Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Pilgerwege in Deutschland, Österreich und der Schweiz
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Kruemel
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Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte mit Pilgerberichten

Beitrag von Kruemel » 25. Aug 2019, 19:21

Ich möchte nur ein wenig auf den wunderschönen Pilgerweg in meiner Heimat aufmerksam machen. Irgendwie ist er vollkommen zu Unrecht immer noch sehr unbemerkt.

http://www.pilgerweg-mecklenburgische-s ... 182.0.html
Zuletzt geändert von Kruemel am 7. Jul 2020, 13:21, insgesamt 2-mal geändert.

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Camineiro
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Camineiro » 25. Nov 2019, 21:54

Kruemel hat geschrieben:
25. Aug 2019, 19:21
Ich möchte nur ein wenig auf den wunderschönen Pilgerweg in meiner Heimat aufmerksam machen. Irgendwie ist er vollkommen zu Unrecht immer noch sehr unbemerkt.

http://www.pilgerweg-mecklenburgische-s ... 182.0.html
Hierzu ein Pilgerbericht von Gert Kleinsteuber auf der Webseite Jakobsweg.de.
Wer genau hinschaut, wird bekannte Gesichter erkennen.

Fotoreihe vom Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte (by Gert Kleinsteuber).
Cvasco interior 2008
Cfrances 2008/2014
Cport/Cingl 2010
Caragones 2012
Olavsweg 2012
Via Podiensis 2012/13/14
CdNorte 2019

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Kruemel
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Kruemel » 26. Mai 2020, 16:18

Auf Grund einer aktuellen Anfrage, stell ich hier noch mal meinen Bericht aus 2015 rein.

So, nun kann ich mir ja zwischenzeitlich meine 2011 gestellte Frage selber beantworten.
Vom 11.09. bis 15.09.15 war ich nun unterwegs.

Neubrandenburg - Zachow (20 km)
Gestartet bin ich in Neubrandenburg und nach vielen, langen Pausen gegen 16.00 Uhr in Zachow angekommen. Dies war mir für das Lager aufschlagen zu früh und da ich bei Familie Rohde-Schaeper (sehr netter Kontakt) in der Schmiede wegen einer Familienfeier nicht hätte unterkommen können, entschied ich mich noch mal zu Hause zu schlafen und nicht schon das Zelt aufzustellen.

Zachow - Steinmühle (25 km)
Am 12.09. brachte mich meine Frau wieder zum Endpunkt des vorhergehenden Tages und ich ging in wirklich schöner und zum großen Teil auch mir fremder Gegend bis nach Steinmühle. Leider konnte ich auch hier nicht unterkommen (obwohl eine ausgeschriebene Pilgerherberge) da ebenfalls eine große Familienfeier im Gange war und alle Zimmer belegt waren. Trotz großem Haus und freizügigem Gelände wollte sich kein Unterschlupf finden lassen - nicht einmal die Dusche oder Toilette durfte ich nutzen. Das war schon etwas deprimierend und zeigte mir einmal mehr, dass wir in Deutschland häufig recht armselig sind. Auch in einer privaten Unterkunft in unmittelbarer Nähe wollte sich kein Bett finden ("Ich vermiete eigentlich nur für wenigstens 2-3 Nächte. Und ich habe die Betten für morgen schon bezogen, da kommen nämlich neue Gäste.") Naja, der Tourist verlangt, der Pilger dankt und so war ich froh mein Zelt dabei zu haben.

Steinmühle - Fürstenberg (26 km)
Wieder viel schöne Natur, viele Waldtiere gesehen und herrlichstes Wetter, welches für die leichte Verstimmung des Vorabend entschädigte. Wundervolle schmale Wege durch oftmals nahezu unberührte Natur mit viel Wasser(wer jetzt auf die Idee kommen könnte, na das mach ich mal schnell mit dem Rad - davon würde ich strickt abraten - die Wege sind wirklich oft nur zu Fuß machbar).
Seit 2 Tagen versuchte ich vergeblich den Pastor aus Fürstenberg zu erreichen um bei ihm zu übernachten - leider ergebnislos.
So nahm ich mir nach einem wundervollen Tag ein privates Zimmer bei Familie Bock (wirklich sehr freundlich) in Fürstenberg (hier gibt es Privatunterkünfte massenhaft) und ließ den Tag mit netten Gesprächen (eine zufällig anwesende Bekannte berichtete sogar von ihrer Reise nach Nepal) und einem kalten Bier ausklingen.

Fürstenberg - Diemitz (38 km)
Bei schönstem Wetter 8.00 Uhr in Fürstenberg gestartet. Tolle alte, rekonstruierte Häuser bewundert und wieder durch Wald und Flur. Leider zog es sich gegen Mittag am Himmel zusammen und ab 14.00 Uhr gab`s dann auch ganz schön Regen. Hätte ich richtig aufgepasst, dann hätte ich bereits meinen Tag in Drosedow im Schloss (offizielle Pilgerherberge) beendet. Aber irgendwie hab ich es durcheinander gebracht und lief 8 km über das Tagesziel hinaus bis nach Diemitz. Bei teilweisem starken Regen musste ich mir jetzt schon sehr Mühe geben, die Wegweiser, welche bis hierher wirklich immer gut zu finden waren, rechtzeitig zu erkennen. (da waren die 4x4 cm Aufkleber, welche am Zaun klebten, wirklich fast zu klein)
In Diemitz war meine Überraschung natürlich groß, dass es dort kein Schloss gab ("entweder spinnen die beiden Männer hinterm Zaun oder ich hab ein Problem"). Nein die Männer sollten Recht haben - aber bei ordentlich Regen und bereits einbrechender Dunkelheit (18.30 Uhr ist es im Wald um diese Jahreszeit schon richtig finster) kam es auf keinen Fall in Frage noch mal 8 km zurück zu laufen (ich wäre eh irgendwo umgefallen). Also hab ich mal an der einen oder anderen Tür geklingelt, bis mir der entscheidende Hinweis gegeben wurde. Eine Gaststätte im Ruhestand mit angeschlossenen Ferienwohnungen und Bungalows gab es im Ort, da sollte ich mein Glück mal versuchen. Gesagt, getan - die leer Gaststätte gleich gefunden aber irgendwie sah alles sehr tot aus. 45 € für ein "Apartment" ohne Bettwäsche, Endreinigung, Handtuch, Seife und Toilettenpapier - das war schon ein ganz schöner Hammer, zumal die Einrichtung ihre besten Zeiten weit, weit hinter sich gelassen hatte und das Zimmer eher einer Möbelbörse als einem vermietbaren Urlaubsobjekt glich. Auf 40 € und ein Bier haben wir uns geeinigt aber ich war froh, dass ich mich 5.30 Uhr bei beginnender Dämmerung wieder auf den schönen Weg machen konnte - zumal der freundliche Pastor in Wesenberg mir telefonisch eine Unterkunft für den kommenden Tag zusagte.

Diemitz - Neustrelitz (46km)
Der frühe Vogel fängt den Wurm. Und so konnte ich den beginnenden Tag zwischen all diesem Wald und den Seen richtig genießen. Ich kam mit kurzen Pausen wirklich schnell voran und war mittags bereits in Wesenberg. Viel zu früh um hier zu bleiben und viel zu dicht an zu Hause, als dass ich jetzt stoppen würde. So hab ich bei meinem ersten Energiedrink in meinem Leben (brauch ich nie wieder) den Pastor informiert, dass ich noch weiter gehe. Ab jetzt habe ich den offiziellen Pilgerweg immer mal verlassen um auf kürzestem Weg nach Neustrelitz zu kommen. Denn von dort fährt der Zug zu mir nach Hause. Auch ohne den offiziellen Weg zu nutzen, bin ich in schöner Gegend auf nicht übermäßig viel Straße unterwegs gewesen.


Fazit: Ein wirklich schöner Weg mit viel, viel abwechslungsreicher Natur. Ich denke es ist wichtig nicht unbedingt in der Hochzeit der Mücken unterwegs zu sein. Auf Grund des vielen Waldes und Wassers kann das, denke ich, einem sehr schnell sonst die Freude nehmen. Unterkünfte findet man weit mehr als auf der unten stehen Homepage zum Pilgerweg vermerkt (allerdings privat vermietet mit Preisen so wischen 30 und 50 €). Und auch verhungern muss man unterwegs nicht. Auch an einigen Zeltplätzen kommt man vorbei. Hier kann man zur richtigen Jahreszeit baden oder auch mal die Dusche/WC nutzen. Bademöglichkeiten gibt es eine ganze Menge unterwegs - mal unmittelbar am Weg, mal einen kleinen Umweg.
Der Pilgerweg startet in Friedland und endet offiziell immer (egal für welche Rute man sich um den Tollensesee entscheidet) in Mirow. Wer sich also für einen Rundweg über Mirow hinaus entscheidet, muss sich im Klaren sein, dass die Ausschilderung dann doch sehr schwierig wird und der Wegverlauf nicht immer leicht zu finden ist. Hier empfiehlt es sich wirklich eine gute Karte mitzunehmen.
Über Tag war es alles sehr schön - auch schlechtes Wetter stört mich beim Laufen nicht. Allerdings fehlten mir der abendliche Austausch und das Zusammensitzen mit anderen Pilgern. Mein Zelt würde ich immer wieder mitnehmen. Die telefonischen Verabredungen für die nächste Übernachtung liegen mir nicht. Es ist mir nicht einmal gelungen dort zu schlafen, wo ich es geplant hatte.

Gruß Stephan

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Grit
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Grit » 27. Mai 2020, 00:17

Super, dass Du den Thread über diesen tollen Weg nochmal reingestellt hast, lieber Stephan - vielen Dank dafür - auch wenn ich garantiert nicht so viele Kilometer am Tag laufen werde wie Du! :D Da in den letzten 5 Jahren ja sicher ein paar Herbergen etc. dazu gekommen sind, würde ich mich freuen, diesbezüglich noch ein paar gute Tipps zu bekommen - ist sonst jemand von euch diesen sicher wunderschönen Weg gelaufen und kann seine Erfahrungen weiter geben? Mich interessiert vor allen Dingen auch, wie das Mit der Mückenplage Ende Juni ist (ich hoffe, die Biester lachen inzwischen nicht bei dem Geruch von "Anti-Brumm"...

Mit herzlichen Grüßen

Grit

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Icecube84
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Icecube84 » 27. Mai 2020, 09:09

Naja,

Mücken haste da halt immer.
Nich stehen bleiben im Wald ;)

Wir haben 2017 in Ballwitz beim Pastor übernachtet. Auf dem "ausgebauten" Dachboden. Das muss man mögen. Aber Küche und schöner Garten. Und netter Pastor. Ich fands toll da.
In Carpin haben wir im Landgasthof übernachtet. Nix besonderes.
In Wokuhl dann im Pfarrhaus, mega schön. Kann ich nur empfehlen. Küche, Esszimmer, zwei Betten, Badewanne
Dann haben wir uns verlaufen. Da fehlten unterwegs die Pfeile...
In Fürstenberg dann beim Pfarrer, kann ich nich empfehlen. Fand ihn nich sehr freundlich. Aber Küche und Badewanne. Betten waren nich so toll. Mussten und die obere Etage mit der Schwiegermutter ausm Ausland teilen... Zum Übernachten reichts. Neben dem Kirchenvorplatz war nen netter Bäcker.
In Priepert aufm Campingplatz übernachtet, die haben nen Haus mit Zimmern.
Am nächsten Tag dann in Hartland an der Bushaltestelle abgebrochen, wegen Fußenentzündung. Papa musste sein Kindchen dann abholen.
Wir wollten an diesem Tag bis nach Diemitz. Dort hätten wir im Garten bei einer Wegbetreuerin übernachten können. Sie hätte uns ein Zelt gestellt.
Wir hätten auch auf der anderen Seite des Rochowsees übernachten können, da steht unser Wochenendhaus, aber wir wollten nich aus der Jakobswegblase raus. Aber durch den Abbruch hatte sich das dann eh erledigt. Ich blieb dann das Wochenende noch mit Papa in unserer Hütte.
In Mirow hatten wir ne Ferienwohnung gebucht, weil beim Pfarrer renoviert wurde..

Die Unterkünfte am Weg hatten wir tatsächlich Wochen vorher gebucht. Einfach weils so begrenzt war. Wir wollten eigentlich in Steinmühle übernachten, aber die hatten abgesagt. So haben wir die Etappen nach den freien Unterkünften planen müssen...
Buen Camino,
Jani

2015 -> Camino francés / 2017 -> Pilgerweg McPomm / 2019 -> Camino portugués

Hedwiga
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Hedwiga » 27. Mai 2020, 10:04

Einwerfen möchte ich da auch die Via Baltica die von Usedom bis Münster zu erpilgern ist. In diesem Jahr wollte ich diesen Weg nehmen zu dieser Zeit. Aber da ist ein pilgern zur Zeit nicht möglich. Die Herbergen machen frühestens im August auf. Und in Gaststätten zu übernachten gefällt mir nicht. Die Via Baltica ist ein Pilgerweg, wo es möglich ist, nur in Herbergen zu übernachten. Auch das gibt es.

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Kruemel
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Kruemel » 2. Jul 2020, 12:38

Heute kommen nun Grit und Begleitung am Ziel in Mirow an. :)
Es war wohl ein sehr schöner Weg (ich sag ja nichts Anderes ;) ) - aber sicher wird sie sich hier noch einmal melden.

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Grit
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Grit » 3. Jul 2020, 11:15

Hallo ihr lieben "zurückgebliebenen" ( :lol: ) Pilger,
ich bin gestern Abend in der Tat wieder wohlbehalten zu Haus angekommen und total happy, denn dieser Pilgerweg war in Deutschland eindeutig der schönste, den ich ich jemals gelaufen bin - und das waren nicht wenige...
Ab Mittwoch mache zwar schon wieder 2 Wochen Wander-Urlaub im Eichsfeld, werde aber versuchen, am Wochenende noch den versprochenen Bericht hier reinzusetzen!
Bis dahin mit hochzufriedenen Grüßen

Grit

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Icecube84
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Icecube84 » 3. Jul 2020, 11:52

Uuuuuuiiiii,

ich bin schon ganz gespannt!
Buen Camino,
Jani

2015 -> Camino francés / 2017 -> Pilgerweg McPomm / 2019 -> Camino portugués

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Grit
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Impressionen vom Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Grit » 5. Jul 2020, 18:41

Hallo ihr Lieben,
seit Donnerstag bin ich nun wieder am heimischen Herd und gebe wie versprochen meine Eindrücke von dieser Pilger-Tour entlang der Märkischen Seenplatte an euch weiter!
1. Die gesamte Strecke von Neubrandenburg bis Mirow (etwa 130 km) zählt für mich zu den schönsten, die ich in Deutschland bisher gelaufen bin (und das sind insgesamt immerhin schon mehr als 2000 km:-)) In den ersten Tagen war es knuffig heiß, aber die Wege führen überwiegend durch geradezu "verzaubert" anmutende schattige Wälder und oftmals entlang von bade-trächtigen Seen. Naja, stech-freudige Mücken gibt es in den diversen Feuchtgebieten schon, aber dank "Anti-Brumm" und einer täglichen Vitamin B1-Dröhnung konnten wir sie im Zaum halten:-))
2. Es war dort sehr einsam - bin zwar mit einem Freund gelaufen, doch Bernhard und ich haben auf der gesamten Strecke keinen anderen Pilger getroffen und an unterschiedlichen Orten auch nur mit 2 Frauen gesprochen, die ihre Wanderungen vom Auto aus gemacht haben. Allerdings waren einige Radfahrer unterwegs, aber die konnte man ebenfalls mit der Lupe suchen.
3. Die Wege sind meistens sehr gut ausgeschildert, an wenigen Stellen fehlen die Schilder jedoch oder man muss sehr genau hinsehen, weil sie so klein sind...
4. Pilger-Herbergen sind auch hier leider ziemlich dünn gesät, wir mussten überwiegend auf Pensionen ausweichen, deren Doppelzimmer im Schnitt 65 Euro gekostet hat. Um sicher zu gehen, haben wir sämtliche Quartiere etwa 4 Wochen vorher telefonisch gebucht.
5. Die meisten Gaststätten sind - wahrscheinlich Corona-bedingt - nicht mehr in Betrieb und es gibt unterwegs kaum Einkaufsmöglichkeiten - man sollte also die "Kalorien-Aufnahme" gut planen!
6. Von Corona ist nicht viel zu spüren. In den größeren Orten herrscht in den Läden etc.natürlich Masken-Pflicht und auch am Kiosk oder der Rezeption des Wasserwander-Platzes in Priepert wurden Masken getragen. In den meisten Frühstücksräumen der Pensionen oder Gasthäuser war das jedoch nicht so - es gab aber maximal 3 fertig gedeckte Frühstücks-Tische. Im Pfarrhaus sowie der privaten Übernachtung waren wir sowieso die einzigen und mussten uns selbst verpflegen!
Und nun die einzelnen Stationen:

Mittwoch 24. 6. Mit dem Zug von Berlin nach Neubrandenburg, wo wir bei meinen alten Pilgerfreunden Krümel und Anke ein hervorragendes Quartier mit tollem Abendessen und ebensolchen Gesprächen hatten.

Do. 25.6. Neubrandenburg - Ballwitz (17 km)
Krümel hat uns noch etwa 3 km auf dem Weg begleitet. Der kleine Supermarkt in Burg Stargard macht von 12.30-13.30 Mittagspause - wir kamen gerade noch rechtzeitig dort und konnten uns somit mit Lebensmitteln eindecken! Außerdem in einer Eisdiele andocken und die schöne Burg besichtigen. Das Haus unserer Gastgeber in Ballwitz (es gibt dort auch noch eine Pilgerherberge) war absolut urig und liegt inmitten eines riesigen Gartens. Wir hatten ein ganzes Stockwerk mit 2 Zimmern und einer Mini-Küche für uns!
v. Schuchodoletz, Dorfstr. 29. Ballwitz,039603 -20846, pro Person 5 (!) Euro

Fr. 26.6. Ballwitz - Carpin (knapp 20 km)
Auf dieser Strecke kamen wir in das schlimmste Gewitter, was ich jemals erlebt habe...Wir mussten noch 9 km laufen, ohne uns irgendwo unterstellen zu können, einmal hat ein Blitz fast neben uns eingeschlagen un wir waren bis auf die Haut nass... Das war wirklich Abenteuer pur! Solide Übernachtung mit gutem Frühstück - wir durften belegte Brötchen mitnehmen!
Landgasthof am Schlesersee, Hauptstr. 25, Carpin Tel. 039821 - 40770, DZ incl. Frühstück 70 Euro

Sa. 27.6. Carpin - Wokuhl (17 km)
Wie immer traumhafte Wege, zwischendurch mäßiger Regen. Die Pilgerherberge liegt wunderschön in einem riesigen Garten, in dem wir abends unser restliches Knäckebrot mit Frischkäse (in diesem Fall nicht mehr ganz so frisch:-)) verspeist haben Der Pfarrer ist sehr nett, es gibt allerdings auch zum Duschen nur kaltes Wasser... Aber einen Wasserkocher! Und der hat uns zumindest beim Wäschewaschen gute Dienste geleistet.
Pfarrhaus, Dorfstr. 6, Wokuhl, Schlüssel: Frau Wietz, 0160 - 98164776, pro Person 10 Euro

So. 28.6. Wokuhl - Fürstenberg (mit einem Riesenumweg 20 km)
Meine neuropathischen Schmerzen an den Füßen werden leider immer heftiger, aber Ich habe auch das Gefühl, dass die Wege von Tag zu Tag noch schöner und "verwunschener" werden - das macht mir das Ignorieren leichter...Konnten in Fürstenberg endlich mal wieder einkaufen und unsere Pension ist der Hammer! (incl. Sichel, denn der Besitzer sammelt lauter skurrile Dinge aus DDR-Zeiten). Und wir hatten das beste Frühstück auf dem ganzen Weg, mit Kuchen, Obst incl. Kerzenlicht!
Pension Tippelt, Hasselgrund 8, Fürstenberg, 033093 - 32007, DZ incl. Super-Frühstück 65 Euro, auch wieder mit belegten Brötchen zum mitnehmen!

Mo. 29.6. Fürstenberg - Priepert (16 km)
Es hat mal wieder geregnet, aber eher schauermäßig, deshalb waren wir auch schnell wieder trocken. Dieser "Wasserwanderplatz" ist eigentlich ein riesengroßer Campingplatz, auf dem es jedoch in einem Haus auch richtige Zimmer gibt. Wir haben uns im dortigen Mini-Laden noch mit kalten Getränken für das Abendessen eingedeckt und unsere mitgebrachten belegten Brötchen verspeist.
Wasserwanderplatz Havelperle, An der Havel 33,03982 - 826504, DZ ohne Frühstück (Kaffee, Brötchen etc. können im Laden extra erworben werden) 60 Euro

Di, 30.6. Priepert - Wustrow (mit Umwegen 10 km)
Inzwischen ist es ein bisschen kühler und somit angenehmer zum Laufen geworden. Heute war es ja nur die Hälfte der sonstigen Kilometer und wir konnten somit richtig schön "gammeln" und uns noch intensiver an der tollen Gegend erfreuen! Habe mir abends leckere Eierpfannkuchen mit Blaubeeren genehmigt.
Gasthof Waldlust, Dorfstr. 10, 039828 - 20529, DZ incl. Frühstück 60 Euro

Mi. 1.7. Wustrow - Diemitz (14 km)
Unsere heutige Übernachtung war die urigste des gesamten Pilgerwegs! Wir haben auf einem Bio-Hof in einem sehr gemütlichen alten Bauwagen geschlafen! Das Bett ging über die gesamte Breite (also 1,80m), und es gab sogar einen Tisch sowie diverse Regale. Natürlich musste man zu den Waschräumen etwas laufen, aber das war völlig okay. Der Gemeinschaftsraum ist riesengroß und mit wunderschönen alten Möbeln ausgestattet. Und wir haben uns beide in eine total verschmuste rote Mieze verliebt, fast hätte ich selbst geschnurrt:-)) Also absolut empfehlenswert!
Bio-Hof Renate Strohm, Dorfstr. 28, 0172-8033743, pro Person 25 Euro incl. Frühstück

Do. 2.7. Diemitz - Mirow (mit einem Riesenumweg 20 km)
Wir hätten Mirow auch auf einem viel kürzeren Weg erreichen können, wollten jedoch noch jeden Meter dieser wunderschönen Gegend auskosten...Haben unterwegs noch in einer Eisdiele Pause gemacht und waren dann nachmittags pünktlich am Busbahnhof in Mirow.

So, das war´s, liebe Pilgerfreunde! Ich möchte euch hiermit dazu ermutigen, in diesem "corona-gebeuteltem" Jahr zumindest eine Tour in Deutschland zu wagen - es ist wirklich in keiner Weise unvernünftig oder riskant, denn man begegnet unterwegs weitaus weniger Menschen als zu Hause...

In diesem Sinn bleibt gesund und seid herzlich gegrüßt

von Grit

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Kruemel
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Re: Impressionen vom Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Kruemel » 6. Jul 2020, 09:16

Liebe Grit, vielen Dank für deinen tollen Bericht. Hast du was dagegen, wenn die Mods deinen Beitrag an meinen Faden hängen? Dein Titel kann ja auch bleiben - der geht ja zu ändern. Ich fänds halt nur schön wenn die Infos zum Weg etwas zusammen bleiben. Vielleicht bekommen wir ein paar Pilger mehr auf den Weg gelockt und wir ein paar mehr Besucher ;)
Inzwischen gibt es wohl auch einen Pilgerführer für den Weg. Den werde ich mit nächste Woche mal besorgen und stelle dann auch die ISBN rein und einen kleinen Kommentar.

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Re: Impressionen vom Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Shabanna » 6. Jul 2020, 11:41

Hey Grit,

vielen Dank für deinen tollen Bericht!

Übrigens führt ja auch der Birgittaweg durch diese wunderschöne Region, ich hatte hier schon einmal darauf hingewiesen, nachdem mich das neue Büchlein total begeistert hat.

Es gibt da auch ein nettes Filmchen , aufgenommen während Corona, in dem es um den Birgittaweg und auch um den Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte geht.

Besonders beeindruckt hat mich auch Kloster Tempzin, mit der tollen Pilgerherberge. Doris Mertke, die Leiterin, sagt in dem Interview mal: "Pilgern ist wie ein bisschen aus der Zeit zu fallen."

Und vom Weg aufgefangen zu werden. Um dann zu spüren, dass er trägt.

LG,
Andrea

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Re: Impressionen vom Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Grit » 7. Jul 2020, 11:02

Natürlich habe ich da NICHTS dagegen, lieber Stephan - ich finde doch auch, das, liebe Andreas dieser tolle Weg auf jeden Fall bekannter werden müsste!

Mit herzlichen Grüßen aus dem leider
trüb-kühlen Berlin

Grit

@ Shabanna: Vielen Dank für den Tipp mit dem neuen Pilger-Führer, liebe Andrea - den werde ich mir demnächst besorgen! (das Video hatte ich mir vorher schon angesehen!)

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Uti
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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Uti » 7. Jul 2020, 11:51

Grit und Krümel, habe die Themen nun zusammen geführt. Falls die Überschrift noch geändert werden soll müsstest du das dann machen Krümel.
Jedes Gehen auf unvertrauten Wegen ist eine Reise ins Vertrauen.

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Re: Pilgerweg Mecklenburgische Seenplatte

Beitrag von Kruemel » 10. Jul 2020, 18:12

Uti hat geschrieben:
7. Jul 2020, 11:51
Grit und Krümel, habe die Themen nun zusammen geführt. Falls die Überschrift noch geändert werden soll müsstest du das dann machen Krümel.
Vielen Dank Uti für das Zusammenlegen. :)

Leider war das mit dem Pilgerführer ein Irrtum. Muss ich wohl selber einen schreiben oder machst du das Raimund? ;)
Es gib nur eine Pilgerweg Wanderkarte im Maßstab 1 : 50000 beim klemmer Verlag für 6.90 €. Ich finde die Karte nicht schecht, allerdings sind auch dort kaum Telefonnumern drauf und es sind nicht mal die Pilgerunterkünfte, die auf der offiziellen Seite stehen als solche ausgewiesen sondern nur als allgemeine Unterkunft. :(

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