Erfahrung über fehlende Dinge:

Was der Pilger braucht. Schuhe, Socken, Blasenpflaster...
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Peter_S55
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Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Peter_S55 » 3. Dez 2020, 11:49

Über die Wichtigkeit der richtigen Wanderschuhe, Funktionswäsche, Rucksack und Regenschutz wurde bestimmt schon genügend diskutiert. Ich habe meine Ausrüstung für jeden Camino immer neu angepasst, es gab immer was zu verbessern, zu erleichtern, wegzulassen oder hinzuzufügen. Bei mir waren es eher ganz kleine Dinge, die ich unterwegs aber auch noch brauchte.

- Kleine 50-Cent, 1€-Münzen und 2€-Münzen, für mich sehr wichtig, da manchmal ein Automat die einzige momentane Versorgungsmöglichkeit besonders früh am Morgen darstellte.

- Bargeldzahlung ist auf dem Camino immer noch gang und gebe. Ich hatte zwar eine EC- und eine Kreditkarte mit, aber nie damit bezahlen können oder wollen, wegen den Gebühren und ein bisschen Angst vor Kartenbetrug hatte ich auch. So hatte ich schon von zu Hause genügend kleine 5, 10 und 20-Euroscheine mit, was unterwegs das Bezahlen erleichterte.

- Wir sind immer sehr gut damit gelaufen, statt Flaschen von Shampoo oder flüssige Waschmittel für die Wäsche und für den Körper festes Shampoo, ähnlich wie ein Stück Seife, mit zu nehmen. Gibt es in jedem Drogeriemarkt zu kaufen. Schäumt echt gut, hält lange vor und spart viel Gewicht. Viele Herbergen stellen keine Seife für die schmutzige Wäsche zur Verfügung, für die Dusche sowieso nicht.

- Eine Tube Hirschtalgcreme reichte mir nicht für die ganze Länge, und die gab es nicht unterwegs zu kaufen, aber jeder Mensch ist anders, ich cremte nur morgens gut und blieb von allen Fußproblemen mit winzigen Ausnahmen verschont. Hitrschtalgcreme nicht zu früh kaufen, die trocknet aus und wird hart.

- Kleine Wäscheklammern, oft bieten Herbergen keine Klammern an oder alle sind schon in Benutzung. Leider liegt oft etliche Wäsche vom Wind verweht auf dem Boden oder im Gras, weil sie war nicht angeklammert.
Ganz kleine aber zweckmäßige Holzklammern haben wir in einem Asia-Laden bekommen.

- In Spanien bekommt man recht billig Süßspeisen wie z.B. Flan, Joghurt, Creme Catalana, Natillas (Vanillepudding) oder Arroz con leche (Milchreis). In Deutschland bekommt man vieles von dem nicht. Wer so etwas mag, sollte an einen kleinen Löffel denken.

- Die Temperaturen unterwegs können sehr variieren, sie lagen bei uns im Sommer auch zwischen 4-39°C, im Mai/Juni 2-32°C. In den Herbergen kann es auch nachts sehr kalt (z.B. Roncesvalles) bzw. sehr warm werden. Das eine Heizung angedreht wird ist nie sicher, besonders dieses Jahr scheint so einigen die finanziellen Mittel zu fehlen. Da wir wie so viele nur einen dünnen Sommerschlafsack mit hatten, kann warme Kleidung auch nachts sehr angenehm sein. Decken stehen nicht immer bereit oder nicht in genügender Anzahl.

- Ein ärgerlicher Problem ist oft am Morgen, dass die Herbergen sehr dunkel sind und man aus Rücksicht auf noch schlafende Pilger (Vor allem jüngere Pilger und Radfahrer neigen oft zu längerem Schlaf) kein Licht anmacht. Da bietet es sich an, Ordnung in Packbeuteln zu haben, die nicht knistern und auch ohne viel Licht mehr Übersicht geben. Vor dem Schlafen gehen halt auch noch Vorbereitungen treffen.

- Eine Plastiktüte für den Credencial, den Pilgerpass. Bekommt man später aber auch auf dem Weg zu kaufen.

- Feuchte Tücher. Kommt ganz selten vor das man kein Cafe etc. mit Toilette findet, aber im Notfall sind die Tücher dann Gold wert.

- Ich habe die Methode mit 1 Paar dünnen und ein Paar dickeren Socken angewandt, hat hervorragend geklappt, jedoch habe ich auf dem Weg, sicher auch durch die tägliche Handwäsche, 2 Paar Socken durch gelaufen. Es gibt Ausrüstungsläden in größeren Städten auf dem Weg, aber wer weiß ob sie immer oder noch geöffnet sind, und billig sind die eigentlich nicht. An Ersatzsocken würde ich nicht sparen, die wiegen ja nicht viel und sollten aus Funktionsmaterial bestehen.

- Eine Powerbank für das Smartphone haben wir nie gebraucht, es gab immer irgendwo eine Steckdose zum Laden. Das Smartphone jedoch habe ich doch für viele Hilfen gebraucht:

Rückflugbuchung.
Reservierung von Herbergen, war 2020 unbedingt nötig.
Anrufe nach Hause.
Im Internet über aktuelle die Lage informiert, z.B. wichtig wenn Städte in den Lock Down gehen
Tagebuch geschrieben. Man erlebt später alles noch in Gedanken wieder.
Alle möglichen Telefonnummern, Adressen und Informationen gespeichert.
Bilder gemacht.
Videos gemacht.
Auf einsamen Strecken Musik gehört.
Mit Freunden und Verwandten in Kontakt geblieben.
GPS und Kompass zur Auffindung von nicht am Weg liegenden Herbergen/Hostals usw. benutzt.
Wetter- und Temperaturvorhersage.
Sprachführer.

Wer es sich leisten kann, es gibt heutzutage so gute Smartphonekameras, selbst mit optischem Zoom, dass man die Digitalkamera getrost zu Hause lasen kann. Gewicht gespart.

Ich bewundere jene, die tatsächlich noch ohne Handy und Smartphone auskommen, Hut ab.


Ich habe bestimmt was vergessen, na ja.
Wünsche alle eine gute Vorbereitung, macht doch auch Spaß in der jetzigen Zeit.

Liebe Grüße
Peter
Nur wo Du zu Fuß warst, bist Du auch wirklich gewesen.

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Anhalter
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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Anhalter » 3. Dez 2020, 12:07

Ui, da will ich auch was beitragen, schöne Idee.

- Wäscheklammern habe ich mir tatsächlich auch noch unterwegs besorgt. Das hat aus den genannten Gründen wirklich genervt.

- Packsäcke würde ich auch nicht mehr missen wollen. Zum einen schafft es Ordnung. Zum anderen konnte ich meine immer ans Bettgestell hängen und musste nichts auf den Boden legen. Soll angeblich das Risiko sich Wanzen einzufangen verringern.

- Ein S-Haken um den Rucksack auch ans Bettgestell zu hängen kommt bei mir auch immer wieder mit.

- Die billigsten Fleecehandschuhe (~1,50€) vom Decathlon wiegen nur ein paar Gramm und machen besonders morgens das Leben leichter.

- Ein Buff/Schlauchtuch aus Merino mag zwar nicht so schnell müffeln, eins aus Kunstfaser ist aber deutlich besser geeignet das Handydisplay zu putzen.

- Flipflops mögen zwar optisch besser aussehen als Sandalen oder Schlappen, aber wenn es abends frischer wird und man noch draussen unterwegs ist kann man in Flipflops keine Socken anziehen.

- Das leichteste Taschenmesser von Victorinox mit Korkenzieher wiegt gerade mal 35g und wird auch nicht mehr fehlen.

- Ein Ladegerät mit 2 Ausgängen sowie ein 3-in-1 Ladekabel kann für neue Freundschaften sorgen.

- Meinen Regenrock kann ich anziehen ohne den Rucksack abzulegen. Und ja, unterhalb der Knie wird man trotzdem nass.

- Ein Regenschirm macht das Leben auch bei starkem Sonnenschein einfacher. Den habe ich wirklich vermisst.

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Peter_S55
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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Peter_S55 » 3. Dez 2020, 13:20

Hallo Anhalter,

Ja stimmt das ist eine wirklich gute Erweiterung.
An so leichte Fleecehandschuhe habe ich nie gedacht, dabei bräuchte ich dann auch nicht mehr die Hände in die Hosentasche stecken. Könnte ja mal stolpern und auf die Nase fallen.

Ein Regenschirm ist sicher der beste Schutz vor Regen, würde mir aber ein wenig von meinem Pilgerfeeling nehmen.
Trotzdem, du hast gute Ideen.

Liebe Grüße
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Gerhard2020
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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Gerhard2020 » 3. Dez 2020, 16:09

Passt alles☺ Allerdings habe ich die Klammern durch große Sicherheitsnadeln ersetzt. Meinen großen Poncho mag ich nicht missen und auf gar keinen Fall verzichte ich auf die selbsgenähten Gamaschen. Sind superleicht und schützen vor Morgentau wie auch Regen. 🤗
Bon Camino
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beliperegrina
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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von beliperegrina » 3. Dez 2020, 17:48

Peter_S55 hat geschrieben:
3. Dez 2020, 11:49
- Feuchte Tücher. Kommt ganz selten vor das man kein Cafe etc. mit Toilette findet, aber im Notfall sind die Tücher dann Gold wert.
Im Gegensatz zu Toilettenpapier bauen sich die Feuchttücher, ähnlich wie Tempo, nicht gut ab; deshalb nehme ich lieber Toilettenpapier und opfere einen Schluck Wasser aus der Flasche ;)

Danke an alle, das sind gute Tipps, und die Idee für diesen Thread ist super.
BC, Beliperegrina

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Peter_S55
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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Peter_S55 » 3. Dez 2020, 19:52

Hallo beliperegrina,
Oh ja stimmt umweltkritisch sind die Tücher schon zu sehen. Ich war noch nicht in der Not sie einzusetzen, daher kann ich vielleicht die ja auch zu Hause lassen oder sie im Falle des Falles richtig entsorgen. Und Toilettenpapier kann man ja mit zuschauen.
Danke für den Hinweis

LG
Peter
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Pilger Franz
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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Pilger Franz » 4. Dez 2020, 11:01

Hola Peter,

deine Aufstellung finde ich sehr brauchbar :-). Danke für die gute Idee. Ich habe noch ein paar Tipps dazu.

Mir ist es anfangs der Pilgerei mehrmals passiert, dass ich einzelne - wichtige - Dinge (Geldbörse, Messer u.a.) bei einem Aufenthalt (Einkauf, Rast, Busfahrt u. a.) versehentlich liegen gelassen habe. Ich habe (m)eine Lehre daraus gezogen.

- Auch ich nehme, wie du beschreibst, Bargeld für mehrere Tage mit. Für (Papier-)Geld sowie wichtige Ausweise usw. habe ich kein Portemonnaie mehr (Gewichtsersparnis). Ich habe eine Bauchtasche aus Stoff (Undercover Money Belt DLX eagle creek) umgestaltet: Den Bauchgurt habe ich gekürzt und zu einer Schlaufe vernäht. Diese hängt am Gürtel, die Tasche befindet sich unterwegs auf der Innenseite der Hose. Alles, was gegen Körperfeuchte empfindlich ist, wird in Plastiktütchen mit Druckverschluss gesteckt.

- Für Kleingeld (Münzen und Papier für den Tagesbedarf) habe ich ein Schlüsseltäschchen (ausgedient) in der Hosentasche, mit Schnur am Gürtel befestigt.

- Das Allroundmesser in der Beintasche hängt an einer Schnur. Selbst wenn ich nach einer Benutzung vergesse, es wieder einzupacken - beim Aufstehen schlägt es mir ans Bein.

- Sicherheitsnadeln (an Stelle von Klammern) sind vielseitiger verwendbar, z. B. um Klamotten zum Trocknen an den Rucksack zu hängen.

- Mögen Regenschirme und Pilgerfeeling nicht zusammenpassen - wenn man tagelang gegen die pralle Sonne läuft, kann aus Feeling leicht peeling werden. Da ist ein Regen-/Sonnenschirm einfach ein guter Schutz.

Möge deine Gute-Tipps-Liste weiter wachsen!
Zuletzt geändert von Pilger Franz am 4. Dez 2020, 12:17, insgesamt 1-mal geändert.
BC
Franz

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Pilger Franz
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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Pilger Franz » 4. Dez 2020, 11:12

Da fällt mir noch etwas ein, hat mit dem Gebrauch der Ausrüstungsgegenstände zu tun:

- Wenn ich etwas aus einer verschließbaren Tasche nehme, am Rucksack, aus der Bauch- oder Anoraktasche usw., schließe ich diese Tasche sofort wieder. Ich lasse also nichts offenstehen, mit dem Gedanken "Mach ich später/nach Gebrauch wieder zu." Die Gedanken sihind frei, das weiß doch jede/r - und weg sind sie.

- Wenn ich das Smartphone mal benutzt habe, tue ich es sofort wieder in die Beintasche zurück und klopfe vor dem Weitergehen zur Bestätigung darauf. Da ich es wie Peter viel nutze, würde mich ein Verlust hart treffen.
BC
Franz

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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Pilger Franz » 4. Dez 2020, 12:05

Peter_S55 hat geschrieben:
3. Dez 2020, 11:49
- In Spanien bekommt man recht billig Süßspeisen wie z.B. Flan, Joghurt, Creme Catalana, Natillas (Vanillepudding) oder Arroz con leche (Milchreis). In Deutschland bekommt man vieles von dem nicht. Wer so etwas mag, sollte an einen kleinen Löffel denken.
Mmmh, mjam, mjam :-)
BC
Franz

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Gerhard2020
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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Gerhard2020 » 4. Dez 2020, 14:22

Die Kreditkarte und Girocard sollte in Alu - Folie eingewickelt sein. Das wirkt gegen die NFC - Funktion.
BC
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Peter_S55
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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Peter_S55 » 4. Dez 2020, 16:53

Hallo Pilger Franz,
danke für Deine guten Ergänzungen.
Stimmt, 4 Sicherheitsnadeln nehme ich auch mit, um z.B. das nasse Handtuch morgens am Rucksack zu befestigen.
Leider haben sich bei mir Sicherheitsnadeln für die Wäscheleine nicht bewährt, weil sie bei durchhängender Leine zusammen rutschen und die Trocknungszeit vergrößern. Die kleinen Holzklammern aus dem Asiastore fallen aber nicht zu Gewicht, ob es die auch in Deutschland gibt weiß ich nicht.

Ich habe auch einen solchen Innenbeutel für Wertsachen,  der hängt am Nylongürtel und ist unsichtbar unter der Hose verstaut. Ok für Münzen und Tagesgeld und was ich sonst noch brauche habe ich noch ein Portemonnaie. Jeden Morgen wenn ich losgehe prüfe ich die 4 wichtigsten Dinge:
Innenbeutel, Portemonnaie, Smartphone und ganz wichtig: Den Credencial, der läßt sich ja nicht ersetzen.

Von 3 Caminos war 2 mal meine Frau dabei, bei Toilettengang oder zum Duschen sind wir getrennt gegangen, einer hat auf die Wertsachen aufgepasst. Wie ich alleine war, hat mir der S-Haken wertvolle Dienste geleistet, denn alle Wertsachen kamen in einen wasserfesten Beutel und wurden in der Dusche aufgehängt. Anders als im "normalen" Leben habe ich am Camino nur ehrliche Menschen getroffen. Und wenn jemand was vergisst oder verliert dann lief ein anderen hinter ihm her und brachte es ihm. Unglaublich nett, das habe ich nur am Camino erlebt. Natürlich muss man immer Vorsicht walten lassen, klar.

Gegen die Sonne nehme ich einen breitkrempigen, leichten Safarihut. Mit Innenbelüftung und hochstellbaren Seitenteilen. Und unbedingt mit Kinnriemen wegen öfters doch möglichen Windböen.

Hatte vergessen: Ich fand es ganz wichtig, eine Taschenlampe mit zu führen. Gut um morgens im Dunkeln die Sachen zu verpacken, unter dem Bett heruntergefallene Dinge zu finden und natürlich beim Gehen noch im Dunkeln die Wegziehen zu sehen. Man glaubt gar nicht, wie viele Dinge in den Herbergen vergessen werden. Einige Leute hatten Infrarotlichtlampen, die schlafende Pilger weniger stören, für die Wegfindung sind die aber ungeeignet. 

Ah und ja natürlich: Notproviant nicht vergessen. Trotzdem wir auf dem meist begangenen Weg der Caminos unterwegs waren, kam es vor allem dieses Jahr immer wieder vor, das wir auf den Proviant zurückgreifen mussten. Angelaufene Cafés waren entweder ganz oder noch zu. Kann immer passieren, besonders in kleinen Dörfern. Da man aber wenn man durstig ist nichts ohne hohen Flüssigkeitsgehalt essen soll: Für Wasser sollte immer vorgesorgt werden.

@Gerhard2020:
Die Alufolie ist gut um das Auslesen der Karten zu verhindern. Guter Tipp. Heißt das auch das man die Karte dann auch physikalisch nachbilden kann? Das wäre ja echt fatal und Dein Tipp wäre wirklich sehr effizient.

LG
Peter
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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Pilger Franz » 4. Dez 2020, 18:08

Peter_S55 hat geschrieben:
4. Dez 2020, 16:53
Jeden Morgen wenn ich losgehe prüfe ich die 4 wichtigsten Dinge:
Innenbeutel, Portemonnaie, Smartphone und ganz wichtig: Den Credencial, der läßt sich ja nicht ersetzen.
Und zum Smartphone das Netzteil! Vom Credencial mache ich daheim eine Fotokopie und unterwegs von Zeit zu Zeit Fotos.
Geht das Original verloren, wird auf der Fotokopie weiter testiert.
Ob das Pilgerbüro nicht auch ein Foto anerkennen müsste?!

Tolle Liste!
BC
Franz

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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Gerhard2020 » 4. Dez 2020, 18:30

Hallo Peter,
zu einer möglichen physischen Nachbildung habe ich keine Kenntnisse. Die Alu - Folie verhindert den Funkkontakt zu einem Lesegerät (Faradayscher Käfig). Somit kann eine Minisumme von einem mobilen Lesegerät, wie z.B. beim Bäcker, nicht abgebucht werden.
BC
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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Peter_S55 » 4. Dez 2020, 19:08

Hallo Gerhard,

Ja an eine kleine Abbuchung, ich glaube bis 20€, hatte ich dabei dann auch gedacht. Aber möglicherweise geht das zwar online im Internet, aber nicht in einem Geschäft ohne eine gefakte Kopie der Karte. Denn das Geschäft erwartet eine Karte zum Einlegen, eben bei Kleinbeträgen ohne den PIN. Die Wichtigkeit der Folie ist natürlich immer noch sehr wichtig. Das Thema ist echt interessant

LG
Peter
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Re: Erfahrung über fehlende Dinge:

Beitrag von Peter_S55 » 4. Dez 2020, 19:15

Hallo Franz,

ich könnte mir vorstellen dass auch eine Kopie des Pilgerausweises in Santiago anerkannt wird. Ich habe mal folgende Geschichte vom Camino Frances gehört, die zeigt, was alles möglich sein kann:

Eine US-Amerikanerin geht von St.-Jean nach Santiago de Compostela. Kurz vorm Ziel, nach 800km, verliert sie ihren Pilgerausweis mit all den Stempeleinträgen. Sie ist unfassbar traurig, geht aber noch bis zur Kathdrale und fliegt ohne Compostela nach Hause. Aber ein Deutscher findet auf dem Weg den Ausweis, holt den letzten Eintrag und nimmt ihn mit ins Pilgerbüro. Dort bekommt er ihre Urkunde und schickt alles zusammen mit dem Pilgerausweis zu der Frau in die USA. Komplette Adresse steht ja im Ausweis. Unendlich Freude, so was passiert halt auf dem Camino.
Ich finde diese Geschichte einfach bewegend.

LG
Peter
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