Wenn Füße reden könnten .....

Was der Pilger braucht. Schuhe, Socken, Blasenpflaster...
Antworten
Benutzeravatar
Gerhard.1
Beiträge: 273
Registriert: 22. Jul 2019, 21:04
Wohnort: Karlsruhe
Kontaktdaten:

Wenn Füße reden könnten .....

Beitrag von Gerhard.1 » 2. Aug 2019, 15:36

Wenn Füße reden könnten ....., 25 Feb. 2011 21:15 (mein Bericht aus dem kleinen Blogforum von 2011 anlässlich der Diskussion um die richtige Schuhwahl)

..... dann würden meine folgendes berichten:

Hallo, liebe Pilgerfüße, Mit(leids)füße und Leicht(sinns)füße,

wir sind alterfahrene Wanderfüße und verfolgen immer mit Interesse die Diskussionen und Beiträge eurer Bosse und Gebieterinnen in verschiedenen Foren, die euch offensichtlich auf dem Camino zunächst quälen, treten und missachten und erst dann, wenn ihr ihnen mit Schmerz bereitenden Blasen in die Quere kommt, zwar beachten, aber dafür euch dann im wahrsten Sinne des Wortes mit Nadeln stechen und piesacken.

Wir finden es empörend, wie lieblos sie mit euch umgehen, nachdem ihr alle Last und Mühsal zu tragen habt und am wenigsten Freude empfinden dürft. Ihr habt wirklich Besseres verdient.

Da können wir von Glück sagen, dass unser Boss frühzeitig die Wichtigkeit unseres Daseins erkannt und anerkannt hat. Wir mussten uns zwar auch behaupten und ihm zeigen, wo es lang geht. Er hat jedoch schnell aus seinen Fehlern gelernt und behandelt uns seitdem sehr fürsorglich.

Wenn wir mit ihm längere Strecken unterwegs sind, cremt er uns jeden Abend nach dem Duschen intensiv mit Hirschtalgcreme ein, wobei wir Wert darauf legen, dass er die von Rohde verwendet, die es in Deutschland leider nur in der Apotheke gibt. In Österreich gibt es sie in jeder Drogerie zu einem wesentlich günstigeren Preis. Doch das sei nur am Rande erwähnt.

Morgens wiederholt er das Procedere und wir sind bestens für unseren Job gerüstet und präpariert. Wir können dann, wenn es der Weg erlaubt, sogar problemlos ohne Socken in Trekkingsandalen laufen, was für uns und unseren Boss ansonsten undenkbar wäre.

Einmal hat er uns abends, nachdem wir bereits zwei Wochen unterwegs waren, vernachlässigt und sich damit herausgeredet, dass wir bestens eingelaufen seien und er für die Pflege zu müde sei.

Aber das hat er nur einmal versucht. Wir machten ihm am nächsten Tag mit einer kleinen Blase zwischen den beiden äußeren Zehen klar, dass es so nicht geht. Ihr glaubt nicht, wie sehr er sich das zu Herzen genommen und uns wieder liebevoll behandelt hat. Wir haben dann unsererseits die kleine Blase ohne weitere Auflagen zurückgebildet und seine Nachlässigkeit nicht weiter übel genommen.

Seitdem sind wir die besten Freunde und es ist tatsächlich so, dass wir am Ende einer Fernwanderung gepflegter nach Hause kommen als wir zu Beginn waren.

Warum erzählen wir euch das, liebe Freunde?
Wir wollen niemand zu nahe treten, sondern solidarisch helfen, euren vielleicht leichtfertigen oder unwissenden Peinigern die Augen zu öffnen.

Wehrt euch, haltet zusammen!
Macht ihnen bewusst, dass ihr auf dem Camino täglich zwischen 30000 und 40000 Schritte bewältigen müsst, gegenüber sonst vielleicht einigen hundert am Tag. Das sollen sie sich ständig vergegenwärtigen und ebenso auch, dass unnötiger Ballast Gift für euch sind.

Dann werden mit Sicherheit solche widerwärtigen Diskussionen mit heißen Nadeln und Blasenpiercing der Vergangenheit angehören.

Es grüßen euch herzlich
die Füße von Gerhard
ein klick auf meine homepage
Jakobswege: WAS - WO - WIE
erleichtert die
PILGERPLANUNG FÜR INDIVIDUALISTEN - GRATIS.

Benutzeravatar
Backgammon
Beiträge: 76
Registriert: 16. Jul 2019, 17:18

Re: Wenn Füße reden könnten .....

Beitrag von Backgammon » 2. Aug 2019, 16:16

Herrlich, Füße sprechen die Wahrheit :!:

Antworten