Das neue Gesicht des Camino de Santiago

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Hobbypilger
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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von Hobbypilger » 18. Jan 2021, 12:29

Harmonizer hat geschrieben:
17. Jan 2021, 17:59
.................
Auch erschließt sich mir nicht die ewige Diskussion um die Massen der letzten 100 Kilometer. Für mich sind sie schlichtweg Teil des Weges. Wären die Regularien, die letzten 150 km gepilgert sein zu müssen um die Compostel zu bekommen, dann würden wir uns nicht über Sarria "aufregen", sondern über den Alto do Poio.
So sehe ich das auch. Es ist für mich tatsächlich nur schwer vorstellbar, dass Menschen die den Weg aus religiösen Beweggründen gehen, sich wegen der letzten 100 km beeinträchtigt fühlen könnten.

Ich war nicht aus religiösen Motiven unterwegs, doch wie könnte ich Kritik an der Situation üben die ich mitverantworte? Warum sollte ich verärgert sein nur weil ich bereits 700 km hinter mir habe und andere erst zu laufen beginnen bzw. von anderen Jakobswegen zusammentreffen?

Zudem kann man durch Auswahl des Zeitraums für den eigenen Weg die Frequenz des Zusammentreffens mit „vielen Menschen“ selbst bestimmen. Im zeitigen Frühjahr oder späten Herbst ist gewiss alles etwas ruhiger.

Ciao
Detlef
Sept. 2018 Camino Francés (SJPdP - Santiago)
März 2020 Camino del Norte (Bilbao - Santander, Abbruch wegen fehlender Übernachtungsmöglichkeiten bis Santiago)

jakobsvejen
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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von jakobsvejen » 18. Jan 2021, 12:54

Liebe deutsche Pilger, Ich hoffe, dass ein alter dänischer Pilger muss in die Diskussion teilnehmen.
Ich bin seit den 1980er Jahren ein Pilger. Zu dieser Zeit konnte ich mit ungefähr 20 Kilo auf meinem Rück und 40 Kilometer pro Tag laufen - Hier erinnere ich mich besonders 4 wochenlang an die Via de la Plate aus Sevilla nach Santiago mit strömendem Regen und überfluteten Flüssen.
Heute bin ich ein alter Mann. Ich war letzte mal in 2018 bei Camino Frances. Ich bin 2019 von Le Puy nach Lourdes und später von La Via de Francisco gelaufen, bevor die pilgerwegen von Corona geschlossen wären. Und heute nicht mehr als 10 kg auf dem Rück. Und 30 Kilometer an einem Tag tun sehr weh. Als ich in 2018 habe Camino Frances gelaufen, gab es viele Unterkünfte (jeder 5-10 Kilometer) - auch viele Donativo. Es gab mehr heilige Messen auf der Strecke als jemals zuvor. Und auch weit mehr Pilger. Es gab einige Pilger, die sich benahmen wie: Me first. Aber ich hatte auch wirklich gute Gemeinschaft mit vielen süßen, freundlichen Pilgern.
Der Jakobsweg hat sich verändert. Es ist nicht die gleiche Erfahrung wie vor einer halben Generation.
Aber Ist es heute schlimmer, auf dem Camino zu laufen? Nein, aber ganz anders.
Pax et Bonum, Buen Camino
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Simsim
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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von Simsim » 18. Jan 2021, 18:06

Genau, aber 2018 war vor drei Jahren und jetzt wollen manche aus dem Camino Frances ein digital durchorganisiertes all-inclusive hygienisches Sicherheitspilgern machen. Unter Ausschluss der improvisierten Übernachtungsmöglichkeiten und so wenig wie möglich Kontakt untereinander. Das wäre eben dieses neue Gesicht.....brrrr.

Torsten
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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von Torsten » 18. Jan 2021, 18:26

Simsim hat geschrieben:
18. Jan 2021, 18:06
Genau, aber 2018 war vor drei Jahren und jetzt wollen manche aus dem Camino Frances ein digital durchorganisiertes all-inclusive hygienisches Sicherheitspilgern machen. Unter Ausschluss der improvisierten Übernachtungsmöglichkeiten und so wenig wie möglich Kontakt untereinander. Das wäre eben dieses neue Gesicht.....brrrr.
Ich kann echt nicht verstehen warum du so extrem negativ eingestellt bist? Jeder normal denkende Mensch wird die aktuellen Hygieneauflagen verstehen. Und diese werden auch wieder fallen, sobald dies mit dem Virus geklärt ist. Und was die Digitaliserung anbelangt, sind das alles KANN-Angebote und keine zwangehaften. Ich werde auch nicht den digitalen Pilgerpass verwenden, aber wer es möchte gerne.

Eigentlich dachte ich immer, dass Pilger ein offenes Völkchen ist, aber was einige hier so von sich geben. Erinnert mich an die negativste Erfahrung auf meinem ersten Weg. Bleibt unter euch.
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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von Simsim » 18. Jan 2021, 19:20

Na danke, ich freue mich, als nicht "normal denkend" erkannt zu werden :D , ja, ganz ehrlich, das ist nicht ironisch gemeint! Ich nehme es als Kompliment.
"Extrem negativ"? Hm. So siehst Du das, Torsten, weil ich nicht einverstanden bin, mit vielen Entwicklungen und das nicht nur auf dem Camino. Aber ich bin eher extrem verliebt und das bringt manchmal Entrüstung mit sich....lass es doch bei mir, was juckt es dich so?
"Bleibt unter euch"....komisch, was hat das jetzt mit Offenheit deinerseits zu tun? Und dass du so negative Erfahrungen gemacht hast, könnte das vielleicht auch mit dir selbst zu tun haben?

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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von Torsten » 18. Jan 2021, 20:01

Simsim hat geschrieben:
18. Jan 2021, 19:20
Na danke, ich freue mich, als nicht "normal denkend" erkannt zu werden :D , ja, ganz ehrlich, das ist nicht ironisch gemeint! Ich nehme es als Kompliment.
"Extrem negativ"?
Weil wohl jeder verstehen kann, dass die Hygieneauflagen einfach nur eine normal Reaktion auf Corona sind. Bloß das geht in deinen Kopf nicht rein oder du hast einen falschen Stolz um es zu zu geben.
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Der Wanderer
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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von Der Wanderer » 19. Jan 2021, 00:00

jakobsvejen hat geschrieben:
18. Jan 2021, 12:54
Liebe deutsche Pilger, Ich hoffe, dass ein alter dänischer Pilger muss in die Diskussion teilnehmen.
Ich bin seit den 1980er Jahren ein Pilger. Zu dieser Zeit konnte ich mit ungefähr 20 Kilo auf meinem Rück und 40 Kilometer pro Tag laufen - Hier erinnere ich mich besonders 4 wochenlang an die Via de la Plate aus Sevilla nach Santiago mit strömendem Regen und überfluteten Flüssen.
Heute bin ich ein alter Mann. Ich war letzte mal in 2018 bei Camino Frances. Ich bin 2019 von Le Puy nach Lourdes und später von La Via de Francisco gelaufen, bevor die pilgerwegen von Corona geschlossen wären. Und heute nicht mehr als 10 kg auf dem Rück. Und 30 Kilometer an einem Tag tun sehr weh. Als ich in 2018 habe Camino Frances gelaufen, gab es viele Unterkünfte (jeder 5-10 Kilometer) - auch viele Donativo. Es gab mehr heilige Messen auf der Strecke als jemals zuvor. Und auch weit mehr Pilger. Es gab einige Pilger, die sich benahmen wie: Me first. Aber ich hatte auch wirklich gute Gemeinschaft mit vielen süßen, freundlichen Pilgern.
Der Jakobsweg hat sich verändert. Es ist nicht die gleiche Erfahrung wie vor einer halben Generation.
Aber Ist es heute schlimmer, auf dem Camino zu laufen? Nein, aber ganz anders.
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Lieber Erik, Danke für deinen Kommentar. Finde es sehr toll deine Meinung, mit 40 Jahren Pilgererfahrung, zu lesen. Bin überigens 2019 bei meinem Camino auch die via Podiensis gegangen. Hat mir auch sehr gefallen. Vielleicht lief man sich ja über den weg :) Buen Camino
2017 - 2018 Wolfsthal - Rankweil)
2019 Rankweil - Finisterra

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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von beliperegrina » 20. Feb 2021, 18:02

Hallo miteinander,

gerade habe ich auf Gronze einen Artikel von Antón Pombo gelesen, der wieder Haarsträubendes bekannt gibt, diesmal zur Kathedrale von Burgos:
Die Türen des Hauptportals sollen neu gestaltet werden. Der Künstler hat wohl vor, die drei Türen als Darstellung von Jesus Christus, seiner Mutter und dem Jesuskind zur Selbstdastellung zu nutzen: Selbstportait des Künstlers, seine Frau und seines Sohnes. :cry:

Hier ist der Link zum Artikel (mit Foto der Planung):
https://www.gronze.com/noticias/profana ... rgos-21652
Die Übersetzungen von DeepL finde ich meistens gut brauchbar: https://www.deepl.com/Translator

Und bei Change.org läuft eine ensptrechende Petition:
http://chng.it/wxNm8RDKHX

Ich hoffe, es spricht nichts dagegen, hier im Forum auf Petitionen von Change.org hinzuweisen, die sich auf Themen des Camino beziehen. Ansonsten bitte ich um einen Hinweis der Moderatoren.

Liebe Grüße

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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von Matt Merchant » 20. Feb 2021, 19:21

Oh ja, danke für den Impuls;
auch die Süddeutsche ließ sich gestern nicht nehmen, das Kunstprojekt hämisch zu kommentieren:
https://www.sueddeutsche.de/panorama/bu ... -1.5211725

Es sieht tatsächlich ziemlich - - - gewöhnungsbedürftig aus...
2007 - Camino Francés
2012 - Camino Primitivo
2015 - Camino Portugues
2016-19 - Gießen -> Muxía
2020 - Raisdorf b. Kiel -> Neuendettelsau

Christoph Kühn
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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von Christoph Kühn » 21. Feb 2021, 00:14

https://www.gronze.com/sites/default/fi ... 1613380414

Der Entwurf ist sehr mutig und gar nicht mal so schlecht.

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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von Matten » 21. Feb 2021, 07:37

Christoph Kühn hat geschrieben:
21. Feb 2021, 00:14
https://www.gronze.com/sites/default/fi ... 1613380414

Der Entwurf ist sehr mutig und gar nicht mal so schlecht.
Bei mir funktioniert der Link leider nicht.

BC
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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von Christoph Kühn » 21. Feb 2021, 12:09

Matten hat geschrieben:
21. Feb 2021, 07:37
Bei mir funktioniert der Link leider nicht.
Ich sehe gerade, dass gronze.com die Aufnahme von der Probehängung der drei Entwurfsplanen inzwischen aus dem Artikel entfernt hat. Hier sind weitere Funde der Suchmaschine mit Bildern der Probehängung:

https://www.google.com/search?q=Catedra ... AXoECAYQAw

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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von Pater Norbert » 21. Feb 2021, 14:07

Mit Screenshot habe ich diese Ausführung anzubieten:

https://www.bilder-upload.eu/bild-16cb3 ... 7.jpg.html
Wer pilgert, wird von einem Virus infiziert, das nicht vergeht.

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Matt Merchant
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Re: Das neue Gesicht des Camino de Santiago

Beitrag von Matt Merchant » 21. Feb 2021, 15:19

Wie es aussieht, kursieren im Bildmaterial zwei Ästhetiken der Türen: eine weiße (Gronze u.a.) und eine eher 'bronzene' Ausführung (SZ u.a.).

Könnte es sein, dass es sich bei der weißen (die ein bisschen nach bemalten Bettlaken aussieht) lediglich um eine provisorische 'Bauprobe' handelt? Ich könnte mir vorstellen, dass die finalen Türflügel eher der bronzenen Form entsprechen werden...
Weiß jemand dazu mehr?

Edit: Gerade entdecke ich Christophs Post, der von einer 'Probehängung' berichtet. Also ist's in der Tat eine Bauprobe und die Türen werden am Ende etwas eleganter aussehen (was je nach Geschmack nicht viel heißen mag).
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