Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Weitere Pilgerwege auf der iberischen Halbinsel
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Matt Merchant
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Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von Matt Merchant » 13. Dez 2020, 19:06

Liebe Vor-GängerInnen,

ich nehme den Thread a.a.O. über unsere Pilgerträume für 2021 zum Anlass, meine eigenen guten Vorsätze und Träume zu sondieren...
Und für mich steht fest, dass ich nun erstmal den Sprung nach Italien wagen und von meiner Haustür über die Alpen, via Assisi nach Rom laufen möchte (als protestantischer Theologie-Aspirant muss ich halt einfach mal ans Paulusgrab gepilgert sein...!)

...Und da kommt mir in den Sinn, wie es denn wohl wäre, in Rom drei ergänzende Tagesetappen nach Civitavecchia weiterzuwandern, dort die Autofähre nach Barcelona zu nehmen und es dann eben genau so zu machen wie es der Apostel Paulus laut seinem Römerbrief eigentlich vorhatte: mit dem Schiff nach Spanien und dann weiter westwärts, richtung Santiago... In mehreren Etappen versteht sich...

Hat denn schon jemand von Euch Erfahrungen mit der Route über Barcelona und Kloster Montserrat gemacht? Mich würde speziell die Route reizen, die laut Gronze eine Verbindung zum Aragonés stiftet, auf diesen bei San Juan de la Peña trifft.

Ich freue mich auf Impulse! Hab(t) derweil einen schönen 3. Advent - verbunden mit dem Wunsch, dass sich niemand hier von den harten Lockdowns dieser Tage das Träumen vom Wandern rauben lässt... ;-)

Matthias
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Pater Norbert
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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von Pater Norbert » 13. Dez 2020, 19:46

Hallo Matthias,

da kann ich dich in zwei Sätzen informieren:
Es war zunächst sehr einsam, aber immer dann spannend, wenn die Menschen den Kontakt zum fremden Pilgerwesen suchten.
Es kam jeden Tag zu überraschenden Begegnungen, die ich als Geschenk verbuche.
Ab Jaca war es dann mehr mit Pilgern gefüllt, dann der Aufstieg zu San Juan de la Peña (oder du nimmst in Jaca den Mitarbeiterbus), dann Abstieg nach Santa Cilia de Jaca und weiter nach Arres.
Bis Jaca sind die Einkaufsmöglichkeiten sehr übersichtlich und die Einkehrmöglichkeiten gering - also plane genug Notration und Wasser ein.
Wer pilgert, wird von einem Virus infiziert, das nicht vergeht.

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Pooh_der_baer
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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von Pooh_der_baer » 14. Dez 2020, 08:20

Ich bin 2010 von Jaca auf nach San Juan de Pena und dann nach St.Celia de Jaca gegangen.
Es gab ab Jaca erst wieder eine Einkaufsmöglichkein in Puenta la Reina de Jaca.
Das ist jetzt schon einige Zeit her. Könnte sich geändert haben.
Wer sich nicht erinnert, den bestraft die Zukunft.

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Matt Merchant
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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von Matt Merchant » 14. Dez 2020, 15:15

Habt vielen lieben Dank.

Zwischenzeitlich finde ich anbei einen heftigen Verriss des 'Camino Catalán' (was einem Jakobsweg ja eigentlich höchst selten passiert):
https://jakobsweginchucks.wordpress.com ... o-catalan/
Jenem Bericht zufolge würde es sich bei der Route um den 'Abturner' schlechthin handeln (Mmh, hatte Apostel Paulus deshalb seine Spanienpläne gecancelt...?)

Liebe Grüße
Matthias
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Pater Norbert
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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von Pater Norbert » 14. Dez 2020, 15:39

Vielleicht hängt es mit Erwartungen zusammen, ob es zum Verriss kommt.

Ich hatte wenig Erwartungen und den Weg so genommen, wie er sich mir bot.
Wenig Erwartung heißt nicht: Keine Erwartung.
Meine Erwartung war: Irgenwann und irgendwo werde ich beschenkt.
Das hat sich erfüllt.
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Gertrudis
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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von Gertrudis » 14. Dez 2020, 23:27

Der "Verriss" bezieht sich allerdings auf den Weg über den Camino del Ebro nach Logrono, und über diese Variante habe ich tatsächlich schon öfter gelesen, dass sie eher unspannend sei. Auf der selben Strecke verläuft in umgekehrter Richtung der "Camino Ignaciano".

Die Route über San Juan de la Pena ist sicher interessanter!

(Ich selber bin nur ein ganz unbekanntes Zubringer-Stück des Camino Catalan gegangen und habe dabei Montserrat von Manresa aus erreicht)

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Iris
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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von Iris » 16. Dez 2020, 08:28

Guten Morgen Mathias,

ich bin letzten Oktober/November den Camino Ignaciano gegangen. Das war mein erster Pilgerweg, insofern kann ich nicht vergleichen. Habe mir gerade den Veriss durchgelesen. Ich habe es nicht sooooo negativ empfunden. Nach einem landschaftlich sensationellen Auftakt im Baskenland und durch das Weinanbaugebiet Rioja, war dieser Teil des Weges natuerlich anders. Ja, ich bin mit meinem Hund Bradley 2 Tage hintereinander alleine auf !!!!!!! der Bundesstrasse -mit Ueberholspur- gelaufen. Ich habe ein paar Lieder vor mich hingegroelt und mich wohl gefuehlt. Daneben ist eine neue Autobahnstrecke, so dass wir tatsaechlich alleine waren. Es gab Strecken durch Industriegebiete und die Staedtchen entlang des Weges machen einen armen und trostlosen Eindruck. Die Monegros Etappen fand ich schoen. Dieses Landschaft hat mich an Halbwuestenlandschaften in den USA erinnert. Das lange Stueck von Fuentes de Ebro nach Bujaraloz habe ich zur Haelfte im mit Kuerbissen beladenen kleinen Lastwagen meines Herbergsvaters ueberwunden -Landgasthof El Baleston, sehr zu empfehlen-. In Venta de Sta. Lucia faehrt aber auch ein Bus.
Fuer mich war das der richtige Weg zum richtigen Zeitpunkt. Auch und gerade wegen der etwas oeden, armen oder gar haesslichen Abschnitte. Das Leben ist ja auch nicht immer ein rosaroter Ponnyhof.
Ich habe 2 oder 3 andere Pilger getroffen, die allerdings in die andere Richtung pilgerten. Ich habe in Pensionen, Airbnb's, Hostals und kleinen Hotels geschlafen. In Monserrat habe ich mich auch sehr wohl gefuehlt. Ich habe dort 2 Naechte in einer Wohnung gewohnt -wegen Hund-. Dort oben kann man auch noch sehr schoene Wanderungen machen und ich habe es genossen abends den Ort ohne die Touristenmassen erleben zu duerfen.
Wenn Du Adressen zum Uebenachten brauchst kannst Du Dich gerne melden.
Der Camino Ignaciano ist uebrigens gaaaaanz hervorragend ausgeschildert. Ich wurde mit Hilfe der orange farbenen Pfeile sicher auf dem richtigen Weg geleitet. Mich hatte allerdings vorher auch Winti hier im Forum mit den richtigen Karten austestattet.
Was sind denn Deine Plaene? Hast Du Dich abschrecken lassen?
Liebe Gruesse, Iris

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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von geher » 16. Dez 2020, 19:48

Bin im April 2013 von LLeida am Ebro entlang über Logronono nach Leon gegangen,nur wenige Wochen vor der oben zitierten Robin.
Ja,am Ebro entlang ein wohltuender einsamer Weg,doch am Ufer in den hohen Felswänden kreisten unzählige dort brütende Gänsegeier!
Wo gibt es das sonst an einem Jakobsweg ? Unerwartet so ein Erlebnis !
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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von Camineiro » 16. Dez 2020, 21:40

geher hat geschrieben:
16. Dez 2020, 19:48
Bin im April 2013 von LLeida am Ebro entlang über Logronono nach Leon gegangen,nur wenige Wochen vor der oben zitierten Robin.
Ja,am Ebro entlang ein wohltuender einsamer Weg,doch am Ufer in den hohen Felswänden kreisten unzählige dort brütende Gänsegeier!
Wo gibt es das sonst an einem Jakobsweg ? Unerwartet so ein Erlebnis !
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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von geher » 17. Dez 2020, 10:53

Ich danke dir Camineiro für den Hinweis.Durch die Foz de Lumbier bin ich im August 1996 gegangen, n a c h der Brutzeit
der Gänsegeier.Am Ebro entlang war für mich keineswegs "unspannend" oder gar "nervtötend".
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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von CyrusField » 17. Dez 2020, 11:17

Am Camino Francés in der Gegend um Estella, trifft man die Geier auch des öfteren:

Bild

Aber das ist ja auch nicht allzu weit weg vom Ebro ;)
Ich habe damals zwar einige Bilder geschossen, aber wirklich brauchbar ist nur diese schöne Großaufnahme mit dem Tele geworden.
Harrison Ford hat den verlorenen Schatz gejagt,
Michael Douglas den grünen Diamanten und das Juwel vom Nil,
Wallace und Gromit das Riesenkaninchen.
...und ich jage die gelbe Muschel. :geek:

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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von Gellogir » 18. Dez 2020, 09:47

hallo.ich bin den camino catalan im mai 2018 gewandert.von montserrat bis nach santa cilia .die variante über san juan de la pena war super.in mein etappenfenster war ich der einzige pilger.alle pilgerunterkünfte hatte ich für mich alleine.erst war es sehr kommisch,aber dan habe ich das richtig genossen.ich kann den camino catalan nur emphelen.grüße

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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von Matt Merchant » 18. Dez 2020, 12:55

Was sind denn Deine Plaene? Hast Du Dich abschrecken lassen?
Ich freue mich, zu stöbern, wie bunt und vielfältig sich die Meinungen zu dieser Variante entwickeln; und in der Tat geht es mir ähnlich wie Dir, Iris: dass ich Wege gerne nehme, wie sie kommen und auch die müßigen, gar hässlichen Passagen spirituell als Teil des (Lebens-)Weges akzeptieren möchte. Insofern ist meine Idee, via Rom und Civitavecchia - vielleicht sogar mit einer Überschreitung Korsikas? - per Fähre zum Camino Catalán überzusetzen, noch aktuell. Ob und wie sich das dann in den kommenden Jahren praktisch realisiert, weiß nur der liebe Gott. ;-)

Alles Liebe,
Matthias
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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von Winti46 » 20. Dez 2020, 19:08

Ich bin 2015-2018 in Etappen auf dem Camino Catalán/Ruta del Ebro gepilgert von Arles zum Atlantik. Von dieser Strecke zweigt in Tarrega der Weg nach San Juan de la Peña ab. Einige Berichte und Bilder des etwa 145km langen Weges Montserrat-Barcelona und Montserrat-Montserrat Parc–Igualada-La Panadella–Cervera-Tarrega hätte ich hier: https://fernwandern.jimdofree.com/s%C3% ... -perpignan (Teil Montserrat-Barcelona) und https://fernwandern.jimdofree.com/s%C3% ... rat-lleida (Teil Montserrat-Tarrega). Lg Walter

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Iris
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Re: Camino Catalán [via Barcelona und Kloster Montserrat]

Beitrag von Iris » 21. Dez 2020, 09:31

Lieber Winti,
jetzt habe ich Pilgerheimweh. Danke fuer die schoenen Berichte. Habt alle miteinander eine schoene Weihnachtswoche, gerade in dieser komischen und fuer viele schweren Zeit. Moegen uns unsere Pilgermomente helfen, alle Kraefte zu mobilisieren das Beste draus zu machen und fuereinander da zu sein. Liebe Gruesse, Iris

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