Camino Aragonés

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frankiepaul
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Camino Aragonés

Beitrag von frankiepaul » 16. Jul 2019, 17:35

Im Mai/Juni 2019 bin ich den Camino Aragonés gegangen.
Ein sehr schöner und ruhiger Weg.
Wer erste Eindrücke darüber haben möchte, kann gerne in meinem Blog lesen.
https://apaul.de/
Gezielte Fragen werden gerne hier beantwortet.
Beste Grüsse und Guten Weg!

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Matt Merchant
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Re: Camino Aragonés

Beitrag von Matt Merchant » 30. Sep 2020, 12:57

Liebe FreundInnen des Camino Aragonés,

eine Frage, die mir einfällt: Gibt es eigentlich noch eine offizielle Möglichkeit, von Ruesta zum Kloster Leire zu gelangen - oder ist diese Option mittlerweile völlig zugebaut und verschüttet?

Liebe Grüße,
Matthias (der gerade von besagtem Camino träumt)
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Pooh_der_baer
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Re: Camino Aragonés

Beitrag von Pooh_der_baer » 2. Okt 2020, 14:38

Hallo Matt,

bei mir ist es jetzt schon 6 Jahre her, dass ich den Weg gegangen bin.
Leider hat mir der Hospitalero von Rüesta eine unkorrekte Beschreibung gegeben, so daß ich mich nur mit viel Glück und Hilfe nicht verlaufen habe.

Bin dann in Javier gelandet und von dort auf der Landstrasse nach dem Kloster Leyre gegangen.
Im Update des Conrad-Stein-Verlages (PDF) über den Aragon-Weg gab es eine Beschreibung von Undués de Lerda nach Javier.
Im Schloss von Javier nach dem Weg nach Yesa fragen.
Von Yesa geht´s die Strasse ca.5-6 km leicht ansteigend zum Kloster.
Die Herberge in Yesa war damals geschlossen. Habe im Hotel des Klosters übernachtet. Kannst über Booking.com vorbuchen.

Ggf. sende ich dir die alte Beschreibung zu,
Wer sich nicht erinnert, den bestraft die Zukunft.

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Camineiro
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Re: Camino Aragonés

Beitrag von Camineiro » 2. Okt 2020, 14:56

Moin Matt,

vielleicht ist dieser Blogbeitrag von Gertrudis aus dem Jahr 2016 hilfreich.

Ich erinnere mich, dass unsere kleine 3-er Gruppe in 2012 überlegt hatte, ähnlich Gertrudis dem ehemaligen offiziellen Pilgerweg nördlich des Yesa-Stausees nach Leyre zu folgen.
Letztendlich entschieden wir uns jedoch dagegen und liefen dann über Ruesta und Undues unter Auslassung von Leyre nach Sangüesa.
Das war bereits 2012 der offiziell markierte Weg.

Wir wussten damals von dem alten Pilgerweg nur durch einen unserer Mitpilger (Martin, pilger0815) und durch die gestrichelt dargestellte rote Linie im Pilgerführer.
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Matt Merchant
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Re: Camino Aragonés

Beitrag von Matt Merchant » 3. Okt 2020, 10:57

Habt vielen Dank für diese guten Tipps; so, wie es aussieht und Gertrudis' Erlebnisbericht zu entnehmen ist (Danke besonders auch dafür!), scheint die ursprüngliche Route, die ich auch noch in meinen Kasper-Guide von 2007 habe, mit dem ich in besagtem Jahr via Sangüesa/Foz de Lumbier gelaufen bin, wirklich nicht mehr zu existieren und deren Rekonstruktion ziemlich lebensgefährlich zu sein...
Aber vielleicht wage ich beim nächsten Mal (whenever it is) den Umweg über Javier.

Gestern habe ich noch entdeckt, dass sowohl Raimunds Kasper-Update des Camino Aragonés als auch die aktuellste Conrad-Stein-Version aus dem Tolosana-Buch von Simon/Rother als Gratis-pdfs im Netz zu finden sind.
[Wobei natürlich noch die leidige Frage offen bleibt, wie sich das Herbergsnetz nach der Pandemie darstellen wird.]
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Camineiro
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Re: Camino Aragonés

Beitrag von Camineiro » 3. Okt 2020, 13:24

Ich habe nochmal Tante Google bemüht und einen Pilgerbericht von Rudolf Josef Fischer über den Aragones aus dem Jahr 2002 gefunden. Natürlich nicht mehr aktuell, aber interessant zu lesen.
Ein Besuch des Klosters Leyre kommt auch drin vor.

Der CAragones scheint in früheren Jahren deutlich häufiger begangen worden zu sein als heute.
Jedenfalls lassen das die Reisebeschreibungen von Rudolf vermuten.

Als unsere 3er Gruppe 2012 dort unterwegs war, trafen wir die ersten Pilger an der Templerkirche Eunate.
Auf dem gesamten Aragones vorher waren wir unter uns.


Ich bekomme gerade Lust, den Weg nochmal zu pilgern ... und das zu sehen,
was wir damals ausgelassen hatten (San Juan de la Peña, Kloster Leyre, Javier).

Viel Vergnügen beim lesen :)
Uwe
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Matt Merchant
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Re: Camino Aragonés

Beitrag von Matt Merchant » 3. Okt 2020, 14:27

Lieber Uwe,

danke für die Ergänzung.
Der Aragonés war mein allererster Camino - und jenes Bauchgefühl der ersten Wandertage, das Gewohnte zu verlassen und ein ganz neues Abenteuer im Leben zu beginnen, das war wohl emotional einmalig... Das verbinde ich vor allem mit Tag 2 um San Juan de la Peña; wobei ich genau dort den Anfängerfehler gemacht hatte, den Berg in Düsengeschwindigkeit hochzujagen, um dann später in Santa Cilia kaum mehr weiterhumpeln zu können. Gleichwohl: der Umweg lohnt sich sehr!
Michael Kasper [Gedenksekunde!] hat in seinen Publikationen noch ausdrücklich empfohlen, den Aragones mit all seinen Umwegen statt der Saint-Jean-Pied-de-Port-Direttissima zu wählen. Aber in den letzten Jahren fiel der Weg wohl wieder mehr in Dornröschenschlaf...

Auf meinem nächsten Camino werde ich ihn gewiss auch wieder wählen. Die familiäre [Koch-]Gemeinschaft in den Herbergen von Sangüesa und Monréal habe ich in dieser Intensität so nirgends mehr erlebt. Wie gesagt: Der unwiderbringliche Zauber des Anfangs...
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Bicigringo
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Re: Camino Aragonés

Beitrag von Bicigringo » 3. Okt 2020, 15:05

Camineiro hat geschrieben:
3. Okt 2020, 13:24
Ich bekomme gerade Lust, den Weg nochmal zu pilgern ... und das zu sehen,
was wir damals ausgelassen hatten (San Juan de la Peña, Kloster Leyre, Javier).
👍 Als Appetizer findet sich auf der Website der „Asociación de Amigos del Camino de Santiago Jaca“ ein fantastisches Video:

https://youtu.be/jdDAWlHDNBY

Quelle: https://www.jacajacobea.com/

Viel Spass! 😷

PS Ironie des Schicksals - die Aufnahmekapazität des Embalse Yesa wurde ~ verdreifacht, mit gütiger Hilfe aus Brüssel… Viel zu trockene Sommer sorgen aber dafür, dass er jetzt halbleer ist… | https://www.diariodenavarra.es/noticias ... -1010.html
Camino de Santiago „ Respira Hondo | Tief durchatmen“

Jadis56
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Re: Camino Aragonés

Beitrag von Jadis56 » 14. Okt 2020, 17:02

Hallo, Matt,
den Weg, den Gertrudis in Ihrem Blogbeitrag versucht hat zu gehen - direkt am Südufer des Stausees entlang - haben wir in 2013 wahrscheinlich als letzte Pilger begangen und auch wir wurden damals schon auf den letzten 2 km vom leitenden Sicherheitsingenieur des Stausee-Projektes im Jeep 'eingefangen' und nach längerer Diskussion ( er wollte uns zurückfahren bis Ruesta - wir wollten das nicht ... :o ) nach Yesa verbracht. Ich sehe noch die Augen der Wächter an der Yesa-seitigen Sperre, als wir dem Jeep des Mannes entstiegen. "WO kommen die denn her?" was der Ingenieur mit einem deutlich entnervten "Deutsche..." auf Spanisch beantwortete. Ich war damals schon sicher, dass ab dem nächsten Tag auch auf der Ruesta-Seite eine Wache stehen würde ... Und es wäre auch wirklich gefährlich geworden auf dem allerletzten Stück, zwischen den riesigen Caterpillars mit meterhohen Reifen rumzuspringen, die in rasendem Tempo dort umherfuhren. Es war ein Samstag und wir waren davon ausgegangen, dass die Arbeiten Samstags eh ruhen ... Unser "Fahrer" kriegte immer Warnungen über Funk und ist mit seinem Jeep dann schnell ganz zur Seite in kleine Buchten gefahren.
Also kein Weg mehr am südlichen Ufer ...
In 2019 - letztes Jahr im September - waren wir nochmal in Leyre, weil es einfach zu schön ist. Dieses Mal sind wir bis Sangüesa gelaufen, von dort mit dem Taxi nach Leyre - weil wir es ja auch schon mal gemacht hatten und es eh ein Abstecher war. Dieses Mal sind wir aber nicht weiter über die Foz de Lumbier, sondern von Leyre nach Javier (sehr schön die Burg) und von dort wieder nach Sangüesa gelaufen.
Von Javier nach Sangüesa muss man übrigens nicht - wie man meist gesagt bekommt - Straße laufen bis Sangüesa. Ich hatte die Damen an der Kasse in der Burg gefragt und die hatten uns einen sehr schönen Weg beschrieben, den "Camino del Papa", den Weg des Papstes - den mal wohl markiert und eingerichtet hat, als der (Johannes Paul II) mal dort war und ein Stück gehen wollte. So hat man mir das erzählt. Man läuft den Weg von der Burg kurz an der Straße zurück Richtung Leyre und geht dann in der nächsten Rechtskurve links auf einen Feldweg, der auch wenige Meter weiter as "Camino del Papa" beschildert ist. Auf diesem Weg geht es immer den Fluß entlang Richtung Sangüesa, bis man fast in Sichtweite des Ortes ist.
Buen Camino. Der Aragonès ist einer der schönsten für mich!
Jadis

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Gertrudis
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Re: Camino Aragonés

Beitrag von Gertrudis » 14. Okt 2020, 23:37

Jadis, Ihr seid echt die Lastwagenpiste gegangen? Puuuh... ich habe die ganze Szenerie gerade wieder deutlich vor Augen :D

Von Javier aus bin ich auch einen - allerdings nicht (mehr?) markierten schönen Sandweg gegangen, nach Karte. Der ist dann nach ein paar Kilometern auf den offiziellen Weg, der von Undués kommt, gestossen.

Ach, ich wär auch gerne wieder dort!

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Odelaine
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Re: Camino Aragonés

Beitrag von Odelaine » 19. Okt 2020, 16:04

Wir sind heuer auch ohne Probleme nah an das Südufer des Embalse de Yesa rangelaufen. Da er relativ leer war, kein Problem.

Ist ja schon witzig wie teilweise drei Straßen kilometerweit parallel laufen. ....

In der Mitte des Sees saß ein Mann in einem kleinen Ruderboot. Mit einem Ganzkörperanzug, wie bei chemischen Kampfstoffen, seltsamen Geräten im Boot und an die 40°C in der prallen Augustsonne. Was der dort nur getrieben hat? Sah ziemlich surrealistisch bzw. spooky aus. :)

Vielleicht hatten wir auch schon einen Sonnenstich. ;)

Ruesta mit seiner schattigen bar / restaurante war einen ausgiebigen Stop wert.
von Görlitz über Einsiedeln und Lourdes nach Gasteig (Baskenland)

Jadis56
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Re: Camino Aragonés

Beitrag von Jadis56 » 20. Okt 2020, 21:41

Gertrudis hat geschrieben:
14. Okt 2020, 23:37
Jadis, Ihr seid echt die Lastwagenpiste gegangen? Puuuh... ich habe die ganze Szenerie gerade wieder deutlich vor Augen :D

Von Javier aus bin ich auch einen - allerdings nicht (mehr?) markierten schönen Sandweg gegangen, nach Karte. Der ist dann nach ein paar Kilometern auf den offiziellen Weg, der von Undués kommt, gestossen.

Ach, ich wär auch gerne wieder dort!
Ja, sind wir. aber mehr als drei viertel war es wunderschön und ruhig, zweimal fuhr ein Jeep vorbei ohne anzuhalten und wir dachten schon, ist alles ok - bis dann der Wagen von vorne kam, der wohl extra für uns kam (ich nehme an einer der Jeeps vorher hatte gemeldet, 'da kommt wer ...') Und auch als wir in dem Wagen saßen waren wir uns noch keiner Gefahr bewusst - bis dann der erste Alarm per Funk kam und der Fahrer sich schnell auf die Seite bewegt hat. Und wir das erste Mal gesehen haben, was da so rumfuhr.

Na ja, letztlich waren wir dadurch schon zur Lunch-Zeit in Yesa! :lol:

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