Via Francigena - Passüberquerung Großer St. Bernhard Schweiz/Italien

Auf den Spuren des Franz von Assisi und auf anderen Wegen in die ewige Stadt
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Shabanna
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Via Francigena - Passüberquerung Großer St. Bernhard Schweiz/Italien

Beitrag von Shabanna » 12. Aug 2019, 17:53

Ich kann es kaum glauben, was der Pilger hier erzählt, aber weil es jetzt schon die dritte Geschichte dieser Art ist, die mich erreicht, will ich euch dieses Video nicht vorenthalten.

https://m.youtube.com/watch?v=UWz742Aq-3g&t=13s

Ich kann mir nicht helfen, manchmal staune ich auch einfach nur über diese Blauäugikeit, mit der manche unterwegs sind.

Und obwohl die Passüberquerung wunderschön und im geeigneten Zeitfenster auch überhaupt nicht schwierig ist (es gibt sogar eine kleine Variante für Höhenängstliche), erfordert sie doch etwas Planung und vielleicht auch etwas Bergerfahrung.

Das Problem scheint zu sein, dass einige Pilger davor den Frances gepilgert sind und das, was man dort so liebt - das planlose In-denTag-Hineinlaufen - eins zu eins auf die VF übertragen. Auf der VF sperrt z. B. keiner den Berg, wenn die Wetterverhältnisse schlecht sind. Vielleicht ist das manchen einfach nicht bewusst.

Was man auf jeden Fall machen sollte: Sich unten in Montreux in der Touri-Info nach den Verhältnissen am Berg erkundigen. An der Touri-Info läuft man auf der VF direkt vorbei (Seepromenade). Oder allerspätestens in Martigny/Martigny La Croix, bevor es dann zur Sache geht.

Allen VF-Pilgern einen wunderschönen Weg! Genießt die tolle Strecke, passt gut auf euch auf und macht der Bergrettung bitte keine Arbeit!

Andrea

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SanchoPansa
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Re: Via Francigena - Passüberquerung Großer St. Bernhard Schweiz/Italien

Beitrag von SanchoPansa » 12. Aug 2019, 20:56

Vielleicht wäre das mit einem intakten Pilgerforum nicht passiert, wenn er aktuelle Berichte und Erfahrungen hätte lesen können 8-) ...aber letzenendes gut dass er abgebrochen hat, denn die Voraussetzungen waren wohl ziemlich schlecht.

Wann ist denn das günstige Zeitfenster zur Passüberquerung - im Juni hab mich mal gehört, stimmt das?

Sancho
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tsetse
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Re: Via Francigena - Passüberquerung Großer St. Bernhard Schweiz/Italien

Beitrag von tsetse » 12. Aug 2019, 22:03

Der Pass wird in der Regel am 1. Juni geöffnet. Bei späten Schneefällen kann es aber zu Verschiebungen kommen. Und es kam wohl schon vor, dass die schweizer Seite offen war, die italienische aber noch nicht geräumt.

Im März wird noch Ski gefahren! Es ist extrem blauäugig und lebensgefährlich, einfach den Berg hochzulaufen und zu schauen, wie weit man kommt.
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Bertram
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Re: Via Francigena - Passüberquerung Großer St. Bernhard Schweiz/Italien

Beitrag von Bertram » 12. Aug 2019, 22:04

Anfang Juni räumen die Italiener erst zur offizellen Eröffnungsfeier. Aber das Wetter sollte immer dabei beachtet werden. Wir hatten für uns das beste Zeitfenster erwischt. Sind am 1. Juni über den Pass und den Mücken in der Po-Ebene noch zuvorgekommen, wenn ich mich recht erinnere. Müsste mir auch noch mal unseren Film ansehen ... https://www.youtube.com/watch?v=HmivCUvBKIs

Gruß
Bertram
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Re: Via Francigena - Passüberquerung Großer St. Bernhard Schweiz/Italien

Beitrag von Shabanna » 12. Aug 2019, 22:17

Ja, gut, dass er abgebrochen hat, aber vor allem ein Danke an die Bergretter.

Im März kann man keinesfalls den Pass überqueren, und zwar nie, in keinem vergangenen Jahr und ganz sicher in keinem zukünftigen. Es mag ein paar Wagemutige geben, die das mit Schneeschuhen gemacht haben, aber auch das ist nicht ohne und Pilgern nicht zu empfehlen, die da keine Erfahrung drin haben.

Meist gehen die ersten Pilger über den Pass, wenn so ab Juni die Passstraße frei geräumt ist. Es gab aber auch schon Pilger, die sind auf der Passstraße zwar hochgekommen, aber auf der anderen Seite hatten die Italiener die Straße runter noch nicht geräumt. Dann kann man noch ein paar Tage länger im Hospiz rasten und warten und die Stille dort oben genießen :D Spaß beiseite, da oben, das ist einer der most magical Places, an denen ich in meinem Leben war.

Der Wanderweg braucht dann noch etwas länger, bis der schneefrei ist. Ich stand im Juni unten in Martigny, exakt am Tag zuvor war die Passstraße für die Autos frei gegeben worden. Ich bin dann schweren Herzens nochmal nach Hause gefahren, hab noch ein paar Wöchlein gearbeitet und bin dann im Juli wieder nach Martigny gereist, um meinen Weg fortzusetzen. Ich hab bei wunderschönem Sonnenschein auf sicheren Wanderwegen den Berg zum Hospiz erklommen, das sind drei wirklich unvergesslich schöne Etappen. Und auf der anderen Seite geht es dann schön langsam den Berg nach Italien runter ... wunderschön an den Wasseradern entlang ins Aosta-Tal. Nur ganz oben beim Hospiz waren noch vereinzelt Schneefelder zu queren. Auch die sind bitte nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, da sie im Frühling häufig unterspült sind. Hier muss man einfach etwas vorsichtig und konzentriert gehen. Stöcke sind da schon zu empfehlen.

Ich kann mir vorstellen, dass es in manchen Jahren einige Wochen (im August oder September) geben mag, wo der Weg so gut wie schneefrei ist. So gesehen wäre das die beste Zeit. Wenn man allerdings weiter auf der Via Francigena durch die Po-Ebene geht, erreicht man die dann zur absolut heißesten Phase, das ist nicht für jeden was. Aber ich z. B. hab's überlebt :D

Also wer dieses Jahr noch los will, sollte sich so langsam auf die Socken machen :)

LG,
Andrea

Edit: Ah, sorry, wollte nicht wiederholen, was Bertram und Tsetse bereits gesagt haben :) Ich hab bissle länger getippt und zwischendrin in Erinnerungen geschwelgt und überhaupt kann ich mich bei manchen Themen einfach nicht kurz fassen ...

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Bertram
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Re: Via Francigena - Passüberquerung Großer St. Bernhard Schweiz/Italien

Beitrag von Bertram » 15. Aug 2019, 22:55

Shabanna hat geschrieben:
12. Aug 2019, 22:17
Dann kann man noch ein paar Tage länger im Hospiz rasten und warten und die Stille dort oben genießen Spaß beiseite, da oben, das ist einer der most magical Places, an denen ich in meinem Leben war.
Ja - ein Ort der Magie. Vielleicht auch weil ich das Glück hatte, dass mich dort jemand in den Arm nahm und erzählte, was er von hier wusste und spürte. Als ob dort undichte Stellen zu einer anderen Dimension voller Erfahrungen spürbar sind. Kann auch verunsichernd sein. Und dann mit Menschen verschiedenster Art gemeinsam essen, alle beeinflusst von diesem Ort, der mir irgendwie Klarheit zu verströmen scheint - in der Stille. Ja, ich habe auch einiges von dort mitgenommen ...
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