Wie werde ich Hospitalero/a?

Allgemeine Diskussionen zur Pilgerei und ihrer Geschichte
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PrinzKeksdose
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Wie werde ich Hospitalero/a?

Beitrag von PrinzKeksdose » 19. Jul 2019, 14:58

Die Frage ist in unserer WhatsApp aufgetaucht und vielleicht hat jemand von Euch Lust das Pilgern von der anderen Seite zu erleben.

Pilgern bedeutet immer wieder ein Stück Freiheit, den Alltag hinter sich lassen, Ruhe, Spiritualität. Aber auch Gemeinschaft, Natur und Unterwegssein.

Bei vielen kommt der Wunsch auf etwas von dem was man bekommen hat und erfahren durfte zurückzugeben. Man möchte Pilgern mit Rat und Tat zur Seite stehen und das Pilgern von der anderen Seite erleben. Irgendwann steht dann der Entschluss fest: Ich werde Hospitalero/a!
Und wie so oft ist es auch hier: Viele Wege führen zum Ziel.

Sucht Euch am besten eine Pilgerherberge raus die Euch positiv in Erinnerung geblieben ist. Eine bei der man reingekommen ist, sich wohlgefühlt hat und man das Gefühl hatte ein Stück Zuhause zu bekommen. Über Gronze lässt sich so ziemlich der Kontakt jeder Herberge ausfindig machen. Wer die Landessprache oder Englisch nicht oder nur wenig kann dem hilft google translate bei der ersten Mail.

Die Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft e.V. bietet jedes Jahr ein Vorbereitungsseminar zu Qualifizierung als Hospitalero an.
Voraussetzung für einen späteren Einsatz sind:

• Lust sich ehrenamtlich zu engagieren
• mindesten zwei Wochen Zeit zu haben
• selber Pilger gewesen zu sein
• Teilnahme am Vorbereitungsseminar
• Grundkenntnisse der jeweilen Landessprache
• sich auf einfache Unterkünfte einzustellen
• teamfähig und kontaktfreudig sollte man sein
• in der Lage sein übertragene Aufgaben eigenverantwortlich zu übernehmen

Für Hin- und Rückflug muss man selber Aufkommen, der Einsatz erfolgt ehrenamtlich, Unterkunft und Essen wird gestellt.

Kontakt: Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft e.V., Tempelhofer Str. 21, 52068 Aachen
Telefon: +49 241 510 00 62 - Fax: +49 241 510 00 63 - E-Mail: info@deutsche-jakobus-gesellschaft.de

Die St. Jakobusbruderschaft Trier hat eine Partnerschaft mit der Asociación Amigos del Camino de Santiago im spanischen Astorga, die die dortige Pilgerherberge “Siervas de Maria” mit 156 Betten betreut. Die Betreuung dieser Herberge geschieht durch Mitglieder der Asociación gemeinsam mit Menschen aus ganz Europa, die sich für zwei oder mehr Wochen als sog. Hospitaleros/Hospitaleras für diesen Dienst zur Verfügung stellen.

Auch in der Casa Paderborn in Pamplona kann man tätig werden.
http://jakobusfreunde-paderborn.com/uns ... paderborn/
https://www.katholische-sonntagszeitung ... 8-10-00-00

Und wen es nach Porugal zieht der kann sich hier bewerben: https://www.alberguederates.pt/

Die Aufgaben umfassen meistens:

- ab 6:00 Pilgerfrühstück machen
- Wenn es sich anbietet eine gemeinsame Verabschiedungsrunde sonst
- Pilger einezln verabschieden und Türen schliessen
- Herberge putzen, aufräumen, Vergessenes Hab und Gut einsammeln
- Einkaufen gehen
- Pilger begrüßen und ihnen die Herberge erklären (die meisten Herbergen öffnen gegen 16:00)
- Stempeln und registrieren
- Helfen und Fragen beantworten
- abends mit Pilgern kochen und gemeinsam essen
- Abends einen Pilgergebet leiten

Es gibt mit Sicherheit noch mehr Vereine und vielleicht ergänzt sich der Thread noch um weitere Adressen, Berichte und Fotos!

Simone
Beiträge: 14
Registriert: 18. Jul 2019, 07:10

Re: Wie werde ich Hospitalero/a?

Beitrag von Simone » 21. Jul 2019, 16:42

Hallo, Ihr Lieben,

da ich in einem anderen Faden bereits kurz von meiner Hospitalera-Zeit geschrieben hatte, bat mich Prinz Keksdose, auch hier noch etwas beizutragen.

Wie hier schon als Möglichkeit beschrieben, bin ich über die Aachener Jakobusgesellschaft und die "Amigos del Camino" eingeteilt worden. Einsatz ist jeweils die erste oder zweite Monatshälfte. Die Herbergen liegen an der Via de la Plata und am Camino Frances und arbeiten ausschließlich auf Spendenbasis.

Mein Wunsch war es, nach drei für mich sehr wichtigen Caminos einmal "Danke" zu sagen. Die spanische Koordinatorin hieß uns mit den Worten willkommen, wir kämen, um dem Weg etwas zurückzugeben, aber in Wahrheit würden wir mindestens genauso viel wieder mitnehmen. Und das kann ich genauso bestätigen: ich habe nicht nur gegeben, sondern im Gegenteil auch sehr viel wieder mitgenommen!!

Es war eine Super-Erfahrung mit wundervollen Kollegen und tollen Pilgern!! Aber als ich zurückkam, war ich zwar im Geiste frei, aber körperlich rechtschaffend ermattet. Das darf man nicht unterschätzen.... ;)

Liebe Grüße und allzeit buen camino

von Simone
Mut steht am Anfang, Glück steht am Ende.

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