ihre persönlichen Gefühle nieder.
Es sind keine Grenzen gesetzt.
Bei mir ist es von jedem etwas, s.o.

Ich hatte beim ersten Mal eine dicke Kladde dabei, "für den ganzen Weg", war aber nur 2 Wochen unterwegs und habe unnütz viel Papier geschleppt. Seit dem nehme ich dünne DIN A5 Schulhefte, die ich notfalls nachkaufen und/oder nach Hause schicken kann. Es kostet mich manchmal etwas Disziplin, täglich einzutragen, aber dann bin ich doch glücklich, dass ich meine Erlebnisse und Gedanken immer wieder nachlesen und somit nacherleben kann.

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KarstenD
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Re: Pilger-Tagebuch

Beitrag von KarstenD » 7. Sep 2019, 12:13

Moin Moin,

ich hab mal vor Jahren eine Internet-Seite erstellt, für meine Eltern, recht komfortabel und mit dem IPad auch gut und einfach möglich. Damit die beiden von zuhause aus, sehen und lesen können, wo wir (inclusive dem Enkelkind) sind und was wir so erleben. Für meine Mutter war das richtig klasse und auch für uns war es später immer, als wenn man ein Fotoalbum heraus holt um nochmal in den Erinnerungen zu versinken.

Als in 2016 der Plan für meinen Camino aufkam, war sofort klar, das ich ein Tagebuch führen werde. Nur in welcher Form war noch nicht sicher.
OK ich hatte mir direkt ein Tagebuch gekauft, aus Gewichtsgründen, ein sehr kleines und einen sehr leichten Stift...
Durch die Erfahrung mit der Internet-Seite und auch wegen dem ständigen Wiegen der eigenen Ausrüstung, bin ich dann auf die Idee gekommen, es doch mal Online mit einer eigenen Interet-Seite über das Handy zu probieren.
Das gestaltete sich am Anfang auch wegen meiner Wurstfinger nicht so leicht wie erhofft, hatte aber den großen Vorteil, das ich auf diese Art, schon vor dem Weg, eine sehr gute Stelle hatte um meine Gedanken und alles zur Planung nieder zu schreiben. Durch den Aufbau mit Unterseiten, ist das auch noch alles sehr übersichtlich gewesen.

Die anfänglichen Probleme konnte ich auf meinen mittlerweile 3 Caminos, alle sehr gut beseitigen und hab für jeden Weg auf diese Art eine schöne dauerhafte Erinnerung erstellt. Mittlerweile geht das während des Pilgerns... also keine Panik, ich bin da schon nicht die ganze Zeit mit dem Handy beschäftigt, nur wenn was besonderes zu sehen ist oder passiert, holt man ja doch meist das Handy hervor um ein Foto zu machen. Naja und wenn das für mich wichtig ist, gehe ich nach dem knipsen des Fotos kurz Online, lade das Bild hoch, oder schreibe kurz 1-2 Stichpunkte um später am Tag, wenn die Zeit dazu gegeben ist, aus den Stichpunkten oder Fotos, den Text für die Erinnerungen des Tages fest zu halten.
Der große Vorteil für mich ist natürlich auch, das ich Egal wo ich bin, immer und zu jederzeit Zugang zu meinen 3 Jakobswegen habe.

Vom Zeitaufwand her, ist es für mich weniger als „echtes schreiben“ die Seite kostet nix (wenn man im Volumen der Gratis Daten bleibt) die Hauptseite ist für jeden einsehbar (der sie im WWW findet) und jede Unterseite, kann bei Bedarf durch ein Passwort im Zugang eingeschränkt werden.

Tja und was schreibt man da rein, das dürfte wohl so individuell sein wie es unterschiedliche Menschliche Individuen gibt. In meinem Fall war auch das von Tag zu Tag und von Weg zu Weg sehr unterschiedlich. Mal waren es 5 Fotos und eine Handvoll Text und dann gibt es Tage an denen waren es 50 Fotos und 8 Din A4 Seiten Text und es gibt Tage mit so vielen Eindrücken, das selbst 50 Bilder und 8 Seiten viel zu wenig sind, um alles erlebte nieder zu schreiben. Ich glaube, im Endeffekt ist es auch gar nicht wichtig alles aufzuschreiben, Stichpunkte reichen mir um auch noch Jahre später, die gesamten Erinnerungen wieder vor meinem inneren Auge zu haben.

Du wirst während deines Weges wissen, ob und wenn ja, was für dich Aufschreibenswert ist. Ob auf einem Block, einem schicken extra für den Weg besorgtem Tagebuch oder auch über das Handy... musst du für dich selber herausfinden.


Gruß Karsten

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donjohannes
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Re: Pilger-Tagebuch

Beitrag von donjohannes » 9. Sep 2019, 10:00

Auf meinem Jakobsweg '98 war ich ohne allem unterwegs. Bis auf wenige sehr einschneidende Erlebenisse ist über die Jahre leider die Erinnerung verblasst. Deshalb habe ich begonnen bei späteren Wegen Tagebuch zu schrieben.

Am Weg nach Jerusalem hab ich mir einen Blog gebastelt und täglich geschrieben - ursprünglich für die Pfarre, für Leute daheim und für mich selbst (jetzt ein paar Jahre später sehr wertvoll, wenn ich in Erinnerungen schwelgen will). Die Diktierfunktion des Handys hat die Eindrücke untertags oft gleich frisch festgehalten und am Abend habe ich das dann konsequent aufgeschrieben. Geschrieben habe ich neben Eckdaten zum Weg vor allem, was ich gesehen, erlebt und wen ich getroffen haben, sowie Gedanken, die einem gekommen sind.

Letztes Jahr auf der Via Alpina Sacra (Alpenlängstraverse) hab ich wieder die Diktierfunktion benutzt und für die Leute daheim auf Instagram einfach täglich 10 Bilder mit kurzem Absatz gepostet. Das war zwar praktisch aber im Nachhinein bereue ich es ein bisschen, nicht gleich getippt zu haben (wollte das Gewicht einer Blutooth Tastatur für das Handy sparen und Zeit hätte es natürlich auch gekostet). Auf jeden Fall war die Zusammenstellung im Nachhinein (für ein Buch) ungleich mehr Aufwand.

Ich kann eine Niederschrift nur empfehlen. Ein paar Jahre später ist es schön nochmals "auf Reise" zu gehen - mit einem breiten Lächeln höchstwahrscheinlich und bequem die Füße hochgelagert.
Österreich -Santiago 1998
Liechtenstein - Jerusalem und zurück 2013-14 (http://www.4kmh.com/neo)
Triest - Cannes (Via Alpina Sacra) 2018 ( http://www.4kmh.com/vas )
Aktuell: Erde - Himmel (Hindernislauf): begonnen 1978 - Ziel noch in weiter Ferne

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Harmonizer
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Re: Pilger-Tagebuch

Beitrag von Harmonizer » 9. Sep 2019, 10:50

Dem kann ich nur beipflichten - die Reise festzuhalten und zu dokumentieren ist in jedem Fall empfehlenswert, da die Erinnerungen daran mit den Jahren zwangsläufig verblassen.

Auf meinem ersten Pilgerweg 2014 habe ich es ähnlich wie KarstenD gehandhabt: Für die daheim gebliebenen und interessierten habe ich geblogged. Für mich selbst hatte ich ein kleines Tagebuch dabei, in das ich meine persönlichen Gedanken niederschrieb.

Als ich 2017 mit meinem damals 10 jährigen Sohn unterwegs war, hielt ich abends, als er schlief, unsere gemeinsamen Erlebnisse in einem Tagebuch fest, welches ich ihm später mal schenken werde.
Das Leben ist zu kurz für lange Unterhosen.

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Martina
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Re: Pilger-Tagebuch

Beitrag von Martina » 9. Sep 2019, 11:07

Bernd hat geschrieben:
6. Sep 2019, 23:27
Hallo liebe Pilgerfreunde,

wer führt von euch ein Pilgertagebuch und was schreibt Ihr da rein?
Kennt jemand eine gutes Tagebuch als vorlage?

LG Bernd
Wenn ich unterwegs bin, werde ich eines führen. Aber was da reinkomtm - das zeigt sich dann erst.
Eindrücke, Erlebnisse, Infos usw usw usw
Lebe DEIN Leben
..i was looking for a place to be...i found it inside myself

https://martinawachholz.de/

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Re: Pilger-Tagebuch

Beitrag von Icecube84 » 9. Sep 2019, 11:41

Achso, ist mir gerade noch eingefallen:
zusätzlich zu meinem Tagebuch schreibe ich mir selbst noch Postkarten (und schick sie zu mir nach Hause).
Da stehen manchmal auch wieder andere Sachen drauf als im Tagebuch...
Die kommen dann mit in mein Foto-Album....
Buen Camino,
Jani

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Re: Pilger-Tagebuch

Beitrag von Frau Holle » 9. Sep 2019, 11:50

Icecube84 hat geschrieben:
9. Sep 2019, 11:41
Achso, ist mir gerade noch eingefallen:
zusätzlich zu meinem Tagebuch schreibe ich mir selbst noch Postkarten (und schick sie zu mir nach Hause).
Da stehen manchmal auch wieder andere Sachen drauf als im Tagebuch...
Die kommen dann mit in mein Foto-Album....
Das habe ich auch gemacht 😅
Da ich aber keine Wohnung hatte habe ich sie an meine Mama geschickt und auf der ersten Karte schon angekündigt, dass ich sie ihr wieder wegnehmen werde 😁
Juhuu, das Forum ist wieder da!

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Re: Pilger-Tagebuch

Beitrag von Icecube84 » 9. Sep 2019, 11:59

Stimmt Frau Holle,
an ohne Wohnung kann ich mich noch erinnern.

Meine Mama machte bei mir den Katzen/Fische/Blumen/Post-Dienst und wunderte sich, als sie nun Postkarten von mir aus meinem Briefkasten holte.
Sie fragte dann ganz verwirrt in meine WhatApp-Jakobsweg-Gruppe was das soll. Sie zweifelte wohl an meinem Verstand :lol:
Buen Camino,
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Mirabilis
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Re: Pilger-Tagebuch

Beitrag von Mirabilis » 10. Sep 2019, 14:00

Auf jeder meiner Reisen schreibe ich Tagebuch, mehr oder weniger umfangreich.

Eine Kladde oder ein Schreibheft, das ist leicht und paßt immer noch rein.

Da halte ich das Wesentliche vom Tag fest, meistens auch, wie ich mich gefühlt habe, was ich empfunden habe.

Das Tagebuch von meinem ersten Camino zeigt deutliche Gebrauchsspuren und ich habe den Rücken unterwegs mit einem Streifen Leukoplast verstärkt.
Diese Hefte sind mir lieb und teuer und bedeuten mir, zusammen mit den Pilgerpässen ebenso viel wie die Compostelas.

LG Notburga
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Marcel17
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Re: Pilger-Tagebuch

Beitrag von Marcel17 » 11. Sep 2019, 21:47

Ein Pilger-Tagebuch?
Ja, auf jeden Fall.
Ich verwende ein kleines Buch, ca. 10 x 14 cm und mache mir handschriftliche Notizen. Für Verwandte und Freunde gibt es einen Chat, auf den ich täglich kurz poste (Abends). Ein Notizbuch auf dem Handy fand ich nicht wirklich ergiebig, eher unhandlich.

Alle Notizen fasse ich zuhause nochmal in einen Bericht für mich zusammen. Zwischen dem Zusammenfassen und der Rückkehr vom Weg liegen meist ein paar Wochen. Für mich ist das ein guter Weg, das Erlebte nochmal zu be- oder verarbeiten.

@donjohannes : Konntest du deine diktierten, Akustik zu Schrift gewandelten Texte nicht verwenden? Oder ging das über die Aufnahmefunktion von Instagramm?
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