Camino Lebaniego

Weitere Pilgerwege auf der iberischen Halbinsel
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hejo
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Camino Lebaniego

Beitrag von hejo » 16. Jul 2019, 15:11

Hallo liebe Pilger!

Ich werde am 3.9.19 nach Bilbao fliegen und am 4.9.19 auf den Camino Lebaniego Starten. Es geht ab San Vincente de la Barquera nach Santo Toribio. Meinen Pilgerpass habe ich in der Kathedrale von Santander bestellt und auch schon bekommen. Es ist ja wohl ein kurzer Weg aber ich werde mir dafür Zeit nehmen und den Weg langsam gehen und genießen.
Buen Camino
hejo

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Harmonizer
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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von Harmonizer » 16. Jul 2019, 15:57

Wow, bin gespannt was Du berichtest. Der ist zwar "kurz", dafür scheint er aber mit ordentlichen Höhenmeter bespickt, oder?
Das Leben ist zu kurz für lange Unterhosen.

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Andrea Ilchmann
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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von Andrea Ilchmann » 16. Jul 2019, 18:26

Hejo! Ach, wie schön ist dass denn! Ich frage jetzt gar nicht erst, ob es dir gut geht, denn das tut es ganz offensichtlich!

Camino Lebaniego - Heideröslein, von dem muss man erst einmal wissen, dass es den gibt! Bitte: Hinerher will ich alles ganz genau wissen, denn auf den habe ich auch schon ein Auge geworfen :shock: Das kleine, grüne Wesen hinter dir ist mein Neid!

Wie schön, dass du da bist!
Pilger, die beim Gehen manchmal einfach nur Bauch und Füße sind - #Bauchfüßler eben.

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Otz
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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von Otz » 16. Jul 2019, 19:14

Camino Vadiniense y Lebaniego

https://www.gronze.com/camino-vadiniense

Ist zwar spanisch, aber sehr informativ

Gellogir
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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von Gellogir » 17. Jul 2019, 12:06

Hola. Ich bin zur Zeit in Spanien unterwegs und gehe mehrerer kleine unbekannte Caminos. Der Lebaniego war auch dabei. Dieser Weg war Landschaftlich einer der spektakulärsten, schönsten und abenteuerlichsten Caminos den ich gegangen bin.Da kannst du dich auf was freuen. Lg

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Waldecker
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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von Waldecker » 18. Jul 2019, 07:16

Bin seid einigen Wochen von der "Kombi" Lebaniego/Vadiense zurück...

Wie bei vielen, eher unbekannten und kleinen Camino war auch dieser ein Erlebnis... :)

Wenngleich auch in Teilen anspruchsvoll und von der Infrastruktur "ausbaufähig", umso schöner in Landschaft und Unberührtheit... :roll:

Neben dem Vasco del Interior mit der Nebenroute der Ruta de la Transhumanz ein Highlight.

Gruß,

Tobi

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Dragona
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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von Dragona » 25. Aug 2019, 16:03

Otz hat geschrieben:
16. Jul 2019, 19:14
Camino Vadiniense y Lebaniego

https://www.gronze.com/camino-vadiniense

Ist zwar spanisch, aber sehr informativ

kurze Info dazu: wenn man die Gronze-Seite über den Chrome-Browser aufruft, kann man DEUTSCH einstellen. Übersetzung ist zwar manchmal recht lustig, aber durchaus verständlich.

LG Christa

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hejo
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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von hejo » 6. Nov 2019, 16:34

Hallo Peregrinos

Ich bin im September den Camino Lebaniego gelaufen, und es war für mich ein ganz besonderer Weg. Er hat mir sehr viel gegeben, aber er hat mir auch meine Grenzen gezeigt.
Aber man ist auf den Weg auch allein, selbst die Infrastruktur ist schon sehr mager. Man sollte schon dafür sorgen das man Notreserven an Lebensmittel mit hat.
Wenn einer auch den Weg gehen möchte und noch einen Pilgerausweis für den Camino Lebaniego benötigt, ( man hat einen eigen Pilgerpass herausgegeben ) kann sich bei mir melden, ich habe noch einige anzubieten.

Liebe Grüße

Hejo
Zuletzt geändert von hejo am 14. Nov 2019, 06:55, insgesamt 1-mal geändert.

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Dragona
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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von Dragona » 11. Nov 2019, 09:58

Hallo Hejo,
möchtest du nicht ein bisschen von deinem Weg erzählen, es würde mich sehr interessieren.
Wie viele Tage warst du unterwegs, wo hast du übernachtet, wie war das Wetter??? Hach, mich interessiert einfach alles :P

Liebe Grüße Christa

irmila
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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von irmila » 31. Dez 2019, 15:56

Hallo
wir sind im September 2018 den Camino Lebaniego gegangen, und dann weiter - Vadiniense, Olvidado, del Salvador bis Oviedo.

Hier kurz ein paar Erfahrungen:
Gestartet in San Vicente de la Barquera am 13.9.2018. Der Weg war superschön, aber teilweise auch superanstrengend, viele Höhenmeter hoch und wieder runter und wieder hoch ... einige Male ging es bis an die Belastungsgrenze!
Der Hospitalero in Cades meinte, wir sollten in Deutschland mal Werbung für diesen Weg machen. Im letzten heiligen Toribio-Jahr (2017?) ist der Weg nochmal ausgebaut worden. So gab es an einigen Stellen extra für diesen Weg offenes WiFi auf der Straße (oder dem Platz), z.B. in Cades an der Kirche oder auch an der Kirche in Lafuente.
Die Landschaft war beeindruckend, die Wege sehr gemischt: Sträßchen, Pfade, steil, Beton, Gras ... wir haben Schafe mit Wachhund getroffen - zum Glück trieb der die Schafe von uns weg und machte den Weg frei!
Potes ist eine interessante Stadt - da war gerade Fiesta, als wir da waren.
Wir sind nachmittags noch bis Santo Toribio gegangen, um die Kirche und alles zu besichtigen - das ging nur nachmittags oder am nächsten Tag am späteren Vormittag. Wir mussten dann zurück nach Potes für die Übernachtung - die Herberge beim Kloster war geschlossen. Das Kloster war sehr interessant, und es war zu der Zeit dort sehr ruhig.
Für den Weg gab es immer wieder verschiedene Varianten - ein spanischer Mitpilger ist z.B. einen Pfad hoch über der Schlucht Desfiladero de La Hermida gegangen - in Erläuterungen stand "nur für Schwindelfreie" und die Fotos, die er uns zeigte, bestätigten das sehr eindrücklich. Wir sind zum Glück den "normalen" Weg über Cabañes gegangen, der war zwar weiter, aber ungefährlicher.

Wir sind dann von Potes aus weiter den Camino Vadiniense gegangen. Auf dem ersten Stück von Santo Toribio nach Espinama habe ich mich über die Wegführung geärgert - es ging mindestens 2 mal hoch, am Hang des Tales (anstrengend) - nur um dann 1 oder 2 km weiter wieder nach unten ins Tal zu führen. Da hätten wir auf der (wenig befahrenen) Straße im Tal bleiben können. Und die letzten km vor Espinama führte der Weg am Hang hoch, mit weiten Bögen auf für mich eher uninteressanten Forstwegen ca 12 km weit - und der alte Weg (noch halb markiert) führte in nur 7 km am Fluss entlang zum gleichen Ziel - das habe ich nicht verstanden!
Hinter Espinama war der Weg schön - es ging ziemlich hoch (ca 800 Höhenmeter), aber auf eher bequemen Wegen und mit fantastischen Ausblicken bei fantastischem Wetter. Vom Pass (in den Picos) nach unten ging es dann wieder auf Sträßchen.
Der weitere Weg war meist schön - bis auf Stücke an der Nationalstraße an der Talsperre entlang - da gab es auch keine Alternative!
Wir sind dann bis nach Cistierna gegangen und von dort 2 Etappen auf dem Camino Olvidado bis La Robla - da mussten wir die Wege etwas suchen, aber es war machbar.

Von La Robla aus gingen wir den Camino del Salvador bis nach Oviedo - ein toller Weg durch die Berge - auch wenn wir von Poladura de la Tercia bis nach Pajares leider in Regen, Wind und Nebel gehen mussten, und so die besten Aussichten nicht sehen konnten!
Auf diesem Weg waren zu dieser Zeit sehr viele Pilger unterwegs - und fast alle hatten gedacht, dass sie eventuell alleine unterwegs wären! In Mieres del Camino waren wir 15 Pilger in der Herberge (alles voll, mit einem Notbett).
Am meisten beeindruckt haben mich 2 blinde Pilger, die wir auf diesem Weg getroffen haben. Sie sind mit jeweils einem sehenden Begleiter den ganzen Weg von Leon bis Oviedo gegangen - Respekt! Wenn ich nicht gesehen hätte, wie sie das gemacht haben, hätte ich nicht geglaubt, dass es möglich ist auf diesem z.T. schwierigen Weg. Und diese 4 Menschen verbreiteten wirklich eine gute Atmosphäre unter den Pilgern. Danke, dass ich das miterleben durfte.

Auf dem gesamten Weg sind wir etwa 340 km unterwegs gewesen (mit einigen Umwegen).
Ein lohnender Weg, auch in dieser Kombination.

Liebe Grüße
Lisa

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hejo
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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von hejo » 4. Jan 2020, 09:32

Ich war auf den Lebaniego
Meine Anreise ab Düsseldorf nach Bilbao begann schon mal mit Verspätung. Dadurch war meine Ankunft auch in San Vicente de la Barquera verspätet, aber eine Unterkunft hab ich dort doch noch gefunden. Geplant hatte ich, das es für mich ein Weg mit kurzen Etappen werden sollte. Da ich Rücksicht auf meine Gesundheit nehmen muss. Der Weg ist mit 3 Tagen angegeben, und ich habe für mich 10 Tage geplant.

Tag 1. Von San Vicente de la Barquera bis Serdio sind es ca. 8 km. Nach einer guten Nacht bin ich bei wolkenlosem Himmel und Temperaturen um die 28 - 30° gestartet. Kurz hinter San Vicente de la Barquera nach etwa 3 km kommen dann schon die ersten Steigungen ca. 11% . Aber alles in allem gut zu bewältigen. Auf dieser ersten Etappe wurde ich von sehr vielen Pilgern überholt, alle waren auf dem del Norte unterwegs. etliche Pilger wo ich mich mit unterhalten habe , sprachen davon das sie immer um die 30 Km Laufen würden. Plötzlich hinter einer Wegbiegung stand - Dan- mit seinem PKW Kombi und bot den Pilgern Obst und Getränke für ein Donativo an, und man bekam von ihm auch noch einen Stempel. Er hat auch ein Bild im Wagen hängen wo er mit "Martin Sheen" zusammen steht, er hatte wohl in den Film "The Way" eine kleine Komparsenrolle gehabt. Von San Vicente de la Barquera bis Serdio, laufen der Camino del Norte und der Lebaniego zusammen. Kurz nach der Mittagszeit kam ich dann in der Herberge an und hab von dort die Hospitalera angerufen, da ich der erste Pilger vor Ort war, und sie kam dann auch nach kurzer Zeit angefahren. Am späten Nachmittag füllte sich dann auch die Herberge. Man hätte sich am Abend auch in der Herberge was zu essen machen können, diese Möglichkeit wurde dort gegeben. Dafür hätte man aber in Vicente de la Barquera schon was dafür einkaufen müssen, denn im Ort selbst gibt es kein Lebensmittelgeschäft. Auch ich hatte einige Rationen mitgenommen, bin aber in Serdio abends ins Restaurant gegangen. Die Infrastruktur ist auf den Lebaniego lässt zu wünschen übrig, aber bei so kleinen Ortschaften lohnt es sich auch nicht, es kommt dann mal Frau Edeka -lach- vielleicht einmal in der Woche vorbei gefahren.

Tag 2. In der Nacht hatte es geregnet, und am morgen war dann nur noch ein wenig Nieselregen. Gefrühstückt wurde dann am morgen wieder in dem Restaurant wo wir am Abend vorher auch gegessen hatten. Meine heutige Etappe wird mich dann von Serdio bis Camijanes 15 km führen, es sollte die längste von allen Etappen für mich sein, so hatte ich es geplant. Ca. 1 Km hinter Serdio ist dann die Abzweigung, wo sich die Wege trennen. Der Camino del Norte geht gerade aus und der Lebaniego zweigt nach links ab. Von dort an blieb ich bis Monasterio Santo Toribio nur noch allein auf dem Weg und in den Herbergen. Der heutige Weg, eine sehr schöne Strecke die teilweise am und über den Rio Nansa entlang führt. Auf den Weg nach Camijanes sah ich dann einen Brunnen wo ich meine Wasservorräte auffüllen konnte ich hatte schon bis zu 19% Steigungen zu bewältigen da bekommt man auch schon mal Durst. Bei meiner Ankunft in Camijanes stellte ich dann fest dass das Casa La Ribera geschlossen war. Durch Zufall kam dann ein Auto den Weg herunter gefahren, der Fahrer hielt an und fragte wo ich dann hin wollte, und er brachte mich dann bis Cades, was eigentlich meine Etappe von 6 km für den nächsten Tag sein sollte. Nach meiner Ankunft hatte ich dann auch sofort mich telefonisch gemeldet, und kurze Zeit später war dann auch schon die Schlüsselübergabe von einer Nachbarin, die Hospitalera kam dann etwa 1 Std. später. Ich wurde von ihr sehr herzlich begrüßt, sie bereitete dann auch sofort alles für das Abendbrot vor, was auch sehr üppig ausgefallen ist, mit so viel hatte ich nicht gerechnet, hatte große Mühe den Teller leer zu bekommen. Auch das Frühstück am nächsten Morgen war reichlich. Somit hatte ich jetzt 1 von 10 Tagen gespart.

Tag 3. Nach dem Frühstück, ich hatte mir reichlich Zeit dafür genommen, verließ ich die Herberge und hinterlegte den Schlüssel dann an der besprochenen Stelle. Die heutige Etappe von ca. 7 Km war ja auch nicht so lang. Es ging von Cades bis Quintanilla unspektakulär nur an der ganz wenig befahrende Landstraße entlang, aber mit einer fast stetigen Steigung von fast 7%. Die Aussichten waren dafür an verschiedenen Stellen sehr schön und man sieht die Ausläufer der Picos langsam immer näher kommen. In Quintanilla habe ich dann in dem dortigen Hotel übernachtet, und es gab dort auch einen Supermarkt, wo ich mir dann auch sofort etwas Obst gekauft habe. Danach habe ich mir dann ein wenig noch die nähere Umgebung angesehen, leider war dann die Iglesia de Santa Maria de Lamason auch wie so viele andere Kirchen in Spanien verschlossen.

Tag 4. Heute laufe ich bis La Fuente, mache eine sehr kurze Etappe von ca. 3,5 Km, ich habe die Etappen bewusst so gewählt, und bis jetzt war es für mich einfach nur super, ich konnte den Weg leben aber auch bewusst erleben.
Einige fragen sich jetzt warum so kurze Etappen, aber es war für mich optimal und konnte so meine wenigen Kräfte gezielt einsetzen. Erst geht es von Quintanilla bis nach Lamasòn, dort mündet der Weg dann auf die Landstr. die mich nach La Fuente leitet, welche an einem gewaltigen (für mich Flachländer) hohen Gebirgsmassiv vorbei führt. In La Fuente angekommen laufe ich direkt bis zur Herberge (Ehemalige Schule) die am Ende des Dorfes liegt, es ist das letzte Haus im Dorf. Auch hier wird mir Abendbrot und auch das Frühstück geboten, also brauche ich meine mitgenommenen Reserven immer noch nicht. Der Hospitalro ist auch hier sehr freundlich, aber irgendwie auch sinnig. Er ist kein Spanier, ich fragte ihn aus welchem Land er herkommt, seine Antwort war immer nur - International -. Bei den Temperaturen von 28° bis 30° die ich während meiner Pilgerung auf den Lebaniego hier jeden Tag hatte, war ich doch froh das ich dann unten im Dorf in einer (privaten Kneipe Tipp vom Hospitalero) mir doch auch noch ein Bier kaufen konnte, und so wurde es auch noch ein kurzweiliger Nachmittag. Spät am Abend, nach dem gemeinsamen Abendbrot und während einer längeren Unterhaltung bekam ich dann die Antwort das er aus Polen kommt.

Tag 5. So, am nächsten Tag soll es dann weiter gehen über Burio bis nach Cicera. Es ging schon los mit einen kurzen und heftigen Anstieg, erst entlang auf Feldwegen und danach ging es auf befestigten Wegen mit unterschiedlichen Steigungen nach Burio, vorbei auch an Wiesen die mal eingezäunt waren, andere waren dann mal wieder offen. Wenn man dann auch mal plötzlich durch eine Herde von Kühen bzw. Stieren laufen muss, dann steigt auch schon mal der Adrenalinspiegel leicht an. Aber alles ging gut. Vielleicht wussten die Tiere das sie vor Pilger keine Angst haben brauchen -Lach-. Nachdem ich einige Km gelaufen bin überquerte ich dann die Landstr. die von La Fuente in Richtung Navedo führt. Nach Überquerung der Kreuzung ging es nur noch über holprige Wege, auch wieder an Wiesen entlang und vorbei an der Aussichtsplattform Callàu Joz mit einen fantastischen Blick auf die Bergwelt und weiter nach Cicera. Um dorthin zu gelangen ging es auch an manchen Stellen doch recht steil runter ins Tal. Die Herberge hatte ich schnell gefunden, man kann sie auch an der Hausmalerei erkennen. Auch hier war kein Pilger zu sehen. Für mich hatte ich hier einen Ruhetag eingeplant, weil ich an den Ruhetag zu der schönen Aussicht Mirador De Santa Catalina wollte, von dort hat man einen traumhaften Blick in die La Hermida Schlucht.
Da ich aber schon sehr früh in Cicera angekommen bin, wo ich nicht mit gerechnet habe, hatte ich also sehr viel Zeit. Das Wetter war ja traumhaft und Wolkenlos. Da habe ich mich dann dazu entschieden die Besichtigung der La Hermida Schlucht heute noch zu machen und die Entscheidung war gut. Ich wurde mit einer wunderschönen Aussicht bei klarem Wetter und weiten Blick belohnt. Zurück in Cicera, es gibt dort auch eine Bar wo ich dann abends auch speisen konnte. Nun hatte ich schon wieder einen Tag gewonnen.

Tag 6 Als ich am Morgen meine Augen öffnete sah ich dass das Wetter sich geändert hatte, alles war grau und diesig also keine Fernsicht mehr. Da war unbewusst meine Entscheidung am gestrigen Tag doch richtig gewesen die Besichtigung vorzuverlegen. Heute morgen gab es dann mal kein Frühstück da die Bar heute Ruhetag hatte. Also holte ich meine Müsli Riegel aus dem Rucksack und war damit auch zufrieden. Ich verließ die Herberge, und ich spürte es war über Nacht doch frisch geworden, da ich die Tage vorher Wettermäßig immer verwöhnt worden bin. Auch wusste ich das es heute für mich ein sehr schwerer Tag werden würde. Ich hatte auch vor meiner Abreise noch mit einem Pilgerfreund telefoniert der den Weg 3 Monate vor mir gelaufen ist, er hatte mir auch sehr gute Tipps geben die ich dann auch gut gebrauchen konnte. Eine Etappe mit sehr heftigen Steigungen lag vor mir, lt. meiner App die alle meine Etappen aufgezeichnet hat (Wege und Steigungen) habe ich nachher gesehen das es Steigungen waren bis zu 37%, was ich auch gespürt habe, man bekam dort kaum die Hacken auf den Boden man lief nur mit dem Vorderfuß den Berg hoch. Alle paar Meter musste ich eine kleine Pause einlegen um meine Herzfrequenz wieder zu reduzieren. Nach dem Anstieg von Cicera 300 Hm musste ich erst mal ca. 3 Km rauf zum Canal de Franco und Collado Arcòn auf fast 900 m, -ab hier wurde das Wetter auch wieder besser und die Sonne löste alle Wolken in kurzer Zeit wieder auf-, danach wieder der Abstieg nach Lebena runter auf 300 Hm. Dort war ich dann bei der Ankunft auch total ausgepowert, und musste eine längere Pause einlegen. Leider auch hier war die Iglesia de Santa Maria Lebena geschlossen. Hier habe ich für mich dann auch Entscheidung getroffen nicht mehr bis Cabanes zu laufen, (das konnte ich meinem Herzen nicht mehr abverlangen da die Steigungen nach Cabanes genauso heftig sind wie von Cicera aus). Da es in Lebena keine Herberge gibt bin dann auf der Straße (für Fußgänger gesperrt) es war teilweise schon durch den dortigen Verkehr schon gefährlich, durch die La Hermida Schlucht bis Tama gelaufen. Dort habe ich dann in einer Pension übernachtet. Da ich ja nicht bis Cabanas gelaufen bin, hatte ich auch schon wieder einen Tag gewonnen.

Tag 7. Heute auch nur eine kurze Etappe, die Straßenschilder zeigen, bis Potes 2,5 KM. Als ich wach geworden bin, hörte ich den Regen an den Fensterscheiben prasseln, also für heute nasse Aussichten, denn es schüttete wie aus Eimern. Naja, erst einmal in aller Ruhe frühstücken, dann ging es an Rucksack packen und alles wasserdicht machen. Nachdem ich gestartet bin war ich ca. 1 1/2 Std. später in Potes, bin direkt zur Tourist-Info gelaufen wo ich auch den Schlüssel für die Herberge bekam. Fragte auch sofort ob ich 2 Nächte bleiben dürfte, das wurde mir verneint. Wenn ich aber erst am nächsten Morgen nach Monasterio Santo Toribio laufen würde, dann müsste ich morgens auschecken und nach meiner Rückkehr vom Kloster könnte ich dann wieder einchecken. Okay so hab ich es dann auch gemacht, habe Potes an diesem Tag dann im Regen erlebt, Trübe wie in jeden anderen Ort auch bei so einem Regenwetter. Es war einfach ungemütlich und nass kalt.

Tag 8. Nach einer ruhigen Nacht, die Regenfront hatte sich über Nacht verzogen, schien dann am Morgen wieder die Sonne, und es wurde auch wieder warm 28 - 30°. Nach dem Frühstück packte ich wieder meinen Rucksack stiefelte zur Tourist-Info und warf dort den Schlüssel der Herberge in den dafür vorgesehenen Briefkasten, und verlies Potes in Richtung Monasterio Santo Toribio, bis dort sind es auch nur ca. 3,5 Km aber auch ein leichter aber stetiger Anstieg. Unterwegs hatte man auch wieder wunderschöne Aussichten in die Bergwelt welche noch durch tolle und bizarre Wolkenbildungen verschönt wurden. Nach einiger Zeit bekam ich dann den ersten Blick auf das Kloster Monasterio de Santo Toribio de Liébana, und ich hatte mein Ziel nun erreicht hatte. Auf den Vorplatz war ich erst allein da es noch relativ früh war, aber eine 1/4 Std. später wurden die Touris mit Bussen heraufgefahren, und alles wurde hektisch. Im dortigen Büro bekam ich dann nach Durchsicht des Pilgerpass meine Compostela ausgehändigt. Dann wurde in der Kirche noch eine Andacht wohl von den Touris bestellt abgehalten. Nach dem Segen dem Lignum Crucis habe ich mir dann nochmal in Ruhe das Kloster angesehen bevor ich dann wieder nach Potes zurück gelaufen bin. Hab mich dort wieder für eine Nacht eingecheckt, und konnte heute Potes auch bei Sonnenschein erleben, und Potes war wie umgewandelt, man merkt sofort wie die Stadt vom Tourismus lebt. Am heutigen Tag kamen dann einige Pilger, u. a. ein Ehepaar aus Belgien, und erzählten mir das die Kirche in Lebena gestern geöffnet war. Sie Versprachen mir dann später einige Bilder aus dem Innern der Kirche zu schicken, die ich ja dort nicht machen konnte, sie haben es auch eingehalten haben. Hier endete dann auch mein Pilgerweg, am nächsten Morgen fuhr ich dann mit dem Bus durch die La Hermida Schlucht zurück nach Santander und weiter bis Bilbao. Von dort ging es dann mit dem Flieger zurück in mein Heimatland.

Fazit: Es war für mich ein ganz besonderer Weg, der mir auch meine Grenzen gezeigt hat, war aber auch sehr glücklich das ich die Stille und das Alleinsein so genießen konnte. Hab auf all meinen Caminos noch nie so deutlich eine Macht gespürt, die an meiner Seite war und mich beschützt hat, und dafür sage ich "Danke"
Buen Camino
Hejo

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Dragona
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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von Dragona » 7. Jan 2020, 13:02

lieber Hejo, liebe Lisa (irmila),
ganz herzlichen Dank für eure ausführlichen Berichte über den Lebaniego.

Ich würde ihn ja wirklich sehr gerne gehen und werde mich jetzt mal ausführlich mit euren Ausführungen beschäftigen.
Das spezielle Lebaniego-Credencial hätte ich ja bereits, allerdings weiß ich nicht, ob ich mir diesen Weg wirklich zutrauen kann.

Na ja, jetzt steht im Mai erstmal der Aragones an. Den bin ich zwar 2016 schon mal gegangen, allerdings oben auf dem Pass gestartet. Diesmal werde ich bereits in Frankreich (Pau/Lescar) starten und über den Pass gehen. Ein bißchen mulmig ist es mir davor auch schon.

Liebe Grüße
Christa

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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von hejo » 7. Jan 2020, 14:00

Hallo Christa
Wenn Du oder auch Andere die den Weg gehen wollen noch Fragen zum Lebaniego habt, könnt ihr mir gern eine Nachricht zukommen lassen. Wenn dann einer auch noch den Pilgerpass dafür haben möchte kann sich einfach bei mir melden.
Buen Camino
Hejo

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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von greti » 9. Jan 2020, 23:07

Hallo Christa, wir waren im August auch auf dem Lebaniego von San Vincente de la Barquera bis Potes unterwegs. Ein wunderschönes, einsamer Camino, im August waren wir so 5-8 Pilger abends in den Herbergen, das Panorama ist so beeindruckend, die Herbergen und Wegbeschreibungen sind optimal und die EInheimischen so gastfreundlich. Es gibt zwischen den Etappen selten Lebensmittelläden oder Bars, also frühs gut eindecken. Ich wollte Dir noch den Link schicken, dass ist die Karte von der Touristinfo mit allem Nötigen: https://semarac.es/proyectos/plano-cami ... iego-2017/
Da ich schwanger bin, war der anhängende Camino Vadiniese dieses mal zu viel, den müssen wir aber dann bei Zeiten unbedingt nachholen. Das ist dann die Verbindung zum Camino Frances. Buen Camino.
2015 Camino del Norte
2016 Camino Primitivo
2017 Camino Portuges
2017 Franziskusweg La Verna-Assisi
2017 Oberfränkischer Jakobsweg Lichtenfels-Nürnberg
2018 Camino Frances und Fisterra
2019 Camino Lebaniego

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Gertrudis
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Re: Camino Lebaniego

Beitrag von Gertrudis » 10. Jan 2020, 00:52

Liebe Lebaniego-Pilger, die Ihr kürzlich dort wart -
wo verläuft denn jetzt eigentlich der Weg zwischen Cicera und Lebena? Kommt man da an der Brana de los Tejos vorbei oder ist es ein anderer Weg?
2015 hatte ich diesen alten Kasper-Führer und hatte den Weg über die Berge ab Lafuente verpasst. Ich bin dann ab Cicera ohne Markierungen über die Berge in der Gegend herum geirrt, bis ich die Brana de los Tejos fand und dort auch den Weg nach Lebena. Meine amerikanische Mitpilgerin dagegen ist auf der Straße bis Potes gelaufen... Aber der jetzt markierte Weg scheint mir nochmal ein anderer zu sein?

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