Noch ist Zeit, einmal Papst Franziskus zu erleben

Auf den Spuren des Franz von Assisi und auf anderen Wegen in die ewige Stadt
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Mario d'Abruzzo
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Noch ist Zeit, einmal Papst Franziskus zu erleben

Beitrag von Mario d'Abruzzo » 26. Aug 2019, 08:42

Noch ist Zeit, einmal Papst Franziskus zu erleben

Am 13. März 2013 wurde mein Namensvetter Jorge Mario Bergoglio :-) zum Papst gewählt. Als bekannt gegeben wurde, dass er sich für den Namen Franziskus entschieden hat, entschloss ich mich sofort, einige Monate später von Florenz nach Rom zu pilgern. Seither bin ich fast ausschließlich in Italien unterwegs. Auf dieser ersten 'richtigen' Pilgerreise in Italien begleitete ich einen Pilgerfreund vom Jakobsweg als eine Art Sherpa, Rudi war auf den Tag genau einen Monat älter als der neu gewählte Papst. Inzwischen ist Rudi nicht mehr und auch Papst Franziskus wird nicht ewig leben. Wir haben diesen Papst während der wöchendlichen Audienz auf dem Petersplatz erlebt und während der Papstmesse am 29. Juni 2013 anlässlich des Patronatsfestes Peter und Paul im Petersdom.

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Dies hier soll eine Art Aufruf dazu sein, die verbleibende Zeit zu einer Pilgerreise nach Rom zu Papst Franziskus zu nutzen...

In der aktuellen politischen Berichterstattung geht es fast täglich um den Terminus 'Narzissmus'. Papst Franziskus hat diesen Begriff schon vor Längerem auf die aktuelle Situation der Kirche bezogen:

Zitat (Quelle): "2013 sprach der spätere Papst Franziskus vom „theologischen Narzissmus“ einer Kirche, die nur noch „um sich selbst kreist“. Anstelle der lebendigen Verkündigung des Evangeliums sei die Selbstbeweihräucherung und bloße Verwaltung des Glaubens getreten: „Wenn die Kirche nicht aus sich selbst herausgeht, um das Evangelium zu verkünden, kreist sie um sich selbst. Dann wird sie krank (vgl. die gekrümmte Frau im Evangelium). Die Übel, die sich im Laufe der Zeit in den kirchlichen Institutionen entwickeln, haben ihre Wurzel in dieser Selbstbezogenheit. Es ist ein Geist des theologischen Narzissmus.“[70]

Diese Kritik hatte offenbar entscheidend zur Wahl Jorge Mario Bergoglios zum neuen Papst beigetragen.[71] In seiner Weihnachtsansprache an die Kurie 2014 wiederholte er diese Diagnose. Im Katalog der 15 „kurialen“ Krankheiten bemängelte er die narzisstische Selbstbezogenheit innerhalb der Institution als elitaristische Abwendung von Gott: „Es ist die Krankheit des reichen Toren aus dem Evangelium, der glaubte, ewig zu leben (vgl. Lk 12,13-21 EU), und derer, die sich zu Herren machen und sich allen überlegen fühlen statt im Dienste an allen. Sie rührt oft von der Sucht nach Macht und vom ‚Komplex der Erwählten‘, vom Narzissmus, der leidenschaftlich das eigene Ebenbild betrachtet und nicht das Abbild Gottes, das sichtbar ist im Antlitz der anderen, vor allem der Schwächsten und Bedürftigsten (Evangelii Gaudium 197-201).“[72]

70 Wider den "theologischen Narzissmus"; Zur Heilung der gekrümmten Frau vgl. Luk 13, 10-17. Franziskus bringt hier den Narzissmus mit dem theologischen Topos des homo curvatus, des „gekrümmten“ bzw. „in sich gekrümmten Menschen“ zusammen.

71 Aufruf zu Reformen. Papst Franziskus geißelt „theologischen Narzissmus“. In: FAZ. 28. März 2013, (abgerufen am 18. Februar 2017)

72 Arbeitsübersetzung der Ansprache vom 22. Dezember 2014, Radio Vatikan, 23. Dezember 2014, (abgerufen am 11. März 2017)
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Mario
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Martina
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Re: Noch ist Zeit, einmal Papst Franziskus zu erleben

Beitrag von Martina » 26. Aug 2019, 10:07

Moin, ich möchte so einen Pabst nicht erleben
Ein Pabst sollte für Menschen da sein und nicht irgendwelche Gruppen ablehnen nur weil sie nicht in das Bild der katholischen Kirche passen.
Lebe DEIN Leben
..i was looking for a place to be...i found it inside myself

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Mario d'Abruzzo
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Re: Noch ist Zeit, einmal Papst Franziskus zu erleben

Beitrag von Mario d'Abruzzo » 27. Aug 2019, 21:23

Ciao Martina,

vielleicht liest Du das Zitat noch mal durch? »...bemängelte er die narzisstische Selbstbezogenheit innerhalb der Institution als elitaristische Abwendung von Gott«. Mit der Institution meinte Papst Franziskus ja gerade die bestehende Kirche. Es war eine Kritik am (römischen) Machtapparat der Kirche...

Grüße!

Mario
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